Intrauteriner Fruchttod
Prüfungsrelevanz: in 9 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 75
- Synonyme
- Totgeburt, Fruchttod
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Bilder
- Sonographie 1
- Prüfungsrelevanz
- 9 von 197 Protokollen · Rang 75
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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SonographieDefinition
- Der intrauterine Fruchttod ist das Absterben des Feten vor der vollständigen Geburt, erkennbar daran, dass der Fetus danach weder atmet noch andere Lebenszeichen wie Herzschlag oder Nabelschnurpulsation zeigt; die Grenze zur Fehlgeburt ist national unterschiedlich festgelegt.
- In den USA gilt als Totgeburt ein Fruchttod ab 20 Wochen oder ab 350 g, nach WHO-Definition ab 28 Wochen.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Weltweit kommt es jährlich zu fast 2 Millionen Totgeburten, rund 98 % davon in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen; erfasst werden weniger als 5 %.
- Weltweit wird bei 76 % der Totgeburten keine Ursache angegeben.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Häufige Ursachen sind intrapartale Komplikationen, Hypertonie, Diabetes, Infektionen, angeborene und genetische Anomalien, Plazentadysfunktion und eine Schwangerschaftsdauer über 40 Wochen.
- Mütterliche Risikofaktoren sind u. a. Präeklampsie, Trauma, erworbene Thrombophilien, unzureichend eingestellter Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, morbide Adipositas, Substanzkonsum, Rauchen, Sepsis und ein Alter unter 20 oder ab 35 Jahren; eine frühere Totgeburt erhöht das Risiko.
- Plazentar und fetal kommen Plazentalösung, Chorioamnionitis, fetomaternale Blutung, fetofetales Transfusionssyndrom, Nabelschnurkomplikationen, Vasa praevia, Chromosomenstörungen, schwere Fehlbildungen, nicht-immunologischer Hydrops und Mehrlingsschwangerschaft in Betracht.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Verbleibt ein in der Spätschwangerschaft verstorbener Fetus über Wochen im Uterus, kann eine Verbrauchskoagulopathie bis zur disseminierten intravasalen Gerinnung entstehen.
Diagnostik
- Die Diagnose ist klinisch; sonografisch fehlt die zuvor nachgewiesene Herzaktion.
- Zur Ursachensuche gehören die äußere Untersuchung des Kindes, Obduktion, Karyotypisierung und Mikroarray-Analyse, die Untersuchung der Plazenta, mütterliches Blutbild, Kleihauer-Betke-Test, Antiphospholipid-Antikörper, TSH, HbA1c, TORCH-Serologie, Syphilis-Suchtest und ein Drogenscreening; häufig bleibt die Ursache dennoch unklar.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.