HELLP-Syndrom

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Synonyme
HELLP, Hämolyse, erhöhte Leberwerte, Thrombozytopenie
Fachgebiet
Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
Bilder
Sonographie 1 · Histologie & Zytologie 1
Prüfungsrelevanz
10 von 197 Protokollen · Rang 66
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (2)

HELLP-Syndrom – Sonographie: Sonographie: großes subkapsuläres Leberhämatom bei einer Frau mit HELLP-SyndromSonographie
Sonographie: großes subkapsuläres Leberhämatom bei einer Frau mit HELLP-SyndromBild: Hellerhoff (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
HELLP-Syndrom – Histologie & Zytologie: Mikroskopie (Blutausstrich): Fragmentozyten (Schistozyten, Pfeile) bei mikroangiopathischer HämolyseHistologie & Zytologie
Mikroskopie (Blutausstrich): Fragmentozyten (Schistozyten, Pfeile) bei mikroangiopathischer HämolyseBild: Paulo Henrique Orlandi Mourao (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle · Ausschnitt
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Definition

Definition und Labor

  • Das Akronym HELLP steht für Hämolyse, erhöhte Leberenzyme und Thrombozytopenie (Low Platelets).
  • Zu den Hämolysezeichen gehören Fragmentozyten, erhöhtes Bilirubin, eine erhöhte LDH und ein erniedrigtes Haptoglobin.
  • Die Thrombozytenzahl liegt definitionsgemäß unter < 100.000/µl.
  • Das HELLP-Syndrom bezeichnet bei Schwangeren und Wöchnerinnen die Kombination aus Hämolyse mit mikroangiopathischem Blutausstrich, erhöhten Leberenzymen und erniedrigter Thrombozytenzahl.
  • Es gilt als Komplikation oder Progression einer schweren Präeklampsie; bei mindestens 15–20 % fehlen jedoch vorausgehende Hypertonie oder Proteinurie.

Einteilung

  • Das vollständige HELLP-Syndrom erfordert alle drei Komponenten, das partielle oder inkomplette nur eine oder zwei.
  • Die Tennessee-Klassifikation definiert das vollständige Syndrom (Thrombozyten bis 100 000/µl, AST ab 70 U/l, LDH ab 600 U/l); die Mississippi-Klassifikation unterteilt nach dem Thrombozytennadir in Klasse 1 (bis 50 000/µl), Klasse 2 (über 50 000 bis 100 000/µl) und Klasse 3 (über 100 000 bis 150 000/µl).

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Die Häufigkeit wird mit etwa 0,2–0,9 % aller Schwangerschaften angegeben; bei schwerer Präeklampsie oder Eklampsie tritt es in 10–20 % auf.
  • Etwa 70 % der Fälle entstehen vor der Geburt, meist zwischen der 27. und 37. SSW; die übrigen innerhalb von 48 Stunden nach der Geburt.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Die Hämolyse ist mikroangiopathisch: Erythrozyten werden beim Durchtritt durch geschädigtes Endothel fragmentiert; Thrombozyten werden am geschädigten Endothel aktiviert und vermehrt verbraucht.
  • Risikofaktoren sind eine Präeklampsie oder ein HELLP-Syndrom in einer früheren Schwangerschaft, Multiparität und höheres Alter; auch eine genetische Prädisposition ist beschrieben.

Klinik

Klinik und Fallstricke

  • Das Leitsymptom ist der rechtsseitiger/epigastrischer Oberbauchschmerz.
  • Ein klinischer Fallstrick ist, dass ein Teil der Patientinnen keine Hypertonie/Proteinurie haben.
  • Etwa ein Drittel der Fälle manifestiert sich erst postpartal, meist binnen 48h.

Klinik und Komplikationen

  • Typisch sind rechtsseitige Oberbauch- oder epigastrische Schmerzen, oft wechselnd und kolikartig, mit Übelkeit und Erbrechen; häufig geht einige Tage ein Krankheitsgefühl voraus, und bei über der Hälfte bestehen zuvor starke Gewichtszunahme und generalisierte Ödeme.
  • Komplikationen sind unter anderem vorzeitige Plazentalösung (9–20 %), disseminierte intravasale Gerinnung (5–56 %), akutes Nierenversagen (7–36 %), Eklampsie (4–9 %), Lungen- und Hirnödem, subkapsuläres Leberhämatom und Leberruptur.

Diagnostik

  • Die Hämolyse zeigt sich durch einen pathologischen Blutausstrich mit Fragmentozyten, erhöhtes Bilirubin und eine LDH über 600 U/l; ein niedriges oder nicht nachweisbares Haptoglobin ist der spezifischere Hämolysemarker.
  • Bei der Mehrzahl bestehen Hypertonie und Proteinurie, bei einem Teil der Patientinnen fehlen sie jedoch.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du HELLP-Syndrom mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 1 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: HELLP Syndrome (NCBI Bookshelf)
  2. MSD Manual (Profi-Ausgabe): Preeclampsia and Eclampsia
  3. DocCheck Flexikon, HELLP-Syndrom

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.