Oligohydramnion

Prüfungsrelevanz: in 3 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 125

Synonyme
zu wenig Fruchtwasser
Fachgebiet
Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
Prüfungsrelevanz
3 von 197 Protokollen · Rang 125
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Definition
  2. Ätiopathogenese
  3. Klinik
  4. Diagnostik
  5. Weiterlernen in der App
  6. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  7. Querverweise

Definition

  • Das Oligohydramnion ist eine für das Gestationsalter verminderte Fruchtwassermenge, sonografisch definiert durch einen Fruchtwasserindex von höchstens 5 cm oder ein tiefstes vertikales Depot unter 2 cm.
  • Es ist Ausdruck einer zugrunde liegenden Störung und mit erhöhter neonataler Morbidität verbunden.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Häufigste Ursachen sind verminderte fetale Urinproduktion, uteroplazentare Insuffizienz und Fruchtwasserverlust nach Blasensprung; oft bleibt die Ursache unklar.
  • Eine uteroplazentare Insuffizienz entsteht etwa bei Präeklampsie, chronischer Hypertonie, Plazentalösung oder thrombophilen Erkrankungen; weitere Ursachen sind Übertragung, Wachstumsrestriktion und intrauteriner Fruchttod.

Klinik

Klinik und Komplikationen

  • Das Oligohydramnion selbst verursacht meist keine mütterlichen Beschwerden außer dem Gefühl verminderter Kindsbewegungen; der Uterus kann kleiner sein als nach dem Gestationsalter erwartet.
  • Komplikationen sind Wachstumsrestriktion, bei frühem Beginn Gliedmaßenkontrakturen und eine verzögerte oder unvollständige Lungenreifung, eine verminderte Toleranz des Fetus gegenüber Wehen und intrauteriner Fruchttod; das Risiko hängt von Fruchtwassermenge und Ursache ab.

Diagnostik

  • Die Fruchtwassermenge wird quantitativ über Fruchtwasserindex oder tiefstes Depot bestimmt; der Fruchtwasserindex führt eher zur Überdiagnose eines Oligohydramnions.
  • Zur Ursachenklärung gehören die Suche nach einem vorzeitigen Blasensprung, eine umfassende Sonografie auf Fehlbildungen und plazentare Ursachen, bei Hinweisen auf Fehlbildungen oder Aneuploidie eine Amniozentese mit Karyotypisierung und bei Wachstumsrestriktion die Dopplersonografie der A. umbilicalis.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Oligohydramnion mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Oligohydramnios (NCBI Bookshelf)
  2. MSD Manual (Profi-Ausgabe): Oligohydramnios

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.