Hyperprolaktinämie und Prolaktinom
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- Synonyme
- Prolaktinom, Galaktorrhö-Amenorrhö-Syndrom, erhöhtes Prolaktin, Milchfluss außerhalb der Stillzeit
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
- Bilder
- Histologie & Zytologie 2
- Prüfungsrelevanz
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- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Histologie & Zytologie
Histologie & ZytologieDefinition
Prolaktinom
- Definition der Größengrenze: Mikroprolaktinom < 10 mm, Makroprolaktinom ≥ 10 mm.
- Was beim Makroadenom zusätzlich geprüft wird: Gesichtsfeld (Chiasma-Nähe).
- Die Hyperprolaktinämie ist eine erhöhte Prolaktinkonzentration im Serum; das Prolaktinom ist ein gutartiges, aus laktotropen Zellen bestehendes Adenom der Hypophyse und der häufigste hormonbildende Hypophysentumor.
Einteilung
- Nach Größe unterscheidet man Mikroprolaktinome unter 10 mm, Makroprolaktinome über 10 mm und Riesenprolaktinome über 4 cm.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Prolaktinome machen etwa 40 % aller Hypophysentumoren aus; zwischen 20 und 50 Jahren sind Frauen etwa zehnmal häufiger betroffen als Männer, und bei Frauen überwiegen Mikroadenome.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- Physiologische Ursachen sind Schwangerschaft, Postpartalzeit, Mamillenstimulation, Stress, Schlaf und Geschlechtsverkehr.
- Pharmakologisch wirken Dopaminrezeptorblocker wie Risperidon, Haloperidol und Metoclopramid, Antidepressiva wie trizyklische Substanzen und Fluoxetin sowie Opioide und Östrogene prolaktinsteigernd.
- Pathologische Ursachen sind neben dem Prolaktinom Läsionen von Hypothalamus und Hypophysenstiel, etwa ein Stieleffekt durch hormoninaktive Tumoren, chronische Niereninsuffizienz, Leberzirrhose und die primäre Hypothyreose über erhöhtes TRH.
Klinik
Klinik und erste Schritte
- Typische Beschwerden: Galaktorrhoe, Zyklusstörung/Amenorrhoe, Infertilität.
- Warum der Zyklus stört: Suppression der pulsatilen GnRH-Sekretion.
- Häufigste Ursache in der Praxis: Medikamente (Neuroleptika, MCP, Antidepressiva).
- Deshalb zuerst: Medikamentenanamnese.
- Weitere Ursachen: Hypothyreose, Niereninsuffizienz, Stress.
- Vor der Bildgebung bestimmt man: TSH, freie Schilddrüsenwerte, Kontrollwert.
- Bei Frauen stehen Galaktorrhö, Oligo- oder Amenorrhö und Sterilität im Vordergrund; der Östrogenmangel kann Dyspareunie, Libidoverlust und eine verminderte Knochendichte bis zur Osteoporose bedingen.
- Raumfordernde Makroadenome verursachen Kopfschmerzen, Gesichtsfeldausfälle, Hirnnervenausfälle und eine Hypophyseninsuffizienz; diese Masseneffekte stehen vor allem bei Männern im Vordergrund.
Diagnostik
- Zur Basisdiagnostik gehören Serumprolaktin sowie TSH und T4.
- Beim Prolaktinom ist Prolaktin typischerweise auf mehr als das Fünffache der Norm erhöht und korreliert mit der Tumorgröße, während hormoninaktive Raumforderungen Prolaktin meist nicht über das Drei- bis Vierfache anheben.
- Makroprolaktin, eine Prolaktin-Isoform mit höherem Molekulargewicht und verminderter biologischer Aktivität, kann erhöhte Werte ohne Klinik erklären; bei sehr großen Tumoren mit nur mäßig erhöhtem Prolaktin kann ein Hook-Effekt falsch niedrige Werte liefern, der durch Verdünnung der Probe aufgedeckt wird.
- Die kontrastmittelgestützte MRT der Hypophyse dient dem Nachweis des Adenoms, bei Makroadenomen ergänzt durch eine Gesichtsfelduntersuchung.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.