Ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS)

Fachgebiet
Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
Bilder
Sonographie 2
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (2)

Ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS) – Sonographie: beidseits vergrößerte, follikelreiche Ovarien bei mildem OHSSSonographie
beidseits vergrößerte, follikelreiche Ovarien bei mildem OHSSBild: Mikael Häggström (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle
Ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS) – Sonographie: freie Flüssigkeit im Douglas-Raum (bei mildem OHSS)Sonographie
freie Flüssigkeit im Douglas-Raum (bei mildem OHSS)Bild: Mikael Häggström (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle
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Definition

  • Das ovarielle Überstimulationssyndrom ist eine potenziell lebensbedrohliche iatrogene Komplikation der ovariellen Stimulation, bei der die Ovarien stark anschwellen und Flüssigkeit in Bauch- und Brustraum austritt.

Einteilung

  • Man unterscheidet leichte, mittelschwere, schwere und kritische Formen; die leichte Form mit vergrößerten Ovarien, Bauchspannen und leichten Bauchschmerzen ist am häufigsten.
  • Schwere Formen zeigen klinischen Aszites mit oder ohne Hydrothorax, Hyperkaliämie, Hyponatriämie, Oligurie und eine Hämokonzentration mit Hämatokrit über 45 %; kritische Formen gehen mit Hämatokrit über 55 %, Oligurie oder Anurie, Thromboembolien oder akutem Atemnotsyndrom einher.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Ein OHSS betrifft etwa 3–6 % der Frauen im Rahmen assistierter Reproduktion; nach Gonadotropinstimulation werden je nach Quelle und Definition auch 10–20 % angegeben, schwere Verläufe sind selten.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Meist geht eine Stimulation mit Gonadotropinen voraus, nach rein oraler Stimulation ist ein OHSS selten; hCG als Ovulationsauslöser und eine Schwangerschaft im selben Zyklus erhöhen das Risiko.
  • hCG fördert die ovarielle Bildung von VEGF, das die Kapillarpermeabilität steigert; es kommt zur Verschiebung intravasalen Volumens in den Extravasalraum mit Aszites, Hämokonzentration und Hypovolämie, und der Schweregrad korreliert mit den VEGF-Spiegeln.
  • Risikofaktoren sind ein Alter unter 35 Jahren, polyzystisches Ovarsyndrom, niedriges Körpergewicht, sehr hohe Östrogenspiegel und eine ungewöhnlich hohe Zahl an Follikeln.

Klinik

  • Leichte Formen zeigen Bauchspannen, leichte Bauchschmerzen und Gewichtszunahme; schwere Formen gehen mit starken Bauchschmerzen, Zunahme des Bauchumfangs, raschem Gewichtsanstieg, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen und verminderter Urinausscheidung einher.
  • Lebensbedrohliche Komplikationen sind Thromboembolien, akutes Nierenversagen, akutes Atemnotsyndrom und schwere Elektrolytstörungen; zudem kann es zur Ovarialtorsion kommen.

Diagnostik

  • Laborchemisch finden sich eine Hämokonzentration mit erhöhtem Hämatokrit, Leukozytose, Hyponatriämie, Hyperkaliämie, erhöhtes Kreatinin und Zeichen einer Leberfunktionsstörung.
  • Abdominal- oder Vaginalsonografie und Röntgen-Thorax zeigen vergrößerte Ovarien, Aszites und Pleuraergüsse.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. MedlinePlus Medical Encyclopedia: Ovarian hyperstimulation syndrome (U.S. National Library of Medicine)
  2. Ovarian Hyperstimulation Syndrome (OHSS): A Narrative Review and Legal Implications (J Pers Med 2024, PubMed Central)
  3. MSD Manual Professional: Ovulatory Dysfunction

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.