Intraduktales Papillom
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- Synonyme
- Milchgangspapillom, blutige Mamillensekretion
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Brust (Mamma)
- Bilder
- Klinik 2 · Sonographie 4
- Prüfungsrelevanz
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- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Sonographie
Sonographie
Sonographie
SonographieDefinition
- Gutartige intraluminale Proliferation in den Milchgängen und häufigste papilläre Läsion der Brust.
Einteilung
- Zentrale Papillome liegen in den großen Gängen hinter der Mamille und sind häufiger; periphere Papillome sind kleiner und oft multipel.
- Je nach Ausdehnung einer atypischen Proliferation werden Papillome mit atypischer duktaler Hyperplasie (ADH) oder mit DCIS vom Papillom ohne Atypie abgegrenzt.
- In der europäischen Klassifikation werden Papillomfragmente in Stanz- oder Vakuumbiopsien unabhängig von Atypien als B3-Läsion (unsicheres malignes Potenzial) eingestuft, weil Atypien in anderen Läsionsanteilen nicht ausgeschlossen werden können.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Papillome treten meist bei perimenopausalen Frauen zwischen 30 und 50 Jahren auf; intraduktale Papillome machen etwa 20 % der B3-Läsionen aus.
Klinik
Pathologische Mamillensekretion
- Eine verdächtige Sekretion ist, wenn sie einseitig, spontan, blutig und aus einem einzelnen Gangostium kommt.
- Sonographisch sucht man bei verdächtiger Sekretion einen erweiterten Milchgang mit intraluminaler Raumforderung, etwa ein intraduktales Papillom.
- Eine beidseitige milchige Sekretion außerhalb der Stillzeit führt zu Prolaktin- und TSH-Bestimmung und der Frage nach Medikamenten wie Neuroleptika.
- Zentrale Papillome verursachen häufig eine seröse oder blutige Mamillensekretion; das intraduktale Papillom ist die häufigste Ursache einer blutigen Mamillensekretion ohne Tastbefund.
- Periphere Papillome sind meist asymptomatisch und können mit mammographisch erkennbaren Mikroverkalkungen einhergehen.
Histologie
- Histologisch finden sich in einem erweiterten Gang verzweigte fibrovaskuläre Stiele, die von Myoepithelzellen ausgekleidet und von luminalen Epithelzellen bedeckt sind; dieser Nachweis zweier Zelltypen ist das Kennzeichen benigner papillärer Läsionen.
- Begleitend können Sklerose sowie Plattenepithel-, apokrine, muzinöse oder chondroide Metaplasie auftreten; in peripheren Papillomen sind Epithelproliferationen wie ADH, atypische lobuläre Hyperplasie oder DCIS häufiger.
- Das Risiko, dass sich nach der Stanzbiopsie eines Papilloms ohne Atypie im nachfolgend gewonnenen Gewebe ein DCIS oder invasives Karzinom findet, wird mit 2–3 % angegeben; in Studien schwankt diese Upgrade-Rate zwischen 0 und 16 %.
Diagnostik
Typische Bildbefunde
- Sonographie (Intraduktales Papillom): Hinter der Mamille ist ein Milchgang echofrei erweitert. In seinem Lumen sitzt ein solider, echoarmer Zapfen, der der Wand breit aufliegt; der Gang lässt sich beidseits davon als flüssigkeits- gefüllte Röhre verfolgen.
- Mammographisch sind Papillome, vor allem kleine, häufig unauffällig; größere können als glatt begrenzte runde oder ovale Verdichtungen mit oder ohne Mikroverkalkungen erscheinen.
- Sonographisch zeigt sich typischerweise eine echoarme, glatt begrenzte Läsion, die einen Gang ausfüllt oder teilweise von Flüssigkeit umgeben ist, mitunter mit Gefäßstiel.
- Die Galaktographie zeigt Füllungsdefekte im betroffenen Gang; gesichert wird die Diagnose durch eine ultraschallgesteuerte Biopsie.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Brust (Mamma)
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.