Sterilität der Frau

Prüfungsrelevanz: in 17 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 39

Synonyme
Unfruchtbarkeit, Infertilität, unerfüllter Kinderwunsch, Tubenfaktor
Fachgebiet
Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
Bilder
Mammographie/MRT 1 · Histologie & Zytologie 1 · Schema 1
Prüfungsrelevanz
17 von 197 Protokollen · Rang 39
In der App
2 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (3)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (3)

Sterilität der Frau – Mammographie/MRT: Hysterosalpingographie: intrauterine Adhäsionen (Asherman-Syndrom) als Füllungsdefekt im Cavum uteri (rote Klammer), beide Tuben dargestelltMammographie/MRT
Hysterosalpingographie: intrauterine Adhäsionen (Asherman-Syndrom) als Füllungsdefekt im Cavum uteri (rote Klammer), beide Tuben dargestelltBild: Floranerolia (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle · Ausschnitt
Sterilität der Frau – Histologie & Zytologie: Histologie (HE): Salpingitis isthmica nodosa – knotige Verdickung des Tubenisthmus mit divertikelartigen Epithelgängen in der Muskelwand, tubarer SterilitätsfaktorHistologie & Zytologie
Histologie (HE): Salpingitis isthmica nodosa – knotige Verdickung des Tubenisthmus mit divertikelartigen Epithelgängen in der Muskelwand, tubarer SterilitätsfaktorBild: Nephron (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Sterilität der Frau – Schema: Schema: Hydrosalpinx – distal verschlossene, sackförmig flüssigkeitsgefüllte Tube (links im Bild) als tubarer SterilitätsfaktorSchema
Schema: Hydrosalpinx – distal verschlossene, sackförmig flüssigkeitsgefüllte Tube (links im Bild) als tubarer SterilitätsfaktorBild: BruceBlaus (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle · Ausschnitt
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Definition

Wann man überhaupt untersucht

  • Definition der Sterilität: ausbleibende Konzeption >12 Monate.
  • Ab welchem Alter man früher einsteigt: ab 35 Jahren (sinkende Eizellreserve).
  • Primäre gegen sekundäre Sterilität: primär: noch nie eine Schwangerschaft.
  • Was auf keinen Fall fehlen darf: frühzeitige Einbeziehung des Partners.
  • Sterilität bezeichnet das Ausbleiben einer Schwangerschaft trotz regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs über 12 Monate bzw. über 6 Monate bei Frauen über 35 Jahren.
  • Bei häufigem ungeschütztem Geschlechtsverkehr tritt bei etwa 70 % der Paare innerhalb von 3 Monaten, bei 80 % innerhalb von 6 Monaten und bei 90 % innerhalb eines Jahres eine Schwangerschaft ein.

Einteilung

  • Nach Ursache unterscheidet man Spermienstörungen, Ovulationsstörungen, verminderte ovarielle Reserve, tubare Faktoren, Endometriose, uterine oder andere pelvine Anomalien, Zervixfaktoren sowie die ungeklärte (idiopathische) Sterilität.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Weltweit sind bis zu 15 % der Paare betroffen.
  • Ein männlicher Faktor ist, allein oder zusammen mit einem weiblichen, an etwa der Hälfte der Fälle beteiligt.

Ätiopathogenese

Ursachen sortieren

  • Uterine Ursachen: Myome, Polypen, Synechien, Septen.
  • Endokrine Ursachen: PCOS, Hyperprolaktinämie, Thyreopathie.
  • Peritoneale Ursache: Endometriose/Adenomyose mit Adhäsionen.
  • Was man nie vergisst: Alter der Frau als wichtigster Faktor.

Ätiologie und Pathogenese

  • Ovulationsstörungen machen etwa 21–25 % der Fälle aus; das polyzystische Ovarsyndrom ist die häufigste Ursache anovulatorischer Sterilität (bis zu 80 %), weitere sind Hyperprolaktinämie, funktionelle hypothalamische Amenorrhö und Schilddrüsenfunktionsstörungen.
  • Die ovarielle Reserve ist jenseits des 35. Lebensjahres häufig vermindert, mit beschleunigter Abnahme um das 37.–38. Lebensjahr; auch Endometriome, Beckeninfektionen, Rauchen und Adipositas können sie mindern.
  • Tubare Faktoren (Anteil 11–67 %) können nach einer Salpingitis im Rahmen entzündlicher Erkrankungen des kleinen Beckens durch Fibrose und Tubenverschluss entstehen.
  • Uterine Ursachen sind Leiomyome, Endometriumpolypen und intrauterine Adhäsionen (Asherman-Syndrom); die Endometriose wird bei 6–40 % der Fälle als Ursache angegeben.
  • Rauchen sowie übermäßiger Alkohol- oder Koffeinkonsum können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen; bei 15–28 % bleibt die Ursache ungeklärt.

