Turner-Syndrom

Fachgebiet
Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
Bilder
Sonographie 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (1)

Turner-Syndrom – Sonographie: Nicht-septiertes Hygroma colli mit Hydrops (8+1 SSW, Turner-Syndrom)Sonographie
Nicht-septiertes Hygroma colli mit Hydrops (8+1 SSW, Turner-Syndrom)Bild: Podobnik P, Meštrović T, Podobnik M, Lončar I, Bertović-Žunec I, Kurdija K, Jelčić D, Srebreniković Z, Podobnik-Šarkanji S. (Genes, 2025) · CC BY 4.0 · Quelle · Ausschnitt

Definition

  • Das Turner-Syndrom ist eine Chromosomenstörung bei Personen mit weiblichem Phänotyp, bei denen ein normales X-Chromosom vorhanden ist und das zweite Geschlechtschromosom fehlt oder strukturell verändert ist.

Einteilung

  • Etwa 45 % der Betroffenen haben den Karyotyp 45,X, die meisten übrigen ein Mosaik (z. B. 45,X/46,XX); daneben kommen Ring- und Isochromosomen des X sowie Mosaike mit Y-chromosomaler Zelllinie vor.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Das Turner-Syndrom tritt bei etwa 1 von 2000 bis 2500 weiblichen Neugeborenen auf; etwa 99 % der 45,X-Konzeptionen enden in einem Spontanabort.
  • Die meisten Fälle sind nicht vererbt, sondern entstehen durch eine zufällige Fehlverteilung bei der Keimzellbildung oder bei frühen Zellteilungen des Embryos.

Klinik

  • Leitsymptome sind Kleinwuchs und eine Ovarialinsuffizienz mit verzögerter oder ausbleibender Pubertät und meist primärer Amenorrhö; die Ovarien sind fast immer durch Bindegewebsstränge (Streak-Gonaden) ersetzt.
  • Nur 15–40 % der Jugendlichen durchlaufen eine spontane Pubertät und nur 2–10 % eine spontane Menarche.
  • Typische Befunde sind Lymphödeme an Hand- und Fußrücken beim Neugeborenen, Pterygium colli, tiefer Nackenhaaransatz, breiter Thorax mit weit auseinanderstehenden Mamillen, Cubitus valgus und verkürzte vierte Mittelhand- und Mittelfußknochen.
  • Angeborene Herzfehler finden sich bei etwa der Hälfte der Betroffenen, vor allem bikuspide Aortenklappe und Aortenisthmusstenose; eine Aortendilatation kann zur seltenen, aber oft tödlichen Aortendissektion führen.
  • Häufig sind zudem Fehlbildungen von Nieren und Harnwegen (18–60 %, v. a. Hufeisenniere), Hörstörungen sowie Autoimmunerkrankungen wie Autoimmunthyreoiditis und Zöliakie.

Diagnostik

  • Pränatal können eine erhöhte Nackentransparenz, ein zystisches Hygrom oder linksseitige Herzfehler auffallen.
  • Grundlage der Diagnose ist eine Chromosomenanalyse mit Auszählung von mindestens 30 Metaphasen, die ein Mosaik ab etwa 10 % erkennt; laborchemisch besteht infolge der Gonadendysgenesie ein hypergonadotroper Hypogonadismus.
  • Der Nachweis von Y-chromosomalem Material ist bedeutsam, da er mit einem erhöhten Risiko für Gonadentumoren, insbesondere Gonadoblastome, einhergeht.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Turner-Syndrom mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. MSD Manual Professional: Turner Syndrome
  2. MedlinePlus Genetics: Turner syndrome (U.S. National Library of Medicine)
  3. Clinical practice guidelines for the care of girls and women with Turner syndrome (Eur J Endocrinol 2024, PubMed Central)

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.