Schulterdystokie

Prüfungsrelevanz: in 33 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 20

Synonyme
hoher Schultergeradstand, tiefer Schulterquerstand, Turtle sign
Fachgebiet
Geburtshilfe · Geburt & Wochenbett
Bilder
Mammographie/MRT 1 · Klinik 1 · Schema 1
Prüfungsrelevanz
33 von 197 Protokollen · Rang 20
In der App
2 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (3)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (3)

Schulterdystokie – Mammographie/MRT: Röntgen: beidseitige Klavikulafraktur als Komplikation einer SchulterdystokieMammographie/MRT
Röntgen: beidseitige Klavikulafraktur als Komplikation einer SchulterdystokieBild: Oliveira J, Abrantes A, Gouveia R, Oliveira G. — Clinical Medical Reviews and Case Reports 2016;3:119 · CC BY 4.0 · Quelle
Schulterdystokie – Klinik: Lösung des hinteren Arms am Geburtssimulator: Zeige- und Mittelfinger werden auf der Seite des fetalen Gesichts eingeführt
Lösung des hinteren Arms am Geburtssimulator: Zeige- und Mittelfinger werden auf der Seite des fetalen Gesichts eingeführtBild: Mottet N, Bonneaud M, Eckman-Lacroix A, Ramanah R, Riethmuller D. — BMC Pregnancy Childbirth 2017;17:139 (PMC5429558) · CC BY 4.0 · Quelle
Schulterdystokie – Schema: Warum die hintere Armlösung wirkt: der bisakromiale wird auf den akromio-thorakalen Durchmesser verkleinertSchema
Warum die hintere Armlösung wirkt: der bisakromiale wird auf den akromio-thorakalen Durchmesser verkleinertBild: Mottet N, Bonneaud M, Eckman-Lacroix A, Ramanah R, Riethmuller D. — BMC Pregnancy Childbirth 2017;17:139 (PMC5429558) · CC BY 4.0 · Quelle
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Definition

  • Eine Schulterdystokie liegt vor, wenn nach Kopfgeburt die Schultern Manöver erfordern.
  • Unterschieden werden hoher Schultergeradstand und tiefer Querstand; die gefährlichere Form ist der hohe Schultergeradstand.
  • Das Turtle-neck-Zeichen beschreibt das Zurückziehen des Kopfes an den Damm.
  • Bei der Schulterdystokie verkeilt sich nach Geburt des Kopfes die vordere Schulter hinter der Symphyse, seltener die hintere Schulter hinter dem Promontorium.
  • Kennzeichnend ist, dass die Schultern mit sanftem Zug nach unten nicht entwickelt werden können und zusätzliche geburtshilfliche Manöver nötig werden; als objektives Kriterium wird ein Kopf-Schulter-Intervall über 60 Sekunden genannt.

Vorkommen & Epidemiologie

Zahlen

  • Insgesamt tritt die Schulterdystokie bei 0,5–1 % aller vaginalen Geburten auf.
  • Das Wiederholungsrisiko liegt bei bei ca. 14 %.

Epidemiologie

  • Die Schulterdystokie tritt bei etwa 0,2 bis 3 % der vaginalen Geburten aus Schädellage auf.
  • Die Häufigkeit steigt mit dem Geburtsgewicht von etwa 0,3–1 % bei 2500 bis 4000 g auf 5–7 % bei 4000 bis 4500 g; dennoch betrifft mehr als die Hälfte der Fälle normalgewichtige Kinder.

Ätiopathogenese

Risikofaktoren

  • Dazu zählen Makrosomie, Diabetes, Adipositas, protrahierte Geburt.
  • Bei Diabetikerinnen ist das Risiko erhöht, weil der Rumpf überproportional wächst.

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Ursache ist ein im Verhältnis zum Geburtskanal zu großer Schulterdurchmesser (biakromialer Durchmesser).
  • Risikofaktoren sind fetale Makrosomie, mütterliche Adipositas, Diabetes mellitus, eine Schulterdystokie in einer früheren Schwangerschaft, eine Zangen- oder Saugglockengeburt sowie eine sehr rasche oder verlängerte Geburt.
  • Ein frühes Warnzeichen ist eine verlängerte Austreibungsperiode, besonders bei Kindern mit Risikofaktoren.

Klinik

Weitere Fakten aus den Lernfragen

  • Das Wiederholungsrisiko für eine Schulterdystokie wird mit etwa 14 Prozent angegeben.
  • Bei Schwangeren mit Diabetes mellitus kommt es häufig zu einem überproportionalen Wachstum des fetalen Rumpfes.
  • Dies führt zu breiteren Schultern und erhöht das Risiko für eine Schulterdystokie.
  • Durch die notwendigen Manöver und die verlängerte Austreibungsphase steigt das Risiko für die Mutter.
  • Zu den typischen mütterlichen Komplikationen zählen Uterusatonie und höhergradige Damm- oder Zervixrisse.
  • Obwohl Makrosomie ein wichtiger Risikofaktor ist, tritt die Mehrzahl der Schulterdystokien unerwartet auf.
  • Die meisten Fälle ereignen sich bei Kindern mit einem normalen Geburtsgewicht.
  • Ziel ist es, die vordere Schulter zu adduzieren und unter der Symphyse hindurch zu rotieren.
  • Der Kristeller-Handgriff und der Zug am Kopf sind bei einer Schulterdystokie ausdrücklich verboten.
  • Beide Manöver können die Einklemmung der Schulter (Impaktion) verstärken und zu schweren Verletzungen des kindlichen Plexus brachialis führen.

Klinik und Komplikationen

  • Der geborene Kopf kann sich gegen den Damm zurückziehen (Schildkrötenzeichen); dieses Zeichen zeigt allerdings nur ein Teil der Fälle.
  • Plexus-brachialis-Läsionen treten bei etwa 7–20 % der Schulterdystokien auf, häufiger rechts; am häufigsten ist die obere Plexuslähmung (Erb, C5–C6), seltener die untere (Klumpke, C8–Th1) oder eine komplette Lähmung; die meisten bilden sich innerhalb von 6–12 Monaten zurück, etwa 10 % der Erb-Lähmungen jedoch nicht.
  • Weitere kindliche Folgen sind Klavikula- und Humerusfrakturen, bei länger dauernder Dystokie fetale Gefährdung bis zu Asphyxie und Tod.
  • Mütterliche Komplikationen sind postpartale Blutung, Dammrisse, Verletzungen des Analsphinkters, Symphysensprengung und eine Neuropathie des N. cutaneus femoris lateralis.

Diagnostik

  • Die Schulterdystokie ist eine klinische Diagnose, die erst bei ihrem Eintreten gestellt wird: Der Kopf ist geboren, die vordere Schulter folgt trotz sanften Zugs nicht.
  • Das fetale Gewicht allein ist kein zuverlässiger Prädiktor.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Schulterdystokie mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 2 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. DocCheck Flexikon, Schulterdystokie

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.