Prämature Ovarialinsuffizienz (POI)

Fachgebiet
Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
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Histologie & Zytologie 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

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Prämature Ovarialinsuffizienz (POI) – Histologie & Zytologie: Karyogramm (G-Bänderung): Turner-Syndrom-Variante 46,X,i(X)(q10) – ein normales X und ein Isochromosom des langen X-Arms (rot umrandet, Pfeil); chromosomale Ursache der prämaturen …Histologie & Zytologie
Karyogramm (G-Bänderung): Turner-Syndrom-Variante 46,X,i(X)(q10) – ein normales X und ein Isochromosom des langen X-Arms (rot umrandet, Pfeil); chromosomale Ursache der prämaturen …Bild: Saideekshit T, S N MS, Govindan S, Prakash S, Radhika M (Cureus 2024) (Wikimedia Commons) · CC BY 4.0 · Quelle · Ausschnitt

Definition

  • Die prämature Ovarialinsuffizienz ist ein Verlust der Ovarialfunktion vor dem 40. Lebensjahr mit Amenorrhö, niedrigem Östradiol und erhöhtem FSH.
  • Da das Ausmaß der Funktionseinschränkung im Verlauf schwanken kann, ist der frühere Begriff vorzeitiges Ovarialversagen weitgehend verlassen worden.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Die Prävalenz der nicht-iatrogenen POI wird in älteren Studien mit etwa 1 %, in neueren Publikationen mit etwa 3,5 % angegeben.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Häufig bleibt die Ursache unklar: Der Anteil idiopathischer Fälle wird auf etwa 39–67 % geschätzt, genetischer Ursachen auf 10–30 %, autoimmuner auf 5–17 % und iatrogener auf 6–47 %.
  • Genetische Ursachen sind z. B. das Turner-Syndrom und die FMR1-Prämutation; assoziiert sind Autoimmunerkrankungen wie Morbus Addison, Hashimoto-Thyreoiditis und Typ-1-Diabetes.
  • Weitere Ursachen sind iatrogene gonadotoxische Einflüsse, Stoffwechselstörungen wie die Galaktosämie sowie Infektionen wie Mumps oder Tuberkulose.

Klinik

  • Leitsymptom ist die primäre oder sekundäre Amenorrhö, teils mit unregelmäßigen Blutungen, häufig mit Östrogenmangelbeschwerden wie Hitzewallungen, Scheidentrockenheit und Libidominderung.
  • Der Östrogenmangel vermindert die Knochendichte mit erhöhtem Frakturrisiko und erhöht das kardiovaskuläre Risiko; spontane Schwangerschaften sind möglich, treten aber nur bei etwa 5–10 % der Betroffenen ein.

Diagnostik

  • Nach der ESHRE-Leitlinie 2024 sind Zyklusstörungen (Amenorrhö oder unregelmäßige Zyklen) über mindestens 4 Monate und ein erhöhtes FSH über 25 IU/l diagnostisch; bei unklarem Befund wird das FSH nach 4–6 Wochen erneut bestimmt.
  • Andere Ursachen einer sekundären Amenorrhö wie Schwangerschaft und Hypothyreose werden zuvor ausgeschlossen.
  • AMH ist kein primärer Diagnosetest, kann die Diagnose aber bei uneindeutigem FSH stützen; bei nicht-iatrogener POI gehören eine Chromosomenanalyse, etwa zum Nachweis eines Turner-Syndroms, und eine FMR1-Testung zur Abklärung.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Prämature Ovarialinsuffizienz (POI) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. Evidence-based guideline: premature ovarian insufficiency (Hum Reprod Open 2024, PubMed Central)
  2. MSD Manual Professional: Primary Ovarian Insufficiency
  3. StatPearls: Primary Ovarian Insufficiency (NCBI Bookshelf)

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.