Intrauteriner Fruchttod

Prüfungsrelevanz: in 9 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 75

Synonyme
Totgeburt, Fruchttod
Fachgebiet
Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
Bilder
Sonographie 1
Prüfungsrelevanz
9 von 197 Protokollen · Rang 75
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (1)

Intrauteriner Fruchttod – Sonographie: Sonographie: fetaler Schädel nach intrauterinem Fruchttod – unregelmäßige Kalottenkontur mit sich überlappenden Knochenrändern (vereinbar mit Spalding-Zeichen), aufgehobene …Sonographie
Sonographie: fetaler Schädel nach intrauterinem Fruchttod – unregelmäßige Kalottenkontur mit sich überlappenden Knochenrändern (vereinbar mit Spalding-Zeichen), aufgehobene …Bild: Nevit Dilmen (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle

Definition

  • Der intrauterine Fruchttod ist das Absterben des Feten vor der vollständigen Geburt, erkennbar daran, dass der Fetus danach weder atmet noch andere Lebenszeichen wie Herzschlag oder Nabelschnurpulsation zeigt; die Grenze zur Fehlgeburt ist national unterschiedlich festgelegt.
  • In den USA gilt als Totgeburt ein Fruchttod ab 20 Wochen oder ab 350 g, nach WHO-Definition ab 28 Wochen.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Weltweit kommt es jährlich zu fast 2 Millionen Totgeburten, rund 98 % davon in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen; erfasst werden weniger als 5 %.
  • Weltweit wird bei 76 % der Totgeburten keine Ursache angegeben.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Häufige Ursachen sind intrapartale Komplikationen, Hypertonie, Diabetes, Infektionen, angeborene und genetische Anomalien, Plazentadysfunktion und eine Schwangerschaftsdauer über 40 Wochen.
  • Mütterliche Risikofaktoren sind u. a. Präeklampsie, Trauma, erworbene Thrombophilien, unzureichend eingestellter Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, morbide Adipositas, Substanzkonsum, Rauchen, Sepsis und ein Alter unter 20 oder ab 35 Jahren; eine frühere Totgeburt erhöht das Risiko.
  • Plazentar und fetal kommen Plazentalösung, Chorioamnionitis, fetomaternale Blutung, fetofetales Transfusionssyndrom, Nabelschnurkomplikationen, Vasa praevia, Chromosomenstörungen, schwere Fehlbildungen, nicht-immunologischer Hydrops und Mehrlingsschwangerschaft in Betracht.

Klinik

Klinik und Komplikationen

  • Verbleibt ein in der Spätschwangerschaft verstorbener Fetus über Wochen im Uterus, kann eine Verbrauchskoagulopathie bis zur disseminierten intravasalen Gerinnung entstehen.

Diagnostik

  • Die Diagnose ist klinisch; sonografisch fehlt die zuvor nachgewiesene Herzaktion.
  • Zur Ursachensuche gehören die äußere Untersuchung des Kindes, Obduktion, Karyotypisierung und Mikroarray-Analyse, die Untersuchung der Plazenta, mütterliches Blutbild, Kleihauer-Betke-Test, Antiphospholipid-Antikörper, TSH, HbA1c, TORCH-Serologie, Syphilis-Suchtest und ein Drogenscreening; häufig bleibt die Ursache dennoch unklar.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Intrauteriner Fruchttod mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Stillbirth (NCBI Bookshelf)
  2. MSD Manual (Profi-Ausgabe): Stillbirth
  3. MSD Manual (Profi-Ausgabe): Spontaneous Abortion

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.