Lynch-Syndrom in der Gynäkologie

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Synonyme
HNPCC, Mismatch-Reparatur-Defekt
Fachgebiet
Gynäkologie · Uterus & Endometrium
Bilder
Histologie & Zytologie 1
Prüfungsrelevanz
6 von 197 Protokollen · Rang 93
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Klinik
  5. Diagnostik
  6. Weiterlernen in der App
  7. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  8. Querverweise

Bilder (1)

Lynch-Syndrom in der Gynäkologie – Histologie & Zytologie: Immunhistochemie MLH1: Verlust der nukleären MLH1-Expression in den Drüsen eines endometrioiden Endometriumkarzinoms (blau), Stroma- und Entzündungszellen als interne Positivkontrolle …Histologie & Zytologie
Immunhistochemie MLH1: Verlust der nukleären MLH1-Expression in den Drüsen eines endometrioiden Endometriumkarzinoms (blau), Stroma- und Entzündungszellen als interne Positivkontrolle …Bild: Mikael Häggström, M.D. (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle

Definition

Lynch-Syndrom

  • Pathophysiologie: Das Lynch-Syndrom beruht auf einem Defekt der DNA-Mismatch-Reparatur.
  • Tumorrisiko: Es erhöht das Risiko für Kolon-, Endometrium- und Ovarialkarzinom.
  • Histologischer Hinweis: Der Hinweis in der Histologie ist ein Ausfall der Mismatch-Reparatur-Proteine in der Immunhistochemie.
  • Das Lynch-Syndrom ist eine autosomal-dominante erbliche Tumorprädisposition durch Keimbahnvarianten in den Mismatch-Reparatur-Genen MLH1, MSH2, PMS2 und MSH6 oder im EPCAM-Gen, das über eine Promotor-Hypermethylierung MSH2 ausschaltet.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Etwa 1 von 300 Personen ist betroffen; es ist die häufigste Ursache erblicher kolorektaler Karzinome.
  • Etwa 3 % der Endometriumkarzinome beruhen auf einem Lynch-Syndrom, während rund ein Viertel eine Mikrosatelliteninstabilität oder MMR-Defizienz aufweist.

Klinik

  • Das Lebenszeitrisiko für Krebs liegt je nach Variante und Tumorart zwischen 10 und 90 %.
  • Das Endometriumkarzinom ist der häufigste extrakolonische Tumor und bei Frauen oft die erste auftretende Krebserkrankung.
  • Bestimmte Varianten erhöhen auch das Ovarialkarzinomrisiko; Lynch-assoziierte Ovarialkarzinome sind meist endometrioid.

Diagnostik

  • Bei Tumorerkrankten wird das Tumorgewebe immunhistochemisch auf einen Verlust von MMR-Proteinen untersucht; die Mikrosatelliteninstabilität gilt als pathologisches Kennzeichen Lynch-assoziierter Tumoren.
  • Je nach Ausfallmuster klärt eine MLH1-Hypermethylierungsanalyse die Ursache des Verlusts; gesichert wird die Diagnose durch eine Keimbahntestung der MMR-Gene.
  • Familienanamnestische Kriterien wie die Amsterdam-Kriterien dienen der Identifikation von Anlageträgern.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Lynch-Syndrom in der Gynäkologie mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. Updates in gynecologic care for individuals with lynch syndrome (Front Oncol 2023, PubMed Central)
  2. The proportion of endometrial cancers associated with Lynch syndrome: a systematic review of the literature and meta-analysis (Genet Med 2019, PubMed Central)
  3. DocCheck Flexikon, BRCA1

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.