Klinik

Weitere Fakten aus den Lernfragen

  • Die Abklärung umfasst neben der Gerinnung auch genetische Ursachen (Karyotypisierung) und anatomische uterine Faktoren.
  • Bei habituellen Aborten ist die Suche nach dem Antiphospholipid-Syndrom ein zentraler Bestandteil der Gerinnungsdiagnostik.
  • Die Definition für habituelle Aborte ist das Auftreten von drei oder mehr aufeinanderfolgenden Fehlgeburten.
  • Die Bestimmung der Schilddrüsen- (TSH) und Prolaktinwerte ist nicht zyklusabhängig.
  • Sie gehören zur Basisdiagnostik bei unerfülltem Kinderwunsch.
  • Der Nachweis eines Eisprungs erfolgt über den Progesteronanstieg in der Lutealphase.
  • Die Messung erfolgt typischerweise um den 21. Zyklustag.
  • Die Laparoskopie mit Chromopertubation ist ein Verfahren zur Überprüfung der Eileiterdurchgängigkeit.
  • Eine alternative, weniger invasive Methode ist die Kontrastmittelsonographie.
  • Die basale Hormondiagnostik (FSH, LH, Östradiol, Testosteron, AMH) erfolgt am Anfang des Zyklus.
  • Leitsymptom ist der unerfüllte Kinderwunsch, der häufig mit Angst, Traurigkeit, Schuldgefühlen und teils mit Depression einhergeht.
  • Hinweise auf die Ursache geben Zyklusstörungen, Zeichen der Hyperandrogenämie wie Hirsutismus oder Akne sowie Uterus- oder Adnexbefunde wie Leiomyome oder Endometriome.

Diagnostik

Bei der Frau

  • Hormonlabor am richtigen Tag: FSH, LH, E2, Testosteron, AMH an ZT 2–5.
  • Unabhängig vom Zyklustag bestimmt man: TSH und Prolaktin.
  • Nachweis eines stattgehabten Eisprungs: Progesteronanstieg in Lutealphase (ca. ZT 21).
  • Was sonographisch gesucht wird: Myome, Polypen, Adenomyose, Uterusfehlbildung.
  • Prüfung der Tubendurchgängigkeit: Laparoskopie mit Chromopertubation.

Beim Mann

  • Basisuntersuchung: Spermiogramm nach aktuellen WHO-Kriterien.
  • Anteil männlicher Ursachen: ca. 1/3, plus 1/3 kombinierte Ursachen.
  • Ein Serumprogesteron von mindestens 3 ng/ml etwa eine Woche vor der nächsten Menstruation zeigt eine stattgehabte Ovulation an; die Basaltemperaturkurve ist oft ungenau.
  • Die ovarielle Reserve wird am empfindlichsten über AMH und die sonografische Zahl antraler Follikel beurteilt, da das FSH erst spät ansteigt; bei Zyklusstörungen werden TSH und Prolaktin bestimmt.
  • Die Tubendurchgängigkeit wird mittels Hysterosalpingografie, Sonografie mit Flüssigkeitsinstillation oder Laparoskopie geprüft; die Laparoskopie gilt als Goldstandard für Tubenveränderungen.
  • Das Cavum uteri wird zunächst vaginalsonografisch beurteilt; Goldstandard für intrauterine Veränderungen ist die Hysteroskopie.
  • Da etwa die Hälfte der Fälle einen männlichen Faktor betrifft, werden beide Partner untersucht, der Mann mit einem Spermiogramm.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Sterilität der Frau mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 2 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. MSD Manual Professional: Overview of Infertility
  2. MSD Manual Professional: Ovulatory Dysfunction
  3. Primer on Female Infertility for the Reproductive Urologist (Urol Res Pract 2023, PubMed Central)
  4. DocCheck Flexikon, Sterilität
  5. DocCheck Flexikon, Spermiogramm

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.