Inflammatorisches Mammakarzinom
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- Synonyme
- Peau d’orange, inflammatorischer Brustkrebs
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Brust (Mamma)
- Bilder
- Klinik 2 · Sonographie 4
- Prüfungsrelevanz
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- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (6)

Sonographie
Sonographie
Sonographie
SonographieDefinition
- Klinisch-pathologische Sonderform des Mammakarzinoms mit Rötung und Ödem über mindestens ein Drittel der Brust, im TNM-System als T4d klassifiziert.
Einteilung
- Diagnosekriterien sind ein rascher Beginn von Rötung, Ödem, Orangenhaut oder Überwärmung mit oder ohne tastbaren Knoten, eine Anamnese von höchstens sechs Monaten, eine Rötung von mindestens einem Drittel der Brust und der histologische Nachweis eines invasiven Karzinoms.
- Die primäre Form entsteht in einer zuvor unauffälligen Brust, die sekundäre Form als entzündliche Hautveränderung bei bekanntem invasivem Karzinom.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Das inflammatorische Mammakarzinom macht in den USA je nach Quelle etwa 1–5 % der Mammakarzinome aus, verursacht aber etwa 7 % der brustkrebsbedingten Todesfälle.
- Es wird häufig in jüngerem Alter diagnostiziert und ist bei Schwarzen Frauen häufiger und früher als bei weißen Frauen.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- Die Ursache ist unbekannt; die Erkrankung ist bei Frauen mit Adipositas häufiger.
- Das typische Bild entsteht, weil Tumorzellen die Lymphgefäße der Haut verlegen; die meisten Tumoren sind invasiv-duktale Karzinome und häufig hormonrezeptornegativ.
Klinik
Abgrenzung zur Entzündung
- Das inflammatorische Mammakarzinom zeigt flächige Rötung über mindestens ein Drittel der Brust mit Ödem und Peau d'orange, typischerweise ohne Fieber.
- Gesichert wird das inflammatorische Karzinom durch eine Punchbiopsie der Haut mit Nachweis von Lymphgefäßinvasion, denn ein umschriebener Herd fehlt oft.
- Der Morbus Paget der Mamille ist eine intraepidermale Ausbreitung von Karzinomzellen und damit ein Karzinomhinweis, keine Dermatose.
- Die Symptome entwickeln sich rasch; die Brust ist gerötet, geschwollen, nimmt rasch an Größe zu und zeigt Orangenhaut, ein tastbarer Knoten fehlt meist.
- Hinzu kommen Schwere-, Brenn- oder Spannungsgefühl, eine eingezogene Mamille und vergrößerte Lymphknoten in der Axilla oder am Schlüsselbein.
- Bei Diagnose liegt mindestens ein Stadium IIIB vor; die meisten Patientinnen haben eine lokoregionäre Ausbreitung, bis zu 40 % bereits Fernmetastasen.
Diagnostik
Typische Bildbefunde
- Klinischer Befund (Inflammatorisches Mammakarzinom): Die Brust ist diffus flächig gerötet, deutlich vergrößert und überwärmt. Die Haut ist verdickt und grobporig eingezogen — das Bild der Orangenhaut; die Rötung betrifft mehr als ein Drittel der Brust und hat keinen umschriebenen Herd.
- Mammographisch finden sich häufig eine Hautverdickung (84–93 %), eine vermehrte Dichte (93 %) und axilläre Lymphknoten (24 %), sonographisch Hautverdickung, echoarme Nicht-Herd-Befunde, Verkalkungen und Lymphknotenbefall.
- Gesichert wird die Diagnose durch Stanzbiopsie, ergänzt durch eine Hautstanze aus dem am stärksten veränderten Areal; Tumorzellemboli in dermalen Lymphgefäßen sind typisch, für die Diagnose aber nicht erforderlich.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Brust (Mamma)
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.