Mastitis puerperalis
Prüfungsrelevanz: in 3 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 125
- Synonyme
- Brustentzündung, Wochenbettmastitis, Milchstau, Brustentzündung in der Stillzeit
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Geburt & Wochenbett
- Bilder
- Klinik 1
- Prüfungsrelevanz
- 3 von 197 Protokollen · Rang 125
- In der App
- 2 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (1)

Definition
- Die Mastitis puerperalis ist eine Entzündung der laktierenden Brust, die meist innerhalb der ersten 6 Wochen nach der Geburt auftritt.
Einteilung
- Abgegrenzt werden die laktationsassoziierte Mastitis und nicht laktationsassoziierte, chronisch-entzündliche Formen wie die periduktale und die idiopathische granulomatöse Mastitis; Komplikation beider ist der Brustabszess.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Typischerweise entsteht sie aus einem Milchstau und einer bakteriellen Infektion über verletzte Haut; häufigste Erreger sind Staphylokokken.
- Am konsistentesten mit einer Mastitis assoziiert war in der Übersicht eine Mamillenverletzung.
Klinik
Bild
- Die Mastitis puerperalis tritt meist auf in der zweiten bis vierten Woche nach der Geburt.
- Klinisch zeigen sich eine meist einseitige, oft keilförmige Rötung mit Überwärmung, Schmerz, Fieber über 38,5 °C und Krankheitsgefühl.
- Häufigster Erreger ist Staphylococcus aureus; Eintrittspforte sind Rhagaden der Mamille.
- Sonographisch wird gesucht nach einer echoarmen, eventuell septierten Einschmelzung als Zeichen des Abszesses.
Milchstau
- Typisch sind eine umschriebene, druckschmerzhafte Verhärtung mit Rötung und allenfalls leichtem Temperaturanstieg.
- Der Unterschied zur Mastitis liegt im Ausmaß der Allgemeinsymptome und im Fieber.
Klinik und Komplikationen
- Typisch sind Rötung, Verhärtung, Druckschmerz, Schmerzen, Schwellung und Überwärmung der Brust, oft mit hohem Fieber; Fieber einige Wochen nach Stillbeginn ist häufig durch eine Mastitis bedingt.
- Brustabszesse sind sehr selten, gelegentlich durch MRSA verursacht, und häufiger bei Raucherinnen und Frauen mit höherem Körpergewicht.
Diagnostik
Typische Bildbefunde
- Klinischer Befund (Mastitis puerperalis): Ein scharf begrenztes, keilförmiges Rötungsfeld zieht von der Peripherie zur Mamille hin; die Haut darüber ist gespannt und überwärmt. Es gibt keine Einziehung, keine Orangenhaut und keine tastbare Fluktuation.
- Die Diagnose wird anhand von Anamnese und klinischem Befund gestellt; abzugrenzen sind die schmerzhaften, rissigen Mamillen der ersten Stilltage und ein Milchstau ohne Entzündung oder Infektion.
- Bei unklarer oder nicht laktationsassoziierter Mastitis dienen Bildgebung, Histologie und bakterielle Kultur der Abklärung.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.