Hypothalamische Amenorrhö

Prüfungsrelevanz: in 2 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 144

Fachgebiet
Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
Prüfungsrelevanz
2 von 197 Protokollen · Rang 144
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Definition
  2. Einteilung
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Definition

  • Die funktionelle hypothalamische Amenorrhö ist eine chronische Anovulation mit Ausbleiben der Menstruation ohne erkennbare organische Ursache, bedingt durch eine gestörte pulsatile Sekretion des hypothalamischen Gonadotropin-Releasing-Hormons.

Einteilung

  • Unterschieden werden drei Formen: gewichtsverlustbedingte, stressbedingte und belastungsbedingte hypothalamische Amenorrhö.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Sie gehört zu den häufigsten Ursachen der sekundären Amenorrhö und macht etwa 20–35 % dieser Fälle aus.
  • Bei Sportlerinnen ist sie häufiger; Sportarten wie Ballett, Laufen oder Turnen begünstigen eine geringe Energieverfügbarkeit.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Auslöser sind Kalorienrestriktion und Gewichtsverlust, exzessive körperliche Belastung und psychischer Stress; bei Sportlerinnen entsteht eine geringe Energieverfügbarkeit, wenn der Energieverbrauch die Energiezufuhr übersteigt.
  • Beteiligt sind eine gesteigerte Aktivität der Stressachse mit erhöhter Cortisolsekretion sowie erniedrigte Leptin- und erhöhte Ghrelinspiegel.

Klinik

  • Im Vordergrund stehen Anovulation und ein ausgeprägter Östrogenmangel; die verminderte Knochendichte mit Osteopenie und Osteoporose gilt als wichtigste Langzeitfolge.
  • Bei Sportlerinnen kann die Female Athlete Triad aus gestörtem Essverhalten, Amenorrhö und verminderter Knochendichte bis zur Osteoporose vorliegen.

Diagnostik

  • Es handelt sich um eine Ausschlussdiagnose, die den Ausschluss genetischer und organischer Ursachen voraussetzt.
  • Zur Basisdiagnostik gehören ein Schwangerschaftstest sowie FSH, LH, Östradiol, AMH, Prolaktin, TSH und freies T4; typisch sind ein niedriges bis niedrig-normales LH, ein normales FSH und erniedrigte Östradiol- und Progesteronspiegel.
  • Ein Gestagentest dient der Abschätzung der Östrogenwirkung am Endometrium und der Durchgängigkeit des Ausflusstrakts.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Hypothalamische Amenorrhö mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. Functional hypothalamic amenorrhea and its influence on women's health (J Endocrinol Invest 2014, PubMed Central)
  2. Neuroendocrine disturbances in women with functional hypothalamic amenorrhea: an update and future directions (Endocrine 2024, PubMed Central)
  3. MSD Manual Professional: Amenorrhea

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.