Ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS)
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
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- Sonographie 2
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Definition
- Das ovarielle Überstimulationssyndrom ist eine potenziell lebensbedrohliche iatrogene Komplikation der ovariellen Stimulation, bei der die Ovarien stark anschwellen und Flüssigkeit in Bauch- und Brustraum austritt.
Einteilung
- Man unterscheidet leichte, mittelschwere, schwere und kritische Formen; die leichte Form mit vergrößerten Ovarien, Bauchspannen und leichten Bauchschmerzen ist am häufigsten.
- Schwere Formen zeigen klinischen Aszites mit oder ohne Hydrothorax, Hyperkaliämie, Hyponatriämie, Oligurie und eine Hämokonzentration mit Hämatokrit über 45 %; kritische Formen gehen mit Hämatokrit über 55 %, Oligurie oder Anurie, Thromboembolien oder akutem Atemnotsyndrom einher.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Ein OHSS betrifft etwa 3–6 % der Frauen im Rahmen assistierter Reproduktion; nach Gonadotropinstimulation werden je nach Quelle und Definition auch 10–20 % angegeben, schwere Verläufe sind selten.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- Meist geht eine Stimulation mit Gonadotropinen voraus, nach rein oraler Stimulation ist ein OHSS selten; hCG als Ovulationsauslöser und eine Schwangerschaft im selben Zyklus erhöhen das Risiko.
- hCG fördert die ovarielle Bildung von VEGF, das die Kapillarpermeabilität steigert; es kommt zur Verschiebung intravasalen Volumens in den Extravasalraum mit Aszites, Hämokonzentration und Hypovolämie, und der Schweregrad korreliert mit den VEGF-Spiegeln.
- Risikofaktoren sind ein Alter unter 35 Jahren, polyzystisches Ovarsyndrom, niedriges Körpergewicht, sehr hohe Östrogenspiegel und eine ungewöhnlich hohe Zahl an Follikeln.
Klinik
- Leichte Formen zeigen Bauchspannen, leichte Bauchschmerzen und Gewichtszunahme; schwere Formen gehen mit starken Bauchschmerzen, Zunahme des Bauchumfangs, raschem Gewichtsanstieg, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen und verminderter Urinausscheidung einher.
- Lebensbedrohliche Komplikationen sind Thromboembolien, akutes Nierenversagen, akutes Atemnotsyndrom und schwere Elektrolytstörungen; zudem kann es zur Ovarialtorsion kommen.
Diagnostik
- Laborchemisch finden sich eine Hämokonzentration mit erhöhtem Hämatokrit, Leukozytose, Hyponatriämie, Hyperkaliämie, erhöhtes Kreatinin und Zeichen einer Leberfunktionsstörung.
- Abdominal- oder Vaginalsonografie und Röntgen-Thorax zeigen vergrößerte Ovarien, Aszites und Pleuraergüsse.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.

