Turner-Syndrom
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
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- Sonographie 1
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Definition
- Das Turner-Syndrom ist eine Chromosomenstörung bei Personen mit weiblichem Phänotyp, bei denen ein normales X-Chromosom vorhanden ist und das zweite Geschlechtschromosom fehlt oder strukturell verändert ist.
Einteilung
- Etwa 45 % der Betroffenen haben den Karyotyp 45,X, die meisten übrigen ein Mosaik (z. B. 45,X/46,XX); daneben kommen Ring- und Isochromosomen des X sowie Mosaike mit Y-chromosomaler Zelllinie vor.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Das Turner-Syndrom tritt bei etwa 1 von 2000 bis 2500 weiblichen Neugeborenen auf; etwa 99 % der 45,X-Konzeptionen enden in einem Spontanabort.
- Die meisten Fälle sind nicht vererbt, sondern entstehen durch eine zufällige Fehlverteilung bei der Keimzellbildung oder bei frühen Zellteilungen des Embryos.
Klinik
- Leitsymptome sind Kleinwuchs und eine Ovarialinsuffizienz mit verzögerter oder ausbleibender Pubertät und meist primärer Amenorrhö; die Ovarien sind fast immer durch Bindegewebsstränge (Streak-Gonaden) ersetzt.
- Nur 15–40 % der Jugendlichen durchlaufen eine spontane Pubertät und nur 2–10 % eine spontane Menarche.
- Typische Befunde sind Lymphödeme an Hand- und Fußrücken beim Neugeborenen, Pterygium colli, tiefer Nackenhaaransatz, breiter Thorax mit weit auseinanderstehenden Mamillen, Cubitus valgus und verkürzte vierte Mittelhand- und Mittelfußknochen.
- Angeborene Herzfehler finden sich bei etwa der Hälfte der Betroffenen, vor allem bikuspide Aortenklappe und Aortenisthmusstenose; eine Aortendilatation kann zur seltenen, aber oft tödlichen Aortendissektion führen.
- Häufig sind zudem Fehlbildungen von Nieren und Harnwegen (18–60 %, v. a. Hufeisenniere), Hörstörungen sowie Autoimmunerkrankungen wie Autoimmunthyreoiditis und Zöliakie.
Diagnostik
- Pränatal können eine erhöhte Nackentransparenz, ein zystisches Hygrom oder linksseitige Herzfehler auffallen.
- Grundlage der Diagnose ist eine Chromosomenanalyse mit Auszählung von mindestens 30 Metaphasen, die ein Mosaik ab etwa 10 % erkennt; laborchemisch besteht infolge der Gonadendysgenesie ein hypergonadotroper Hypogonadismus.
- Der Nachweis von Y-chromosomalem Material ist bedeutsam, da er mit einem erhöhten Risiko für Gonadentumoren, insbesondere Gonadoblastome, einhergeht.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Endokrinologie & Zyklus
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.
