Harnwegsinfektionen in der Schwangerschaft
Prüfungsrelevanz: in 2 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 144
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Bilder
- Histologie & Zytologie 2
- Prüfungsrelevanz
- 2 von 197 Protokollen · Rang 144
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (2)
Histologie & Zytologie
Histologie & ZytologieDefinition
- Harnwegsinfektionen in der Schwangerschaft umfassen die asymptomatische Bakteriurie, die Zystitis und die Pyelonephritis; eine asymptomatische Bakteriurie kann in eine symptomatische Zystitis oder Pyelonephritis übergehen.
- Die asymptomatische Bakteriurie ist eine signifikante Bakterienzahl im Urin ohne Symptome einer unteren oder oberen Harnwegsinfektion; in Studien gilt meist ein Grenzwert von mindestens 10⁵ koloniebildenden Einheiten pro Milliliter im Mittelstrahlurin.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Harnwegsinfektionen sind in der Schwangerschaft häufiger und werden in etwa 18 % der Schwangerschaften berichtet; die asymptomatische Bakteriurie hat bei prämenopausalen Frauen eine Prävalenz von 2–10 %.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Ursache der erhöhten Anfälligkeit ist eine Harnstauung durch hormonvermittelte Ureterdilatation und Hypoperistaltik sowie durch den Druck des wachsenden Uterus auf die Ureteren.
- Häufigster Erreger ist Escherichia coli, das bei Schwangeren mit asymptomatischer Bakteriurie in 65–84 % nachgewiesen wird.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Die Zystitis zeigt wie außerhalb der Schwangerschaft Pollakisurie, Harndrang, Dysurie und mitunter Nykturie; einige dieser Beschwerden kommen in der Schwangerschaft aber auch ohne Infektion vor.
- Die akute Pyelonephritis tritt vor allem im zweiten und dritten Trimenon auf und äußert sich mit Zystitissymptomen, Schüttelfrost, Fieber, Flankenschmerz, kolikartigen Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen; das Nierenlager ist auf der betroffenen Seite meist klopfschmerzhaft.
- Eine Pyelonephritis kann in der Schwangerschaft rasch zu Sepsis, disseminierter intravasaler Gerinnung und akutem Lungenversagen fortschreiten; asymptomatische Bakteriurie, Harnwegsinfektion und Pyelonephritis erhöhen das Risiko für vorzeitige Wehen und ein niedriges Geburtsgewicht.
Diagnostik
- Die asymptomatische Bakteriurie wird mit einer Urinkultur nachgewiesen; bei symptomatischer Infektion folgen auf den Urinteststreifen Urinstatus und Urinkultur.
- Streptokokken der Gruppe B in einer Urinkultur sprechen unabhängig von der Keimzahl für eine starke vaginal-rektale Besiedlung.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.