Fokal segmentale Glomerulosklerose (FSGS)

Synonyme
FSGS, fokal-segmentale Glomerulosklerose, kollabierende Glomerulopathie, HIV-assoziierte Nephropathie
Fachgebiet
Innere Medizin · Nephrologie
Bilder
Histologie 2
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Histologie
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  10. Querverweise

Bilder (2)

Fokal segmentale Glomerulosklerose (FSGS) – Histologie (PAS) bei FSGS: Glomerulus mit umschriebener (segmentaler) Sklerose eines SchlingenanteilsHistologie
Histologie (PAS) bei FSGS: Glomerulus mit umschriebener (segmentaler) Sklerose eines SchlingenanteilsBild: Nephron (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Fokal segmentale Glomerulosklerose (FSGS) – Histologie der kollabierenden Variante: kollabiertes Kapillarknäuel mit vergrößerten Podozyten, daneben ProteinzylinderHistologie
Histologie der kollabierenden Variante: kollabiertes Kapillarknäuel mit vergrößerten Podozyten, daneben ProteinzylinderBild: Nephron (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
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Definition

Die fokal segmentale Glomerulosklerose (FSGS) ist ein histologisches Schädigungsmuster: Nur ein Teil der Glomeruli ist betroffen (fokal), und in diesen nur ein Abschnitt des Kapillarknäuels (segmental), der vernarbt und hyalinisiert. Klinisch führt sie meist zu einer großen, oft nephrotischen Proteinurie.

Vorkommen & Epidemiologie

In den USA ist die FSGS die häufigste Ursache eines idiopathischen nephrotischen Syndroms bei Erwachsenen; Schwarze Männer sind besonders häufig betroffen.

Ätiopathogenese

  • Primär (idiopathisch): Schädigung der Podozyten, vermutlich durch zirkulierende Faktoren
  • Familiär/genetisch: erbliche Defekte von Strukturproteinen der Schlitzmembran
  • Sekundär-adaptiv: Überlastung verbliebener Nephrone bei verminderter Nephronzahl (Refluxnephropathie, Nierendysplasie, Oligomeganephronie) oder bei Adipositas
  • Sekundär durch Viren und Substanzen: HIV-Infektion (HIV-assoziierte Nephropathie), Heroin, bestimmte Medikamente; außerdem Atheroembolien der Niere

Die Filterbarriere ist für Größe und Ladung gestört; die Proteinurie ist daher meist unselektiv und umfasst neben Albumin auch großmolekulare Proteine.

Klinik

Typisch sind große Proteinurie, Hypertonie, eingeschränkte Nierenfunktion und Ödeme, einzeln oder in Kombination. Manchmal besteht nur eine symptomlose Proteinurie unterhalb des nephrotischen Bereichs; eine Mikrohämaturie kommt gelegentlich vor. Die kollabierende Variante verläuft besonders schwer und schreitet rasch zum Nierenversagen fort.

Histologie

  • Lichtmikroskopisch herdförmige, segmentale Sklerose und Hyalinose einzelner Glomeruli; daneben normale Glomeruli. Wird kein betroffenes Glomerulum erfasst, kann die Biopsie falsch negativ sein.
  • Immunfluoreszenz: grobgranuläre bis noduläre Ablagerungen von IgM und C3 in sklerosierten Arealen
  • Elektronenmikroskopie: diffuse Verschmelzung der Podozytenfußfortsätze bei primärer FSGS, eher fleckförmig bei sekundären Formen
  • Varianten: u. a. Tip-Läsion (Sklerose am Abgang des Tubulus) und kollabierende Variante (gefältete, kollabierte Kapillarschlingen; typisch bei HIV oder intravenösem Drogenkonsum)

Diagnostik

Bei unklarer Proteinurie, nephrotischem Syndrom oder Nierenfunktionsstörung: Urinstatus und -sediment, Kreatinin und Harnstoff, 24-Stunden-Proteinurie oder Protein-Kreatinin-Quotient, HIV-Serologie und Anamnese zu Drogen und Medikamenten. Gesichert wird die Diagnose durch die Nierenbiopsie mit Immunfluoreszenz und Elektronenmikroskopie.

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Fokal segmentale Glomerulosklerose (FSGS) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

Im Browser starten  InnereFuchs ansehen →

Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Focal Segmental Glomerulosclerosis
  2. MSD Manual Professional: Overview of Nephrotic Syndrome

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.