Placenta-accreta-Spektrum
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- Synonyme
- Placenta accreta, Placenta increta, Placenta percreta, PAS
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Bilder
- Sonographie 1 · Klinik 1
- Prüfungsrelevanz
- 4 von 197 Protokollen · Rang 111
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Sonographie
Definition
- Das Placenta-accreta-Spektrum umfasst Plazentationsstörungen mit abnormer Invasion von Trophoblast in das Myometrium.
Einteilung
Begriffe
- Placenta accreta bedeutet eine Haftung der Zotten direkt am Myometrium, weil die Dezidua fehlt.
- Increta heißt Einwachsen in das Myometrium, percreta Durchwachsen der Serosa mit möglicher Beteiligung von Blase oder Parametrien.
- Der stärkste Risikofaktor ist die Kombination aus Placenta praevia und vorangegangener Sectio, mit steigender Zahl der Sectiones zunehmend.
- Nach der Tiefe der Invasion werden unterschieden: Placenta accreta (Zotten haften bei fehlender Dezidua direkt dem Myometrium an), increta (Zotten dringen tief in das Myometrium ein) und percreta (Zotten erreichen oder durchbrechen die Serosa).
- Die FIGO hat unter dem Oberbegriff PAS ein Graduierungssystem vorgeschlagen, das die bisherige kategoriale Einteilung ablöst.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Mit der steigenden Sectiorate hat auch die Häufigkeit zugenommen; eine US-Datenbankstudie fand für 1998 bis 2011 eine Placenta accreta bei 1 von 272 Geburten.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Vorherrschende Hypothese ist ein iatrogener Defekt der Endometrium-Myometrium-Grenze, der im Bereich einer Uterusnarbe die normale Dezidualisierung verhindert und eine abnorm tiefe Trophoblastinfiltration ermöglicht.
- Hauptrisikofaktor ist eine frühere Sectio in Kombination mit einer Placenta praevia; bei Placenta praevia steigt das Risiko mit der Zahl der Sectiones von 3 % (keine) über 11 %, 40 % und 61 % auf 67 % (vier und mehr).
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Das PAS geht mit erhöhter mütterlicher Morbidität und Mortalität einher; die Plazenta löst sich nach der Geburt des Kindes oft nicht innerhalb von 30 Minuten, und bei Lösungsversuchen kommt es typischerweise zu massiver Blutung.
Diagnostik
Sonozeichen
- Typisch sind Verlust der retroplazentaren echoarmen Zone, plazentare Lakunen („Schweizer Käse"), Ausdünnung des Myometriums und Unterbrechung der Blasenwandlinie.
- Im Farbdoppler fallen auf Hypervaskularisation an der Uterus-Blasen-Grenze und Bridging Vessels zwischen Plazenta und Umgebung.
- Die MRT kommt in Betracht bei Hinterwandsitz und unklarem Ultraschallbefund sowie zur Beurteilung der Ausdehnung.
- Die MRT hat eine hohe Sensitivität und Spezifität, ist der Sonografie bisher aber nicht überlegen; sie wird vor allem bei unklarem Ultraschallbefund eingesetzt.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.