Intraduktales Papillom

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Synonyme
Milchgangspapillom, blutige Mamillensekretion
Fachgebiet
Gynäkologie · Brust (Mamma)
Bilder
Klinik 2 · Sonographie 4
Prüfungsrelevanz
1 von 197 Protokollen · Rang 171
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (6)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Klinik
  6. Histologie
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (6)

Intraduktales Papillom – Klinik: Inflammatorisches Mammakarzinom: flächige Rötung, Ödem und Orangenhaut ohne Fieber
Inflammatorisches Mammakarzinom: flächige Rötung, Ödem und Orangenhaut ohne FieberBild: Guo M, Liu G, Han X, Jiao R, Li J. (Frontiers in oncology 2026) · CC BY 4.0 · Quelle · Ausschnitt
Intraduktales Papillom – Sonographie: Mammasonographie: echoarme Einschmelzung mit unregelmäßiger Wand — MammaabszessSonographie
Mammasonographie: echoarme Einschmelzung mit unregelmäßiger Wand — MammaabszessBild: Nevit Dilmen (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle · Ausschnitt
Intraduktales Papillom – Klinik: Mastitis puerperalis: keilförmige Rötung und Überwärmung des unteren äußeren Quadranten
Mastitis puerperalis: keilförmige Rötung und Überwärmung des unteren äußeren QuadrantenBild: XXXANONXXX3245 (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle · Ausschnitt
Intraduktales Papillom – Sonographie: Mammasonographie: ovaler, glatt berandeter, homogen echoarmer Herd, breiter als hoch — typisches FibroadenomSonographie
Mammasonographie: ovaler, glatt berandeter, homogen echoarmer Herd, breiter als hoch — typisches FibroadenomBild: Nevit Dilmen (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle · Ausschnitt
Intraduktales Papillom – Sonographie: Mammasonographie: erweiterter Milchgang mit solider intraluminaler Raumforderung — intraduktales PapillomSonographie
Mammasonographie: erweiterter Milchgang mit solider intraluminaler Raumforderung — intraduktales PapillomBild: Nevit Dilmen (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle · Ausschnitt
Intraduktales Papillom – Sonographie: Mammasonographie: komplizierte Zyste mit solidem Binnenanteil — deshalb BI-RADS 4Sonographie
Mammasonographie: komplizierte Zyste mit solidem Binnenanteil — deshalb BI-RADS 4Bild: SCiardullo (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle · Ausschnitt
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Definition

  • Gutartige intraluminale Proliferation in den Milchgängen und häufigste papilläre Läsion der Brust.

Einteilung

  • Zentrale Papillome liegen in den großen Gängen hinter der Mamille und sind häufiger; periphere Papillome sind kleiner und oft multipel.
  • Je nach Ausdehnung einer atypischen Proliferation werden Papillome mit atypischer duktaler Hyperplasie (ADH) oder mit DCIS vom Papillom ohne Atypie abgegrenzt.
  • In der europäischen Klassifikation werden Papillomfragmente in Stanz- oder Vakuumbiopsien unabhängig von Atypien als B3-Läsion (unsicheres malignes Potenzial) eingestuft, weil Atypien in anderen Läsionsanteilen nicht ausgeschlossen werden können.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Papillome treten meist bei perimenopausalen Frauen zwischen 30 und 50 Jahren auf; intraduktale Papillome machen etwa 20 % der B3-Läsionen aus.

Klinik

Pathologische Mamillensekretion

  • Eine verdächtige Sekretion ist, wenn sie einseitig, spontan, blutig und aus einem einzelnen Gangostium kommt.
  • Sonographisch sucht man bei verdächtiger Sekretion einen erweiterten Milchgang mit intraluminaler Raumforderung, etwa ein intraduktales Papillom.
  • Eine beidseitige milchige Sekretion außerhalb der Stillzeit führt zu Prolaktin- und TSH-Bestimmung und der Frage nach Medikamenten wie Neuroleptika.
  • Zentrale Papillome verursachen häufig eine seröse oder blutige Mamillensekretion; das intraduktale Papillom ist die häufigste Ursache einer blutigen Mamillensekretion ohne Tastbefund.
  • Periphere Papillome sind meist asymptomatisch und können mit mammographisch erkennbaren Mikroverkalkungen einhergehen.

Histologie

  • Histologisch finden sich in einem erweiterten Gang verzweigte fibrovaskuläre Stiele, die von Myoepithelzellen ausgekleidet und von luminalen Epithelzellen bedeckt sind; dieser Nachweis zweier Zelltypen ist das Kennzeichen benigner papillärer Läsionen.
  • Begleitend können Sklerose sowie Plattenepithel-, apokrine, muzinöse oder chondroide Metaplasie auftreten; in peripheren Papillomen sind Epithelproliferationen wie ADH, atypische lobuläre Hyperplasie oder DCIS häufiger.
  • Das Risiko, dass sich nach der Stanzbiopsie eines Papilloms ohne Atypie im nachfolgend gewonnenen Gewebe ein DCIS oder invasives Karzinom findet, wird mit 2–3 % angegeben; in Studien schwankt diese Upgrade-Rate zwischen 0 und 16 %.

Diagnostik

Typische Bildbefunde

  • Sonographie (Intraduktales Papillom): Hinter der Mamille ist ein Milchgang echofrei erweitert. In seinem Lumen sitzt ein solider, echoarmer Zapfen, der der Wand breit aufliegt; der Gang lässt sich beidseits davon als flüssigkeits- gefüllte Röhre verfolgen.
  • Mammographisch sind Papillome, vor allem kleine, häufig unauffällig; größere können als glatt begrenzte runde oder ovale Verdichtungen mit oder ohne Mikroverkalkungen erscheinen.
  • Sonographisch zeigt sich typischerweise eine echoarme, glatt begrenzte Läsion, die einen Gang ausfüllt oder teilweise von Flüssigkeit umgeben ist, mitunter mit Gefäßstiel.
  • Die Galaktographie zeigt Füllungsdefekte im betroffenen Gang; gesichert wird die Diagnose durch eine ultraschallgesteuerte Biopsie.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Intraduktales Papillom mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 1 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. Papillary lesions of the breast (Virchows Arch 2022, PubMed Central)
  2. Intraductal papilloma of the breast: low risk, but handle with care (Radiol Med 2026, PubMed Central)
  3. MSD Manual Professional: Nipple Discharge
  4. DocCheck Flexikon, Mastitis non-puerperalis

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.