Peripartale Kardiomyopathie

Fachgebiet
Geburtshilfe · Geburt & Wochenbett
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Definition
  2. Vorkommen & Epidemiologie
  3. Ätiopathogenese
  4. Klinik
  5. Diagnostik
  6. Weiterlernen in der App
  7. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  8. Querverweise

Definition

  • Nach der ESC-Arbeitsgruppe ist die peripartale Kardiomyopathie eine Herzinsuffizienz gegen Ende der Schwangerschaft oder postpartal ohne andere erkennbare Ursache, mit linksventrikulärer systolischer Dysfunktion und einer Ejektionsfraktion unter 45 %; der linke Ventrikel kann dilatiert sein oder nicht.
  • Die klassische Definition von 2000 forderte ein Auftreten im letzten Schwangerschaftsmonat oder innerhalb von 5 Monaten nach der Geburt ohne vorbestehende strukturelle Herzerkrankung; es handelt sich um eine Ausschlussdiagnose.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Die meisten Frauen entwickeln Symptome im ersten Monat nach der Geburt, möglich ist ein Beginn ab dem dritten Trimenon bis 6 Monate postpartal.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Pathogenetisch gilt verstärkter oxidativer Stress als zentral: Er bewirkt über Cathepsin D die Spaltung von Prolaktin in ein antiangiogenes, proapoptotisches 16-kDa-Fragment; zudem gibt es familiäre Häufungen und Varianten in Kardiomyopathie-Genen wie TTN.

Klinik

Klinik und Komplikationen

  • Typisch sind Stauungszeichen wie Belastungsdyspnoe, Orthopnoe, paroxysmale nächtliche Dyspnoe, trockener Husten und Knöchelödeme sowie unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Palpitationen und Schwindel, die physiologischen Schwangerschaftsveränderungen ähneln.
  • Möglich sind auch Thromboembolien, lebensbedrohliche Rhythmusstörungen, kardiogener Schock und plötzlicher Herztod.

Diagnostik

  • Zentrale Untersuchungen sind EKG und Echokardiografie; ein normales EKG schließt die Erkrankung nicht aus.
  • BNP und NT-proBNP korrelieren mit dem Verlauf; die kardiale MRT erfasst Kammervolumina und Ventrikelfunktion genauer und wird wegen Gadolinium meist postpartal eingesetzt.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Peripartale Kardiomyopathie mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

Im Browser starten  GynFuchs ansehen →

Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Peripartum Cardiomyopathy (NCBI Bookshelf)
  2. Heart Fail Rev 2021: Peripartum cardiomyopathy – a review (PMC, Open Access)

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.