Nabelschnurvorfall
Prüfungsrelevanz: in 4 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 111
- Synonyme
- Nabelschnurvorliegen, Funiculus praevius
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Geburt & Wochenbett
- Bilder
- Schema 1
- Prüfungsrelevanz
- 4 von 197 Protokollen · Rang 111
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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SchemaDefinition
- Ein Nabelschnurvorfall liegt vor, wenn NS nach Blasensprung vor dem vorangehenden Teil; bei stehender Blase spricht man von einem Nabelschnurvorliegen.
- Im CTG zeigt sich typischerweise plötzliche prolongierte/schwere variable Dezelerationen.
- Beim Nabelschnurvorfall tritt die Nabelschnur vor dem vorangehenden Kindsteil durch den Muttermund; er ist ein seltener geburtshilflicher Notfall mit hoher fetaler Morbidität und Mortalität.
Einteilung
- Liegt die Nabelschnur unabhängig vom Zustand der Fruchtblase zwischen vorangehendem Teil und Zervix, spricht man von Nabelschnurvorliegen; für einen Vorfall ist das Tiefertreten der Nabelschnur durch die Zervix entscheidend.
- Beim offenen Vorfall liegt die Nabelschnur vor dem vorangehenden Teil und kann aus der Scheide heraustreten, beim okkulten Vorfall liegt sie neben ihm innerhalb des Uterus und wird oft von Schulter oder Kopf komprimiert.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die Gesamtinzidenz wird mit 0,1–0,6 % angegeben, höher bei Nicht-Schädellagen, Mehrlingen und früherem Gestationsalter; über die Jahrzehnte ist sie deutlich gesunken.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Risikofaktoren sind Lageanomalien besonders bei Mehrgebärenden, Polyhydramnion, Mehrlingsschwangerschaften (besonders der zweite Zwilling), vorzeitige Wehen und vorzeitiger Blasensprung; ein offener Vorfall ist bei Beckenend- und Querlage häufiger und tritt bei Schädellage vor allem nach Blasensprung bei noch nicht eingetretenem Kopf auf.
Diagnostik
- Die Diagnose wird gestellt, wenn die vorgefallene Nabelschnur in oder vor der Scheide gesehen oder getastet wird, zusammen mit auffälligen fetalen Herzfrequenzmustern.
- Andere Ursachen einer plötzlichen fetalen Bradykardie wie mütterliche Hypotonie, Plazentalösung oder Uterusruptur werden abgegrenzt.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.