Hyperprolaktinämie und Prolaktinom

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Synonyme
Prolaktinom, Galaktorrhö-Amenorrhö-Syndrom, erhöhtes Prolaktin, Milchfluss außerhalb der Stillzeit
Fachgebiet
Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
Bilder
Histologie & Zytologie 2
Prüfungsrelevanz
8 von 197 Protokollen · Rang 82
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (2)

Hyperprolaktinämie und Prolaktinom – Histologie & Zytologie: Histologie (HE): Prolaktinom – solides Hypophysenadenom aus monomorphen chromophoben Zellen mit runden KernenHistologie & Zytologie
Histologie (HE): Prolaktinom – solides Hypophysenadenom aus monomorphen chromophoben Zellen mit runden KernenBild: Jensflorian (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Hyperprolaktinämie und Prolaktinom – Histologie & Zytologie: Immunhistochemie Prolaktin: diffuse Prolaktin-Expression im Zytoplasma der Adenomzellen (perinukleär betont)Histologie & Zytologie
Immunhistochemie Prolaktin: diffuse Prolaktin-Expression im Zytoplasma der Adenomzellen (perinukleär betont)Bild: Jensflorian (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
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Definition

Prolaktinom

  • Definition der Größengrenze: Mikroprolaktinom < 10 mm, Makroprolaktinom ≥ 10 mm.
  • Was beim Makroadenom zusätzlich geprüft wird: Gesichtsfeld (Chiasma-Nähe).
  • Die Hyperprolaktinämie ist eine erhöhte Prolaktinkonzentration im Serum; das Prolaktinom ist ein gutartiges, aus laktotropen Zellen bestehendes Adenom der Hypophyse und der häufigste hormonbildende Hypophysentumor.

Einteilung

  • Nach Größe unterscheidet man Mikroprolaktinome unter 10 mm, Makroprolaktinome über 10 mm und Riesenprolaktinome über 4 cm.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Prolaktinome machen etwa 40 % aller Hypophysentumoren aus; zwischen 20 und 50 Jahren sind Frauen etwa zehnmal häufiger betroffen als Männer, und bei Frauen überwiegen Mikroadenome.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Physiologische Ursachen sind Schwangerschaft, Postpartalzeit, Mamillenstimulation, Stress, Schlaf und Geschlechtsverkehr.
  • Pharmakologisch wirken Dopaminrezeptorblocker wie Risperidon, Haloperidol und Metoclopramid, Antidepressiva wie trizyklische Substanzen und Fluoxetin sowie Opioide und Östrogene prolaktinsteigernd.
  • Pathologische Ursachen sind neben dem Prolaktinom Läsionen von Hypothalamus und Hypophysenstiel, etwa ein Stieleffekt durch hormoninaktive Tumoren, chronische Niereninsuffizienz, Leberzirrhose und die primäre Hypothyreose über erhöhtes TRH.

Klinik

Klinik und erste Schritte

  • Typische Beschwerden: Galaktorrhoe, Zyklusstörung/Amenorrhoe, Infertilität.
  • Warum der Zyklus stört: Suppression der pulsatilen GnRH-Sekretion.
  • Häufigste Ursache in der Praxis: Medikamente (Neuroleptika, MCP, Antidepressiva).
  • Deshalb zuerst: Medikamentenanamnese.
  • Weitere Ursachen: Hypothyreose, Niereninsuffizienz, Stress.
  • Vor der Bildgebung bestimmt man: TSH, freie Schilddrüsenwerte, Kontrollwert.
  • Bei Frauen stehen Galaktorrhö, Oligo- oder Amenorrhö und Sterilität im Vordergrund; der Östrogenmangel kann Dyspareunie, Libidoverlust und eine verminderte Knochendichte bis zur Osteoporose bedingen.
  • Raumfordernde Makroadenome verursachen Kopfschmerzen, Gesichtsfeldausfälle, Hirnnervenausfälle und eine Hypophyseninsuffizienz; diese Masseneffekte stehen vor allem bei Männern im Vordergrund.

Diagnostik

  • Zur Basisdiagnostik gehören Serumprolaktin sowie TSH und T4.
  • Beim Prolaktinom ist Prolaktin typischerweise auf mehr als das Fünffache der Norm erhöht und korreliert mit der Tumorgröße, während hormoninaktive Raumforderungen Prolaktin meist nicht über das Drei- bis Vierfache anheben.
  • Makroprolaktin, eine Prolaktin-Isoform mit höherem Molekulargewicht und verminderter biologischer Aktivität, kann erhöhte Werte ohne Klinik erklären; bei sehr großen Tumoren mit nur mäßig erhöhtem Prolaktin kann ein Hook-Effekt falsch niedrige Werte liefern, der durch Verdünnung der Probe aufgedeckt wird.
  • Die kontrastmittelgestützte MRT der Hypophyse dient dem Nachweis des Adenoms, bei Makroadenomen ergänzt durch eine Gesichtsfelduntersuchung.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Hyperprolaktinämie und Prolaktinom mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 1 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. MSD Manual Professional: Prolactinoma
  2. StatPearls: Prolactinoma (NCBI Bookshelf)
  3. Approach to the Patient With Prolactinoma (J Clin Endocrinol Metab 2023, PubMed Central)
  4. DocCheck Flexikon, Hyperprolaktinämie

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.