Polyhydramnion
Prüfungsrelevanz: in 5 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 101
- Synonyme
- zu viel Fruchtwasser
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Bilder
- Sonographie 3
- Prüfungsrelevanz
- 5 von 197 Protokollen · Rang 101
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (3)
Sonographie
Sonographie
SonographieDefinition
- Das Polyhydramnion ist eine pathologisch vermehrte Fruchtwassermenge, sonographisch definiert durch ein tiefstes vertikales Depot von mindestens 8 cm oder einen Fruchtwasserindex von mindestens 24 cm.
Einteilung
- Nach Fruchtwasserindex oder tiefstem Depot werden leichte, mittelgradige und schwere Formen unterschieden; das Komplikationsrisiko steigt meist mit dem Ausmaß der Fruchtwasservermehrung.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Zugrunde liegt ein gestörtes Gleichgewicht zwischen Fruchtwasserbildung und -resorption, meist durch vermehrte fetale Urinproduktion, gestörtes Schlucken oder eine gastrointestinale Obstruktion; 60–70 % der Fälle bleiben idiopathisch.
- Häufigste mütterliche Ursache ist der Diabetes; vermehrte Urinproduktion besteht auch bei Makrosomie, fetaler osmotischer Diurese, Herzzuständen mit hohem Auswurf und Nierenanomalien.
- Das Schlucken behindern unter anderem ZNS-Fehlbildungen, Gaumenspalte, Mikrognathie, Raumforderungen an Hals, Mediastinum oder Lunge, Zwerchfellhernie, Obstruktionen des Gastrointestinaltrakts sowie neuromuskuläre Erkrankungen.
- Weitere Ursachen sind Chromosomenstörungen wie Trisomie 21, 18 oder 13, kongenitale Infektionen, fetale Anämie etwa bei Alloimmunisierung und Mehrlingsschwangerschaften mit fetofetalem Transfusionssyndrom.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Ein Polyhydramnion verläuft oft asymptomatisch; mitunter ist der Uterus größer als nach dem Gestationsalter zu erwarten, bei ausgeprägten Formen treten Atemnot und schmerzhafte vorzeitige Kontraktionen auf.
- Komplikationen sind vorzeitige Wehen und vorzeitiger Blasensprung, mitunter mit Plazentalösung, Lageanomalien, Nabelschnurvorfall, Uterusatonie, postpartale Blutung und intrauteriner Fruchttod, Letzterer auch beim idiopathischen Polyhydramnion.
Diagnostik
- Die Fruchtwassermenge wird quantitativ über den Fruchtwasserindex (normal über 5 bis unter 24 cm) oder das tiefste Depot (normal 2 bis unter 8 cm) bestimmt; das tiefste Depot führt eher zur Überdiagnose eines Polyhydramnions.
- Zur Ursachenklärung gehören eine umfassende Fehlbildungssonografie, ein Glukosetest der Mutter, bei weiteren Auffälligkeiten eine Amniozentese mit Karyotypisierung sowie Untersuchungen auf Infektionen.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.