Fetale Makrosomie

Prüfungsrelevanz: in 17 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 39

Synonyme
LGA, großes Kind, Riesenkind, schweres Kind
Fachgebiet
Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
Prüfungsrelevanz
17 von 197 Protokollen · Rang 39
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Definition
  2. Einteilung
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Definition

  • Fetale Makrosomie bezeichnet ein übermäßiges fetales Wachstum, definiert über ein absolutes Geburtsgewicht unabhängig vom Gestationsalter; üblich sind Grenzen von 4000 g oder 4500 g, eine einheitliche Definition gibt es nicht.
  • Davon abzugrenzen ist LGA (large for gestational age), ein Geburtsgewicht auf oder oberhalb der 90. Perzentile für das Gestationsalter.

Einteilung

  • Die Risiken steigen mit dem Gewicht: Zwischen 4000 und 4499 g nehmen Komplikationen mäßig zu, oberhalb von 4500 g steil, am höchsten sind sie über 5000 g.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • In einer Metaanalyse brachten 15,8 % der adipösen Mütter, aber nur 9,3 % der normal- oder untergewichtigen Mütter ein Kind von mindestens 4000 g zur Welt.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Neben der genetisch bestimmten Größe ist ein mütterlicher Diabetes die wichtigste Ursache: Die mütterliche Hyperglykämie führt zu hohen fetalen Insulinspiegeln, die anabol wirken; je schlechter die Stoffwechseleinstellung, desto größer der Fetus.
  • Auch die mütterliche Adipositas trägt bei; in der genannten Metaanalyse lag die unadjustierte Odds Ratio für ein Geburtsgewicht ab 4000 g bei 2,17.
  • Seltene Ursachen sind Syndrome wie das Beckwith-Wiedemann-, Sotos-, Marshall- und Weaver-Syndrom.

Klinik

Klinik und Komplikationen

  • Die Geburt kann erschwert sein; typische Geburtsverletzungen sind Schulterdystokie, Klavikula- oder Extremitätenfrakturen und perinatale Asphyxie, und Plexus-brachialis-Läsionen sowie Totgeburten nehmen oberhalb von 4500 g steil zu.
  • Neonatal treten vermehrt Atemnot, Mekoniumaspiration, Hypoglykämie und Polyglobulie auf; Kinder diabetischer Mütter sind zusätzlich durch Hypokalzämie, Hypomagnesiämie, Hyperbilirubinämie, Atemnotsyndrom und bestimmte Fehlbildungen gefährdet.
  • Die Neugeborenen wirken groß und plethorisch, der 5-Minuten-Apgar-Wert kann niedrig sein.

Diagnostik

  • Die pränatale Vorhersage ist schwierig; maßgeblich ist das Geburtsgewicht.
  • Die sonografische Gewichtsschätzung wird mit zunehmendem Gewicht ungenauer; für Geburtsgewichte über 4500 g liegt ihre Sensitivität bei nur 33–44 %.
  • Auch das Abtasten des Abdomens ist unzuverlässig, und eine mütterliche Adipositas erschwert die Einschätzung zusätzlich.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Fetale Makrosomie mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Macrosomia (NCBI Bookshelf)
  2. MSD Manual (Profi-Ausgabe): Large-for-Gestational-Age (LGA) Infant
  3. Biomed Res Int 2014: Maternal obesity and occurrence of fetal macrosomia – systematic review and meta-analysis (PMC, Open Access)

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.