HER2-positives Mammakarzinom
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- Synonyme
- HER2-positiv, HER2-low, HER2-Amplifikation
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Brust (Mamma)
- Bilder
- Sonographie 2
- Prüfungsrelevanz
- 38 von 197 Protokollen · Rang 15
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Sonographie
SonographieDefinition
- Mammakarzinom mit Amplifikation des HER2-Gens und/oder Überexpression des HER2-Proteins, eines transmembranären Tyrosinkinase-Rezeptors aus der HER-Familie der Wachstumsfaktorrezeptoren (HER1–4).
Einteilung
Molekulare Subtypen
- Luminal A: Ein Luminal-A-Karzinom ist hormonrezeptorpositiv, HER2-negativ, gut differenziert mit niedrigem Ki-67.
- Luminal B: Ein Luminal-B-Karzinom ist hormonrezeptorpositiv mit hohem Ki-67 oder schlechterem Grading, HER2 negativ oder positiv.
- Triple-negativ: Beim triple-negativen Mammakarzinom gilt: Östrogenrezeptor, Progesteronrezeptor und HER2 sind alle negativ.
- HER2-positive Tumoren können hormonrezeptorpositiv sein (Subtyp luminal B) oder hormonrezeptornegativ; Letztere bilden den HER2-positiven Subtyp (HER2-enriched).
- Als HER2-low gelten Tumoren mit immunhistochemischem Score 1+ oder 2+ ohne Amplifikation in der In-situ-Hybridisierung; sie enthalten etwas HER2-Protein, aber nicht genug für eine HER2-Positivität.
- HER2-low ist eine heterogene Gruppe; ob es eine eigenständige Entität darstellt, ist umstritten.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Etwa 15–20 % der Mammakarzinome sind HER2-positiv, etwa 40–60 % HER2-low, und 20–45 % zeigen keine HER2-Expression (Score 0).
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- Das HER2-Gen liegt auf Chromosom 17 (Bande q21); im Tumorgewebe können bis zu 25–50 Genkopien, eine bis zu 40- bis 100-fache Proteinmenge und bis zu 2 Millionen Rezeptoren an der Zelloberfläche vorliegen.
- HER2 bindet selbst keinen Liganden, sondern wird durch Homo- oder Heterodimerisierung mit den ligandgebundenen Rezeptoren HER1, HER3 und HER4 aktiviert und schaltet vor allem den MAPK- und den PI3K-Signalweg an.
- Diese Signalwege fördern Zellproliferation, Invasion und Angiogenese und schützen die Zellen vor Apoptose.
Klinik
Weitere Fakten aus den Lernfragen
- Das Grading nach Elston und Ellis ist ein etabliertes System zur Beurteilung der Aggressivität eines Mammakarzinoms.
- Es basiert auf der histologischen Bewertung der drei Kriterien Tubulusbildung, Kernpolymorphie und Mitoserate.
- Die Definition des triple-negativen Mammakarzinoms ist die fehlende Expression aller drei relevanten Rezeptoren.
- Es ist Östrogenrezeptor-negativ, Progesteronrezeptor-negativ und HER2-negativ.
- Der HER2-Status wird primär immunhistochemisch (IHC) bestimmt.
- Das invasiv lobuläre Karzinom wächst charakteristischerweise diffus und ist schwer abzugrenzen.
- Die HER2-Positivität verleiht dem Tumor ein aggressiveres Verhalten mit höherer Rezidivrate sowie kürzerem krankheitsfreiem und Gesamtüberleben.
- HER2-positive Karzinome wachsen eher schnell, schneller als Tumoren mit weniger HER2 (HER2-negativ oder HER2-low).
Diagnostik
- Der HER2-Status wird am Tumorgewebe bestimmt; klinisch validiert sind nur die Immunhistochemie für die Proteinexpression und die In-situ-Hybridisierung für den Genstatus.
- HER2-positiv ist ein Tumor mit immunhistochemischem Score 3+ oder mit Score 2+ und nachgewiesener Amplifikation in der In-situ-Hybridisierung; Score 2+ ohne Amplifikation, 1+ und 0 gelten als HER2-negativ.
- Präanalytische und analytische Einflüsse wie Gewebefixierung, Aufarbeitung, Färbetechnik und Auswertungskriterien bestimmen maßgeblich die Verlässlichkeit des Ergebnisses.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Brust (Mamma)
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.