Plazentaretention
Prüfungsrelevanz: in 4 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 111
- Synonyme
- Retentio placentae, Plazentarest
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Geburt & Wochenbett
- Prüfungsrelevanz
- 4 von 197 Protokollen · Rang 111
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Definition
- Eine Plazentaretention liegt vor, wenn die Plazenta länger als 30 Minuten nach der Geburt des Kindes nicht geboren ist; eine international einheitliche Definition fehlt jedoch.
- Die Nachgeburtsperiode umfasst die Zeit zwischen der Geburt des Kindes und der Geburt der Plazenta.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Eine Plazentaretention betrifft etwa 0,5–3 % aller vaginalen Geburten, in einer systematischen Übersicht schwankten die Angaben zwischen 0,5 und 4,8 %.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Eine wichtige Ursache ist das Placenta-accreta-Spektrum, bei dem die Chorionzotten nicht von Dezidua begrenzt sind, sondern dem Myometrium anhaften (accreta), in es eindringen (increta) oder es bis zur Serosa durchsetzen (percreta).
Klinik
Plazentalösungszeichen
- Das Ahlfeld-Zeichen beschreibt Tiefertreten der Nabelschnurklemme um ca. 10 cm.
- Das Schröder-Zeichen meint schmalerer, nach rechts oben steigender Fundus.
- Die Plazenta wird geboren innerhalb von 30 Minuten.
Plazentaretention
- Lässt sich die Plazenta nicht lösen, denkt man an ein Plazenta-accreta-Spektrum (PAS).
- Die Uterusinversion droht bei Zug an ungelöster Plazenta.
Klinik und Komplikationen
- Die Plazentaretention ist eine wichtige Ursache primärer und sekundärer postpartaler Blutungen und erhöht die mütterliche Morbidität und Mortalität.
- Bei Placenta accreta kann die Blutung vor der Plazentalösung gering sein oder fehlen; bei Lösungsversuchen kommt es typischerweise zu massiver Blutung.
Diagnostik
- Die Diagnose ist klinisch, wenn die Plazenta 30 Minuten nach der Geburt nicht geboren ist; eine Placenta accreta wird vermutet, wenn sich keine Lösungsebene herstellen lässt und Zug an der Plazenta zu starker Blutung führt.
- Bei Risikopatientinnen kann das Accreta-Spektrum pränatal sonografisch an der Grenzzone zwischen Plazenta und Uteruswand erkannt werden, bei unklarem Befund ergänzt durch MRT oder Doppler.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.