Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)
Prüfungsrelevanz: in 15 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 49
- Synonyme
- PCO-Syndrom, Stein-Leventhal-Syndrom, polyzystische Ovarien, Rotterdam-Kriterien, polyzystisches Ovarsyndrom, Zysten an den Eierstöcken
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
- Bilder
- Sonographie 1 · Klinik 1
- Prüfungsrelevanz
- 15 von 197 Protokollen · Rang 49
- In der App
- 2 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (2)
Sonographie
Definition
Rotterdam-Kriterien
- Erstes Kriterium: Oligo- und/oder Anovulation.
- Zweites Kriterium: klinischer und/oder laborchemischer Hyperandrogenismus.
- Drittes Kriterium: polyzystische Ovarien (Sonographie).
- Was zusätzlich verlangt wird: Ausschluss anderer Ursachen (Ausschlussdiagnose).
- Bei der Jugendlichen in den ersten Jahren nach der Menarche: Sono-Kriterium gilt nicht.
Klinik
Was zum PCOS gehört, aber nicht in den Kriterien steht
- Pathogenetisch zentral: Insulinresistenz mit Hyperinsulinämie.
- Deshalb gehört zur Abklärung: Oraler Glukosetoleranztest (75 g).
- Weitere Risiken: Metabolisches Syndrom.
- Langfristiges gynäkologisches Risiko: Endometriumhyperplasie bis -karzinom.
Begriffe auseinanderhalten
- Hirsutismus: Terminalhaar an androgenabhängigen Stellen.
- Hypertrichose: Androgenunabhängiger Haarwuchs, oft medikamentös.
- Virilisierung: Hirsutismus plus Klitorishypertrophie, Stimmvertiefung.
- Wie der Hirsutismus abgestuft wird: Mittels Ferriman-Gallwey-Score (9 Körperregionen).
- Was rasche Progredienz mit Virilisierung bedeutet: V. a. androgenproduzierenden Tumor (rasche Abklärung).
Diagnostik
Ovar im Ultraschall
- Zählkriterium nach heutiger Definition: ≥ 20 Follikel (2–9 mm) pro Ovar.
- Alternatives Kriterium: Ovarvolumen > 10 ml (ohne Follikel/Corpus luteum).
- Typische Verteilung der Follikel: perlschnurartig, subkapsulär.
- Wichtige Klarstellung: PCO allein ist kein Syndrom.
Labor und seine Deutung
- Bestimmt wird: Testosteron, SHBG, FAI, DHEAS, LH, FSH, E2, PRL, TSH.
- Klassische, aber nicht obligate Konstellation: erhöhter LH-FSH-Quotient.
- Wo die ovariellen Androgene gebildet werden: in den Thekazellen.
- Woher DHEAS stammt: aus der Nebennierenrinde.
- Was ein deutlich erhöhtes Testosteron erzwingt: Ausschluss eines androgenbildenden Tumors/AGS.
- Warum das AMH oft hoch ist: viele kleine Follikel produzieren AMH.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.