Monochoriale Zwillingsschwangerschaft
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- Synonyme
- MoDi, MoMo, monoamniote Zwillinge
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Bilder
- Sonographie 1
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- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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SonographieDefinition
- Eine monochoriale Zwillingsschwangerschaft ist eine Zwillingsschwangerschaft mit einer gemeinsamen Plazenta; bis zu ein Drittel aller Zwillingsschwangerschaften ist monochorial.
Einteilung
- Unterschieden werden monochorial-diamniote (eine Plazenta, zwei Fruchthöhlen) und monochorial-monoamniote Zwillinge (eine Plazenta, eine Fruchthöhle).
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- Monochoriale Zwillinge sind monozygot; diamniote entstehen bei Teilung zwischen dem 3. und 8. Tag, monoamniote zwischen dem 8. und 13. Tag nach der Befruchtung.
- In nahezu allen monochorialen Plazenten verbinden Gefäßanastomosen beide fetalen Kreisläufe; deren Angioarchitektur bestimmt das Risikoprofil.
Klinik
Spezifika der Monochorionizität
- Spezifische Risiken bei monochorialer Anlage sind das fetofetale Transfusionssyndrom (FFTS), TAPS, die selektive Wachstumsrestriktion und die TRAP-Sequenz.
- Bei monoamnialer Anlage kommt als zusätzliches, ernstes Risiko die Nabelschnurverwicklung hinzu.
- Verstirbt ein Fetus bei monochorialer Anlage, kommt es über die Anastomosen zu einer akuten Transfusion in den verstorbenen Feten, was beim überlebenden Zwilling zu Hypotension mit Todesfolge oder neurologischer Schädigung führen kann.
- Etwa jede vierte bis fünfte monochoriale Zwillingsschwangerschaft entwickelt ein fetofetales Transfusionssyndrom.
Klinik und Komplikationen
- Nur bei Monochorionizität auftretende Komplikationen sind fetofetales Transfusionssyndrom (FFTS), Twin-Anemia-Polycythemia-Sequenz (TAPS), TRAP-Sequenz, Monoamnionizität und siamesische Zwillinge.
- Nach intrauterinem Tod eines Zwillings stirbt bei Monochorionizität in etwa 15 % auch der andere Zwilling, und bei etwa 34 % zeigt die postnatale Bildgebung des Gehirns Auffälligkeiten.
Diagnostik
- Sonografisch spricht das T-Zeichen für Monochorionizität, das Lambda-Zeichen für Dichorionizität; die Chorionizität lässt sich am besten im ersten Trimenon bestimmen.
- Nach Quintero liegt ein FFTS bei einem tiefsten Fruchtwasserdepot von höchstens 2 cm beim Spender und mindestens 8 cm beim Empfänger vor.
- Eine TAPS wird pränatal über diskordante Dopplerbefunde der A. cerebri media erkannt, etwa eine Spitzengeschwindigkeit von mindestens 1,5 MoM beim Spender und höchstens 0,8 MoM beim Empfänger.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.