Endometriumkarzinom
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- Synonyme
- Gebärmutterkörperkrebs, Korpuskarzinom, Uteruskarzinom, Gebärmutterkrebs, Gebärmutterschleimhautkrebs
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Uterus & Endometrium
- Bilder
- Endoskopie & Makro 3 · Sonographie 4
- Prüfungsrelevanz
- 35 von 197 Protokollen · Rang 18
- In der App
- 4 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (7)
Endoskopie & Makro
Sonographie
Endoskopie & Makro
Sonographie
Endoskopie & Makro
Sonographie
SonographieEinteilung
Stadien
- FIGO I: Das Stadium FIGO I bedeutet eine Begrenzung des Tumors auf das Corpus uteri.
- FIGO II: Das Stadium FIGO II bedeutet eine Infiltration des Zervixstromas.
- FIGO III: Das Stadium FIGO III bedeutet eine lokale/regionale Ausbreitung.
- FIGO IIIC: Das Stadium FIGO IIIC1 bezeichnet pelvine, IIIC2 paraaortale LK-Metastasen.
- FIGO IV: Das Stadium FIGO IV bedeutet eine Blasen-/Darmmukosa-Infiltration, Fernmetastasen.
Warum sie eingeführt wurde
- Die alte Einteilung in Typ I und Typ II war prognostisch, aber nicht prädiktiv.
- Die molekulare Klassifikation ist heute Bestandteil der Stadieneinteilung.
- Bestimmt werden für die Klassifikation IHC für MMR/p53, molekular für POLE.
Die vier Gruppen
- POLE-mutiert bedeutet POLE-Exonuklease-Domänen-Mutation.
- MMRd bedeutet Verlust von Mismatch-Reparatur-Proteinen.
- p53abn bedeutet aberrante p53-Färbung, kopienzahlhoch.
- NSMP steht für „no specific molecular profile“.
- L1CAM ist Prognosemarker für NSMP-Gruppe (schlechter).
Ätiopathogenese
Grundprinzip
- Entstehung: Der Großteil der Endometriumkarzinome entsteht bei Östrogendominanz ohne Gestagenschutz.
- Östrogenunabhängige Karzinome: Ein Teil der Karzinome, besonders die serösen, entsteht dagegen östrogenunabhängig bei Atrophie.
Risikofaktoren
- Metabolische Faktoren: Zu den metabolischen Risikofaktoren gehören Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2, Hypertonie.
- Reproduktive Faktoren: Reproduktive Risikofaktoren sind Nulliparität, frühe Menarche, späte Menopause.
- Erbliche Faktoren: Ein erblicher Risikofaktor ist Lynch-Syndrom (Mismatch-Reparatur-Defekt).
Klinik
Grundsatz
- Grundsatz: Jede Blutung nach der Menopause gilt als abklärungspflichtig bis Karzinomausschluss.
- Häufigster Befund: Der häufigste Befund ist Endometriumatrophie.
- Karzinom-Inzidenz: Ein Karzinom findet sich in ca. 10 % der Fälle (altersabhängig).
- Definition: Die Menopause ist definiert als letzte Menses (nach 12 Monaten Amenorrhoe).
Weitere Fakten aus den Lernfragen
- Das Lynch-Syndrom ist ein erblicher Risikofaktor.
- Es ist durch einen Defekt in den Mismatch-Reparatur-Genen charakterisiert.
- Eine Abklärung, z. B. durch Hysteroskopie, erfolgt erst bei Auftreten einer Blutung.
- Das Grading des endometrioiden Karzinoms richtet sich nach dem Anteil solider, nicht-drüsiger Tumorareale.
- G1 und G2 werden als low grade, G3 als high grade zusammengefasst.
- Aggressive, nicht-endometrioide Typen (serös, klarzellig etc.) werden per definitionem als high grade (G3) eingestuft.
- Das endometrioide Adenokarzinom stellt den mit Abstand häufigsten histologischen Subtyp des Endometriumkarzinoms dar.
- Die Infiltration des Zervixstromas bei Begrenzung auf den Uterus definiert das FIGO-Stadium II.
- Das FIGO-Stadium I ist auf das Corpus uteri begrenzt.
- Die molekulare Klassifikation ist nicht mehr nur ein prognostischer Zusatz.
Histologie
Histologische Typen
- Häufigster Typ: Der häufigste histologische Typ des Endometriumkarzinoms ist das endometrioide Adenokarzinom.
- Aggressive Typen: Zu den aggressiven, nicht endometrioiden Typen gehören seröses, klarzelliges, undifferenziertes Ca, Karzinosarkom.
- Seröses Karzinom: Das seröse Karzinom ist typischerweise p53-aberrant bei Atrophie.
- Karzinosarkom: Das Karzinosarkom gilt heute als Karzinom mit sarkomatoider Differenzierung.
Grading
- Grading-Kriterium: Das Grading des endometrioiden Karzinoms richtet sich nach dem Anteil solider, nicht-glandulärer Tumorareale.
- Gradeinteilung: G1 und G2 werden zusammengefasst als low grade, G3 als high grade.
- Nicht-endometrioide Typen: Die nicht endometrioiden Typen gelten unabhängig vom Wachstumsmuster als high grade.
Diagnostik
Staging-Untersuchungen
- Becken-MRT: Das Becken-MRT dient vor allem Beurteilung von Myometriuminvasion/Zervixbefall.
Untersuchung
- Klinische Untersuchung: Der Untersuchungsgang umfasst Inspektion, Spekulum, Palpation, Vaginalsonographie.
- Zervix-Abklärung: Zytologisch und kolposkopisch wird abgeklärt, bei Blutung aus dem Zervikalkanal oder auffälligem Abstrich.
Endometriumdicke
- Grenzwert bei Blutung: Als Grenzwert bei Postmenopausenblutung gilt ein Endometrium von 3–4 mm.
- Rezidivblutung: Bei rezidivierender Blutung gilt die invasive Abklärung unabhängig von der gemessenen Dicke.
- Flüssigkeit im Cavum: Flüssigkeit im Cavum bedeutet postmenopausal einen abklärungsbedürftigen Befund (V.a. Karzinom).
Typische Bildbefunde
- Sonographie (Endometriumkarzinom): Das Cavum ist von einer chaotisch strukturierten, teils echoarmen, teils echoreichen Masse ausgefüllt. Die Grenze zwischen Endometrium und Myometrium ist über eine längere Strecke nicht mehr abgrenzbar; die Uteruswand wirkt an dieser Stelle unregelmäßig.
- Sonographie (Endometriumkarzinom): Das Cavum ist von einer 17 mm dicken, inhomogenen Masse ausgefüllt, die unregelmäßig begrenzt ist. Die Grenzlinie zum Myometrium lässt sich stellenweise nicht mehr verfolgen, das Binnenecho ist gemischt echoarm und echoreich.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.