Pubertas praecox und Pubertas tarda

Fachgebiet
Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
Bilder
Mammographie/MRT 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (1)

Pubertas praecox und Pubertas tarda – Mammographie/MRT: MRT (T1, sagittal): Hamartom des Hypothalamus (Pfeilspitzen) am Boden des III. Ventrikels – typische Ursache einer zentralen Pubertas praecoxMammographie/MRT
MRT (T1, sagittal): Hamartom des Hypothalamus (Pfeilspitzen) am Boden des III. Ventrikels – typische Ursache einer zentralen Pubertas praecoxBild: The Armed Forces Institute of Pathology (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle · Ausschnitt

Definition

  • Pubertas praecox bezeichnet das Auftreten sekundärer Geschlechtsmerkmale bei Mädchen vor dem Alter von 8 Jahren.
  • Pubertas tarda liegt bei Mädchen vor, wenn bis zum Alter von 13 Jahren keine Brustentwicklung einsetzt, zwischen Thelarche und Menarche mehr als 3 Jahre vergehen oder bis zum Alter von 15 Jahren keine Menarche eintritt; die Grenzwerte für die beiden letzten Kriterien werden in der Literatur nicht einheitlich angegeben.

Einteilung

  • Bei der Pubertas praecox unterscheidet man die häufigere zentrale, gonadotropinabhängige von der peripheren, gonadotropinunabhängigen Form; prämature Thelarche und prämature Adrenarche sind gutartige, nicht progrediente Normvarianten.
  • Bei der Pubertas tarda unterscheidet man die konstitutionelle Entwicklungsverzögerung, den funktionellen und permanenten hypogonadotropen sowie den hypergonadotropen Hypogonadismus.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Eine echte Pubertas praecox betrifft etwa 0,2 % der Mädchen.
  • In den letzten Jahrzehnten hat sich der Pubertätsbeginn vor allem bei Mädchen vorverlagert, wahrscheinlich durch zunehmende Adipositas im Kindesalter und Umweltfaktoren.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Bei Mädchen mit zentraler Pubertas praecox lässt sich meist keine Ursache finden; intrakranielle Läsionen wie Hamartome oder andere Tumoren der Hypothalamusregion sind selten.
  • Periphere Formen beruhen auf Sexualhormonen aus Gonaden, Nebennieren oder exogenen Quellen; östrogene Effekte gehen am häufigsten auf follikuläre Ovarialzysten zurück, seltener auf Granulosa-Theka-Zell-Tumoren oder das McCune-Albright-Syndrom, ein Androgenüberschuss am häufigsten auf ein adrenogenitales Syndrom mit 21-Hydroxylase-Mangel.
  • Ursachen der Pubertas tarda sind chronische Erkrankungen, Mangelernährung und Essstörungen, exzessive körperliche Aktivität, das Kallmann-Syndrom mit Hyp- oder Anosmie sowie Chromosomenstörungen wie das Turner-Syndrom.

Klinik

  • Bei Pubertas praecox führt ein früher Wachstumsschub über einen vorzeitigen Epiphysenschluss zu verminderter Endgröße; zudem können psychosoziale Probleme auftreten.

Diagnostik

  • Für eine zentrale Form spricht ein pubertäres LH im Morgenserum, gemessen mit einem hochsensitiven Assay, bzw. ein pubertärer LH-Anstieg im Stimulationstest.
  • Ein Röntgenbild der linken Hand zeigt eine beschleunigte Skelettreifung; die MRT des Schädels dient dem Ausschluss intrakranieller Ursachen.
  • Bei Pubertas tarda weisen erhöhte Gonadotropine auf eine primäre Gonadeninsuffizienz hin; Knochenalter und bei erhöhten Gonadotropinen eine Karyotypisierung, etwa auf ein Turner-Syndrom, ergänzen die Abklärung.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Pubertas praecox und Pubertas tarda mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Precocious Puberty (NCBI Bookshelf)
  2. MSD Manual Professional: Precocious Puberty
  3. MSD Manual Professional: Delayed Puberty

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.