Gestationshypertonie
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- Synonyme
- SIH, schwangerschaftsinduzierte Hypertonie, Schwangerschaftshochdruck, Schwangerschaftsbluthochdruck
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Prüfungsrelevanz
- 8 von 197 Protokollen · Rang 82
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Definition
Chronische vs. Gestationshypertonie
- Eine chronische Hypertonie ist entweder präexistent bekannt oder wird vor 20+0 SSW erstmals diagnostiziert und besteht nach der Schwangerschaft fort.
- Die Gestationshypertonie (früher SIH) tritt neu ab 20+0 SSW auf und ist charakterisiert durch das Fehlen von Proteinurie und Organbeteiligung.
- Eine Gestationshypertonie normalisiert sich typischerweise innerhalb von 12 Wochen postpartal.
- Die Gestationshypertonie ist eine nach der 20. SSW neu auftretende Hypertonie (mindestens 140 mmHg systolisch und/oder 90 mmHg diastolisch bei mindestens zwei Messungen im Abstand von mindestens 4 Stunden) ohne Kriterien einer Präeklampsie; sie bildet sich bis 6 Wochen nach der Geburt zurück.
Einteilung
- Abzugrenzen ist die chronische Hypertonie, die bereits vor der Schwangerschaft oder vor der 20. SSW besteht.
- Eine Präeklampsie liegt vor, wenn nach der 20. SSW zur Hypertonie eine neue, anders nicht erklärbare Proteinurie und/oder Zeichen eines Endorganschadens hinzukommen.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die Gestationshypertonie tritt in etwa 5–10 % der Schwangerschaften auf, häufiger bei Mehrlingsschwangerschaften, und meist erst nach der 37. SSW.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- Die Gestationshypertonie erhöht das Risiko für Präeklampsie und Eklampsie sowie für weitere schwere Komplikationen wie HELLP-Syndrom, hypertensive Enzephalopathie und Schlaganfall.
- Als Risikofaktoren für eine Präeklampsie gelten u. a. frühere Präeklampsie, Mehrlingsschwangerschaft, Nieren- und Autoimmunerkrankungen, Diabetes mellitus, chronische Hypertonie, Erstschwangerschaft, Alter ab 35 Jahren und ein BMI über 30 vor der Schwangerschaft.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Zeichen einer schweren Präeklampsie sind u. a. starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Verwirrtheit, rechtsseitige Oberbauch- oder Epigastrialschmerzen, Übelkeit, Dyspnoe und Oligurie; Ödeme an Gesicht und Händen sind spezifischer als lageabhängige Ödeme.
- Durch die verminderte uteroplazentare Durchblutung steigt das Risiko für fetale Wachstumsrestriktion, Hypoxie und vorzeitige Plazentalösung.
Diagnostik
- Der Blutdruck wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung gemessen; als schwer gelten Werte ab 160 mmHg systolisch und/oder 110 mmHg diastolisch.
- Zur Abgrenzung einer Präeklampsie dienen der Nachweis einer Proteinurie (etwa Protein-Kreatinin-Quotient ab 0,3) sowie Thrombozyten, Transaminasen und Kreatinin.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
- Geburtshilfe Frauenheilkd 2025: S2k-Leitlinie der DGGG, OEGGG und SGGG zu hypertensiven Erkrankungen in der Schwangerschaft (AWMF 015/018, Juni 2024), englische Fassung (PubMed Central)
- MSD Manual (Profi-Ausgabe): Hypertension in Pregnancy
- MSD Manual (Profi-Ausgabe): Preeclampsia and Eclampsia
- DocCheck Flexikon, Schwangerschaftsinduzierte Hypertonie
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.