Parvovirus B19 in der Schwangerschaft

Prüfungsrelevanz: in 10 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 66

Synonyme
Ringelröteln, Erythema infectiosum
Fachgebiet
Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
Bilder
Sonographie 1
Prüfungsrelevanz
10 von 197 Protokollen · Rang 66
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (1)

Parvovirus B19 in der Schwangerschaft – Sonographie: Doppler der A. cerebri media mit maximaler systolischer Geschwindigkeit von 1,91 MoM — Hinweis auf eine fetale Anämie (Foto: Yanase Y, Sirilert S, Jatavan P, Pomrop M, Phirom K, Tongsong …Sonographie
Doppler der A. cerebri media mit maximaler systolischer Geschwindigkeit von 1,91 MoM — Hinweis auf eine fetale Anämie (Foto: Yanase Y, Sirilert S, Jatavan P, Pomrop M, Phirom K, Tongsong …Bild: Yanase Y, Sirilert S, Jatavan P, Pomrop M, Phirom K, Tongsong T. (Journal of clinical medicine, 2025) · CC BY 4.0 · Quelle · Ausschnitt

Definition

Erreger und Klinik

  • Die Erkrankung heißt beim Kind: Ringelröteln, also Erythema infectiosum.
  • Typisch beim Kind: Wangenerythem, girlandenförmiges Exanthem.
  • Was das Virus angreift: erythroide Vorläuferzellen.
  • Deshalb droht dem Feten: aplastische Anämie, Hydrops fetalis.
  • Bei der Erwachsenen im Vordergrund: Arthralgien, grippaler Verlauf.
  • Ansteckend ist das Kind: vor Exanthemausbruch.
  • Die Parvovirus-B19-Infektion in der Schwangerschaft ist eine mütterliche Infektion mit dem Erreger der Ringelröteln (Erythema infectiosum), die transplazentar auf den Fetus übergehen kann.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Zu Beginn der Schwangerschaft sind je nach untersuchter Gruppe 34–65 % der Schwangeren nicht immun.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Das Virus wird über respiratorische Sekrete, Hand-Mund-Kontakt, Blutprodukte und transplazentar übertragen.
  • Fetale Gewebe, darunter blutbildende Zellen und Myokard, tragen den P-Antigen-Rezeptor des Virus, was vor allem Anämie und Hydrops erklärt.
  • Die Übertragungsrate auf den Fetus liegt bei 17–33 %.
  • Am stärksten gefährdet ist der Fetus im ersten und zweiten Trimenon; nach der 20. SSW liegt das Hydropsrisiko bei 1 % oder darunter.

Klinik

Klinik und Komplikationen

  • Bei immunkompetenten Erwachsenen verläuft die Infektion meist asymptomatisch oder mild; mütterlich können Erythema infectiosum, Arthropathie, Anämie und Thrombozytopenie auftreten.
  • Fetale Folgen sind Anämie, Thrombozytopenie, Myokarditis, Ergüsse, nicht-immunologischer Hydrops und intrauteriner Fruchttod; die meisten infizierten Feten bleiben jedoch ohne Folgen.

Diagnostik

Fetale Überwachung

  • Der entscheidende Messwert: PSV in der A. cerebri media (ACM).
  • Was ihn bei Anämie ansteigen lässt: geringere Blutviskosität.
  • Grenzwert für die Verdachtsdiagnose einer schweren Anämie: PSV-Anstieg über 1,5 MoM.
  • Weitere Zeichen im Ultraschall: Aszites, Ergüsse, Haut- & Plazentaödem.
  • Mütterlich beruht die Diagnose auf IgG- und IgM-Antikörpern; IgM ist ab Ende der ersten Infektionswoche nachweisbar.
  • Die fetale Infektion wird per PCR aus Fruchtwasser nachgewiesen.
  • Eine maximale systolische Flussgeschwindigkeit der A. cerebri media über 1,5 MoM spricht stark für eine mittelschwere bis schwere fetale Anämie.
  • Sonografische Hydropszeichen sind Aszites, Hautödem, Pleura- und Perikarderguss sowie Plazentaödem.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Parvovirus B19 in der Schwangerschaft mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 1 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. J Pers Med 2024: Parvovirus B19 Infection and Pregnancy: Review of the Current Knowledge (PubMed Central)
  2. DocCheck Flexikon, Ringelröteln

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.