Hymenalatresie und Hämatokolpos
Prüfungsrelevanz: in 3 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 125
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
- Prüfungsrelevanz
- 3 von 197 Protokollen · Rang 125
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Definition
- Eine Hymenalatresie liegt vor, wenn das Hymen, eine dünne Membran aus mehrschichtigem Plattenepithel am Scheideneingang, während der Neonatalentwicklung nicht spontan perforiert.
- Die Ansammlung von Menstruationsblut in Vagina bzw. Uterus wird als Hämatokolpos bzw. Hämatometra bezeichnet.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die Inzidenz wird auf etwa 1 von 1000 bis 2000 weiblichen Geburten (0,05–0,1 %) geschätzt; meist tritt die Fehlbildung isoliert auf, familiäre Häufungen sind selten beschrieben.
- Diagnostiziert wird die Hymenalatresie meist im Jugendalter zwischen 12 und 18 Jahren; sie ist eine seltene Ursache der primären Amenorrhö.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- Embryologisch bildet das Hymen den Übergang zwischen Sinus urogenitalis und Sinovaginalhöckern und leitet sich von Einstülpungen der Hinterwand des Sinus urogenitalis ab.
- Die Atresie entsteht vermutlich, wenn sich das Hymen bei der Kanalisierung der Sinovaginalhöcker nicht mit dem übrigen Vaginalrohr öffnet.
Klinik
- Beim Neugeborenen kann sich durch mütterliches Östrogen eine Mukozele bilden, die sich meist spontan zurückbildet.
- Viele Betroffene bleiben bis zur Menarche symptomfrei und fallen dann mit zyklischen Bauchschmerzen und Amenorrhö auf.
- Die Raumforderung im Becken kann die Harnwege mechanisch verlegen und zu Harnverhalt, Hydronephrose und akuter Nierenschädigung führen sowie den Darm einengen.
- Durch retrograden Blutfluss besteht ein erhöhtes Risiko für eine Endometriose.
Diagnostik
- Bei der Inspektion zeigt sich eine bläuliche, vorgewölbte Masse am Damm bzw. Scheideneingang.
- Sonografie und MRT gelten als bevorzugte Bildgebung; die MRT eignet sich besonders zur Beurteilung von Fehlbildungen der Müller-Gänge.
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Weiterführende Literatur (Auswahl)
- StatPearls: Imperforate Hymen (NCBI Bookshelf)
- Familial occurrence of imperforate hymen in premature monozygotic twins and their mother: a case report and literature review (Front Pediatr 2024, PubMed Central)
- Severe Abdominal Pain Mimicking Appendicitis Caused by Imperforate Hymen: Case Report and Narrative Review (Pediatr Rep 2026, PubMed Central)
Querverweise
Weitere Themen: Endokrinologie & Zyklus
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.