Uterusfehlbildungen (Uterus septus, bicornis)
Prüfungsrelevanz: in 3 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 125
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Uterus & Endometrium
- Bilder
- Sonographie 1
- Prüfungsrelevanz
- 3 von 197 Protokollen · Rang 125
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (1)
Definition
- Angeborene Uterusfehlbildungen entstehen durch gestörte Bildung, Kanalisierung oder Fusion der Müller-Gänge oder durch fehlende Resorption des Mittelseptums.
- Der Uterus bicornis entsteht durch unvollständige Fusion der Müller-Gänge, typischerweise zwischen der 6. und 10. Woche, und besitzt zwei getrennte Cavumanteile bei einer Zervix.
Einteilung
- Gebräuchlich sind die ASRM-Klassifikation (zuletzt 2021, neun Kategorien) und die ESHRE/ESGE-Klassifikation von 2013; keine ist allgemein anerkannt.
- Für den Uterus septus verlangt ASRM 2021 eine Einziehung von mehr als 1 cm Tiefe mit einem Winkel unter 90° bei normaler äußerer Form, ESHRE/ESGE ein Verhältnis von Einziehung zu Wanddicke über 50 %.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Angeborene Uterusfehlbildungen finden sich bei etwa 5,5 % unselektierter Frauen, 8 % infertiler Frauen und 13,3 % der Frauen mit Fehlgeburten.
- Der Uterus septus macht etwa 35 % der Fehlbildungen aus, mit einer Prävalenz von 0,2–2,3 % im reproduktiven Alter.
Klinik
- Beim Uterus septus sind Infertilität, wiederholte Fehlgeburten, Frühgeburt und Lageanomalien des Kindes häufiger.
- Auch der Uterus bicornis ist mit Infertilität, wiederholten Fehlgeburten, vorzeitigen Wehen und Lageanomalien verbunden.
Diagnostik
- Als Goldstandard für den Uterus septus gilt die Hysteroskopie; der 3D-Vaginalultraschall stellt in der Koronarebene Cavum und äußere Fundusform dar.
- Zur Abgrenzung des Uterus bicornis vom Uterus septus werden 3D-Ultraschall oder MRT eingesetzt.
- In einer Metaanalyse betrugen gepoolte Sensitivität und Spezifität des 2D-Vaginalultraschalls für den Uterus septus 83 % und 99 %.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.
