Präexistenter Diabetes in der Schwangerschaft
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- Synonyme
- Typ-1-Diabetes in der Schwangerschaft, pregestational diabetes
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Prüfungsrelevanz
- 2 von 197 Protokollen · Rang 144
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Definition
- Gemeint ist ein bereits vor der Schwangerschaft bestehender Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2; er ist die häufigste Ursache der diabetischen Embryopathie.
- Diabetische Embryopathie ist der Sammelbegriff für angeborene Fehlbildungen und sekundäre Komplikationen durch mütterlichen Diabetes; auch ein schlecht eingestellter Gestationsdiabetes kann beitragen, wenn die Hyperglykämie früh in der Schwangerschaft besteht.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die Fehlbildungsrate ist gegenüber der Allgemeinbevölkerung deutlich erhöht; in großen Metaanalysen unterschied sie sich zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes nicht und lag jeweils bei etwa 5–6 %.
Ätiopathogenese
Risiken und Pathophysiologie
- Die diabetische Embryopathie entsteht in der Organogenese (bis 8. SSW) und umfasst Fehlbildungen wie Neuralrohrdefekte, Herzfehler und das kaudale Regressionssyndrom.
- Der Insulinbedarf sinkt im 1. Trimenon, steigt danach an.
Ätiologie und Risikofaktoren
- Mütterliche Hyperglykämie wirkt teratogen, besonders während der Organogenese bis etwa zur 10. SSW; diskutiert werden unter anderem oxidativer und hypoxischer Stress im Embryo.
- Höhere Glukose- bzw. HbA1c-Werte gehen mit einem höheren Fehlbildungsrisiko einher.
- Genetische Prädisposition, Adipositas, Hypertonie und Dyslipidämie können die teratogene Wirkung verstärken.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Typische Fehlbildungen sind Neuralrohrdefekte, Herzfehler (besonders Ausflusstraktanomalien), kraniofaziale Anomalien, Extremitätendefekte und das kaudale Regressionssyndrom; eine schlechte Stoffwechsellage in der Organogenese erhöht zudem das Abortrisiko.
- Eine schlechte Einstellung später in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für Makrosomie, Präeklampsie, Schulterdystokie und Totgeburt; Neugeborene sind durch Atemnotsyndrom, Hypoglykämie, Hypokalzämie, Hyperbilirubinämie und Polyzythämie gefährdet.
Diagnostik
- Pränatal dienen Ultraschall im ersten Trimenon und fetale Echokardiografie der frühen Erkennung von Fehlbildungen.
- Das kaudale Regressionssyndrom mit Agenesie der unteren Wirbelsäule gilt als besonders typisch für einen mütterlichen Diabetes.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.