Goodpasture-Syndrom (Anti-GBM-Erkrankung)
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- Goodpasture-Syndrom, Anti-GBM-Erkrankung, Anti-Basalmembran-Glomerulonephritis, Morbus Goodpasture, pulmorenales Syndrom
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Nephrologie
- Bilder
- Histologie 1 · Makropräparat 1
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (2)
Histologie
MakropräparatDefinition
Die Anti-GBM-Erkrankung (Goodpasture-Erkrankung) ist eine Autoimmunerkrankung der kleinen Gefäße, bei der zirkulierende Antikörper gegen die glomeruläre und alveoläre Basalmembran gerichtet sind. Das Goodpasture-Syndrom bezeichnet die Kombination aus rapid progressiver Glomerulonephritis und Lungenblutung (diffuse alveoläre Hämorrhagie) bei Nachweis von Anti-GBM-Antikörpern; ohne Lungenbeteiligung spricht man von Anti-GBM-Glomerulonephritis.
Vorkommen & Epidemiologie
Die Erkrankung ist selten; Männer sind etwas häufiger betroffen. Meist zeigen sich Lungenblutung und Glomerulonephritis gemeinsam; nur eine Glomerulonephritis besteht bei 10–20 %, nur eine Lungenbeteiligung bei etwa 10 %.
Ätiopathogenese
Zielantigen ist die nicht-kollagene NC1-Domäne der α3-Kette des Typ-IV-Kollagens, die in den Basalmembranen der Nieren- und Lungenkapillaren besonders reichlich vorkommt. Bei genetischer Empfänglichkeit (bestimmte HLA-DR-Allele) legen Umweltfaktoren die alveolären Antigene frei: am häufigsten Zigarettenrauch, seltener virale Atemwegsinfekte oder das Einatmen von Kohlenwasserstoff-Lösungsmitteln. Die Antikörper binden an die Basalmembranen, aktivieren Komplement und lösen eine zellvermittelte Entzündung aus.
Klinik
Leitsymptom ist die Hämoptyse; sie kann trotz alveolärer Blutung fehlen. Weitere Beschwerden sind Husten, Dyspnoe bis zur respiratorischen Insuffizienz, Müdigkeit, Fieber, Gewichtsverlust und Hämaturie, manchmal als Makrohämaturie. Die Lungenblutung kann der Nierenbeteiligung um Wochen bis Jahre vorausgehen. Auskultatorisch reicht der Befund von unauffällig bis zu Rasselgeräuschen; Ödeme zeigen die Niereninsuffizienz, Blässe die Anämie an.
Diagnostik
- Bildgebung: Röntgen-Thorax oder CT mit beidseitigen fleckigen oder diffusen alveolären Verschattungen, meist ohne Kavernen, Rundherde oder Pleuraergüsse
- Anti-GBM-Antikörper im Serum (indirekte Immunfluoreszenz oder ELISA gegen die NC1-Domäne der α3-Kette); ihr Nachweis sichert die Diagnose
- ANCA: bei etwa 10–40 % zusätzlich positiv, meist perinukleäres Muster (doppelt positive Form)
- Urin und Nierenfunktion: Hämaturie, Proteinurie, Erythrozytenzylinder, Kreatininanstieg
- Nierenbiopsie v. a. bei fehlendem Antikörpernachweis: fokal segmental nekrotisierende Glomerulonephritis mit Halbmonden und lineare IgG-Ablagerung entlang der glomerulären Kapillaren
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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Weitere Themen: Nephrologie
- Akute Nierenschädigung (akutes Nierenversagen)
- Nephrotisches Syndrom
- Chronische Nierenkrankheit (chronische Niereninsuffizienz)
- Nephritisches Syndrom und Glomerulonephritis
- Akute interstitielle Nephritis
- Membranöse Nephropathie
- Nierenarterienstenose
- Diabetische Nephropathie
- Harnwegsinfektion und Zystitis
- Akute Pyelonephritis
- Autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD)
- Hantavirus-Infektion (Nephropathia epidemica)
Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.