Lobuläres Mammakarzinom und lobuläre Neoplasie
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- Synonyme
- LCIS, lobuläre Neoplasie, invasiv-lobuläres Karzinom
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Brust (Mamma)
- Bilder
- Histologie & Zytologie 3
- Prüfungsrelevanz
- 5 von 197 Protokollen · Rang 101
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Histologie & Zytologie
Histologie & Zytologie
Histologie & ZytologieDefinition
- Lobuläre Läsionen der Brust bestehen aus kleinen, nicht kohäsiven Tumorzellen, die von den Lobuli bzw. der terminalen duktulolobulären Einheit (TDLU) ausgehen.
- Molekulares Kennzeichen ist der Verlust von E-Cadherin, beim invasiven lobulären Karzinom in über 90 % durch eine CDH1-Mutation.
Einteilung
- Vorläuferläsionen sind die atypische lobuläre Hyperplasie (ALH) und das lobuläre Carcinoma in situ (LCIS): Die ALH befällt und erweitert weniger als 50 % der Azini einer TDLU, das LCIS mehr als 50 %.
- Die WHO-Klassifikation nennt neben dem klassischen invasiven lobulären Karzinom solide, alveoläre, pleomorphe und tubulolobuläre Varianten. Solide Formen sind häufiger höhergradig und mit schlechterem Gesamtüberleben assoziiert, pleomorphe zeigen häufiger eine HER2-Amplifikation oder ein triple-negatives Profil.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Das invasive lobuläre Karzinom ist mit 10–15 % der zweithäufigste Typ des invasiven Mammakarzinoms.
- Es tritt eher bei älteren Frauen auf und ist unter bilateralen Mammakarzinomen überrepräsentiert.
Klinik
- Wegen des diffusen Wachstums bildet das Karzinom oft keinen tastbaren Knoten; klinische und radiologische Befunde sind diskret, und die Diagnose verzögert sich häufig.
- Multifokalität, Multizentrizität und Bilateralität sind häufiger, Metastasen finden sich auch in Gastrointestinaltrakt, Peritoneum, Retroperitoneum, Ovarien, Meningen und Orbita.
Histologie
- Die Tumorzellen liegen einzeln oder in einreihigen Strängen (Gänsemarsch) im fibrösen Stroma mit geringer desmoplastischer Reaktion und umgeben normale Gänge oft schießscheibenartig (targetoid).
- Das invasive lobuläre Karzinom ist fast immer östrogen- und progesteronrezeptorpositiv, eine HER2-Überexpression oder -Amplifikation ist selten (3–13 %).
- In etwa der Hälfte der Fälle findet sich begleitend eine lobuläre Neoplasie.
Diagnostik
- In der Mammographie ist das Karzinom oft subtil; am häufigsten zeigt es sich als spikulierter Herd oder Architekturstörung, und bis zu 30 % sind mammographisch okkult.
- Die Sensitivität der Mammographie liegt beim lobulären Karzinom bei 34–92 % (duktal 63–98 %), die der MRT bei 83–100 %, in den meisten Studien über 95 %.
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Weiterführende Literatur (Auswahl)
- StatPearls: Invasive Lobular Carcinoma (NCBI Bookshelf)
- Lobular Breast Cancer: Histomorphology and Different Concepts of a Special Spectrum of Tumors (Cancers (Basel) 2021, PubMed Central)
- Invasive Lobular Carcinoma: A Review of Imaging Modalities with Special Focus on Pathology Concordance (Healthcare (Basel) 2023, PubMed Central)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.