Prämature Ovarialinsuffizienz (POI)
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
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- Histologie & Zytologie 1
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Histologie & ZytologieDefinition
- Die prämature Ovarialinsuffizienz ist ein Verlust der Ovarialfunktion vor dem 40. Lebensjahr mit Amenorrhö, niedrigem Östradiol und erhöhtem FSH.
- Da das Ausmaß der Funktionseinschränkung im Verlauf schwanken kann, ist der frühere Begriff vorzeitiges Ovarialversagen weitgehend verlassen worden.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die Prävalenz der nicht-iatrogenen POI wird in älteren Studien mit etwa 1 %, in neueren Publikationen mit etwa 3,5 % angegeben.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- Häufig bleibt die Ursache unklar: Der Anteil idiopathischer Fälle wird auf etwa 39–67 % geschätzt, genetischer Ursachen auf 10–30 %, autoimmuner auf 5–17 % und iatrogener auf 6–47 %.
- Genetische Ursachen sind z. B. das Turner-Syndrom und die FMR1-Prämutation; assoziiert sind Autoimmunerkrankungen wie Morbus Addison, Hashimoto-Thyreoiditis und Typ-1-Diabetes.
- Weitere Ursachen sind iatrogene gonadotoxische Einflüsse, Stoffwechselstörungen wie die Galaktosämie sowie Infektionen wie Mumps oder Tuberkulose.
Klinik
- Leitsymptom ist die primäre oder sekundäre Amenorrhö, teils mit unregelmäßigen Blutungen, häufig mit Östrogenmangelbeschwerden wie Hitzewallungen, Scheidentrockenheit und Libidominderung.
- Der Östrogenmangel vermindert die Knochendichte mit erhöhtem Frakturrisiko und erhöht das kardiovaskuläre Risiko; spontane Schwangerschaften sind möglich, treten aber nur bei etwa 5–10 % der Betroffenen ein.
Diagnostik
- Nach der ESHRE-Leitlinie 2024 sind Zyklusstörungen (Amenorrhö oder unregelmäßige Zyklen) über mindestens 4 Monate und ein erhöhtes FSH über 25 IU/l diagnostisch; bei unklarem Befund wird das FSH nach 4–6 Wochen erneut bestimmt.
- Andere Ursachen einer sekundären Amenorrhö wie Schwangerschaft und Hypothyreose werden zuvor ausgeschlossen.
- AMH ist kein primärer Diagnosetest, kann die Diagnose aber bei uneindeutigem FSH stützen; bei nicht-iatrogener POI gehören eine Chromosomenanalyse, etwa zum Nachweis eines Turner-Syndroms, und eine FMR1-Testung zur Abklärung.
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Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Endokrinologie & Zyklus
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.