Mekoniumhaltiges Fruchtwasser
Prüfungsrelevanz: in 1 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 171
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Geburt & Wochenbett
- Bilder
- Histologie & Zytologie 2
- Prüfungsrelevanz
- 1 von 197 Protokollen · Rang 171
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Histologie & Zytologie
Histologie & ZytologieDefinition
- Mekoniumhaltiges Fruchtwasser entsteht, wenn das Kind vor oder unter der Geburt Mekonium absetzt, den ersten Stuhl des Neugeborenen.
- Mekonium ist eine schwarzgrüne, sterile, zähe Masse aus Wasser, abgeschilferten Haut- und Darmzellen, Magen-Darm-Sekreten, Galle, Schleim, Lanugohaaren, Vernix und Fruchtwasser.
- Das Mekoniumaspirationssyndrom ist eine Atemstörung des Neugeborenen bei mekoniumhaltigem Fruchtwasser, wenn sich die Atemsymptome nicht anders erklären lassen.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Mekoniumhaltiges Fruchtwasser findet sich bei 4 bis 22 Prozent aller Geburten, jenseits von 42 Wochen bei bis zu 23 bis 52 Prozent.
- Nur 3 bis 12 Prozent der Kinder mit mekoniumhaltigem Fruchtwasser entwickeln ein Mekoniumaspirationssyndrom.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Vor der 34. Woche ist Mekonium im Fruchtwasser selten, da Peristaltik und Motilinspiegel gering sind und der Analsphinkter gut schließt; das Mekoniumaspirationssyndrom betrifft daher vor allem reife und übertragene Neugeborene.
- Bei einem Frühgeborenen ist Mekoniumabgang nie als normal anzusehen.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Zur Atemnot tragen Zytokinfreisetzung, Atemwegsobstruktion, verminderte Surfactantbildung und Surfactant-Inaktivierung sowie eine chemische Pneumonitis bei.
- Eine vollständige Bronchusobstruktion führt zu Atelektasen, eine teilweise über einen Ventilmechanismus zu Air trapping mit Überblähung und Luftleck wie Pneumothorax oder Pneumomediastinum.
- Die persistierende pulmonale Hypertonie des Neugeborenen kann letztlich die lebensbedrohlichere Komplikation sein.
- Klinisch zeigen sich Tachypnoe, Nasenflügeln, Einziehungen, Zyanose oder Sättigungsabfall, Rasselgeräusche und Giemen.
Diagnostik
- Der Verdacht entsteht bei Atemnot nach Geburt aus mekoniumhaltigem Fruchtwasser; eine gelbgrüne Verfärbung von Nabelschnur, Nagelbetten oder Haut zeigt eine mehrstündige Mekoniumexposition an, ist aber nicht beweisend.
- Bestätigt wird die Diagnose durch das Röntgenbild des Thorax mit Überblähung, wechselnden Atelektasen, fleckig-streifigen Verdichtungen und abgeflachtem Zwerchfell.
Weiterlernen in der App
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.