Intrahepatische Schwangerschaftscholestase

Prüfungsrelevanz: in 2 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 144

Synonyme
Schwangerschaftsjucken, Gallenstau in der Schwangerschaft
Fachgebiet
Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
Prüfungsrelevanz
2 von 197 Protokollen · Rang 144
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Definition
  2. Vorkommen & Epidemiologie
  3. Ätiopathogenese
  4. Klinik
  5. Diagnostik
  6. Weiterlernen in der App
  7. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  8. Querverweise

Definition

  • Die intrahepatische Schwangerschaftscholestase ist die häufigste schwangerschaftsspezifische Lebererkrankung; sie zeigt sich mit neu auftretendem Pruritus und erhöhten Gallensäuren im Serum im zweiten oder dritten Trimenon, meist nach der 30. SSW.
  • Die klinischen Zeichen bilden sich nach der Geburt rasch zurück.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Die Häufigkeit unterscheidet sich stark nach Ethnie und Region: In Europa, Nordamerika und Australien sind etwa 1–2 % der Schwangeren betroffen, bei andinen Ureinwohnern bis zu 25 %; am höchsten ist sie in Bolivien und Chile.
  • In Folgeschwangerschaften tritt sie in 45–90 % erneut auf, oft in schwererer Form.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Die Ätiologie ist multifaktoriell: Die bis zum dritten Trimenon ansteigenden Östrogen- und Progesteronspiegel verstärken die physiologische Gallestase, hinzu kommen genetische Faktoren wie Mutationen hepatobiliärer Transportproteine (MDR3, BSEP).

Klinik

Klinik und Komplikationen

  • Leitsymptom ist starker Juckreiz, meist an Handflächen und Fußsohlen, nachts verstärkt, aber nicht auf diese Regionen beschränkt; Schmerzen und Allgemeinsymptome fehlen, bei etwa 10–15 % folgt ein milder Ikterus.
  • Fetale und neonatale Risiken sind Totgeburt, Frühgeburt, Asphyxie, Atemnotsyndrom und mekoniumhaltiges Fruchtwasser; mütterlich ist das Präeklampsierisiko erhöht.

Diagnostik

  • Wichtigster und sensitivster Laborparameter sind die Gesamtgallensäuren im Serum; als Grenzwert gilt eine Konzentration über 10 µmol/l, und sie können der erste oder einzige auffällige Laborbefund sein.
  • Ab 40 µmol/l steigt das fetale Komplikationsrisiko; in einer großen Analyse lag die Totgeburtenrate bei Werten ab 100 µmol/l bei 3,44 %.
  • Begleitend sind häufig die Transaminasen erhöht.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Intrahepatische Schwangerschaftscholestase mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Pregnancy Intrahepatic Cholestasis (NCBI Bookshelf)
  2. J Clin Med 2020: Intrahepatic Cholestasis in Pregnancy – Review of the Literature (PMC, Open Access)
  3. MSD Manual (Profi-Ausgabe): Hepatic Disorders in Pregnancy

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.