Postmenopausenblutung

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Synonyme
PMB, Blutung nach den Wechseljahren, Endometriumatrophie
Fachgebiet
Gynäkologie · Uterus & Endometrium
Bilder
Sonographie 3
Prüfungsrelevanz
18 von 197 Protokollen · Rang 38
In der App
2 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (3)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (3)

Postmenopausenblutung – Sonographie: Transvaginalsonographie: Endometrium 17 mm bei histologisch gesichertem EndometriumkarzinomSonographie
Transvaginalsonographie: Endometrium 17 mm bei histologisch gesichertem EndometriumkarzinomBild: Ahmed B, Chowdhury R, Shirin SA, Habib AH – Cureus 17(9):e89612 (2025) · CC BY 4.0 · Quelle · Ausschnitt
Postmenopausenblutung – Sonographie: Transvaginalsonographie bei Postmenopausenblutung: dünnes, atrophes EndometriumSonographie
Transvaginalsonographie bei Postmenopausenblutung: dünnes, atrophes EndometriumBild: Mikael Häggström (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle · Ausschnitt
Postmenopausenblutung – Sonographie: Transvaginalsonographie: Flüssigkeitsansammlung im Cavum uteri postmenopausalSonographie
Transvaginalsonographie: Flüssigkeitsansammlung im Cavum uteri postmenopausalBild: Mikael Häggström (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle · Ausschnitt
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Definition

Grundsatz

  • Grundsatz: Jede Blutung nach der Menopause gilt als abklärungspflichtig bis Karzinomausschluss.
  • Häufigster Befund: Der häufigste Befund ist Endometriumatrophie.
  • Karzinom-Inzidenz: Ein Karzinom findet sich in ca. 10 % der Fälle (altersabhängig).
  • Definition: Die Menopause ist definiert als letzte Menses (nach 12 Monaten Amenorrhoe).
  • Als Postmenopausenblutung gilt eine abnorme uterine Blutung, die mehr als ein Jahr nach dem endgültigen Ausbleiben der Menstruation infolge erloschener Follikelaktivität auftritt.
  • Die Menopause wird klinisch nach einem Jahr Amenorrhoe festgestellt; Blutungen nach diesem Zeitpunkt gelten als abnorm.
  • In den USA liegt das mittlere Menopausenalter bei 51 Jahren.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Die Postmenopausenblutung ist Anlass für etwa zwei Drittel aller gynäkologischen Praxisbesuche postmenopausaler Frauen.
  • Etwa 10 % der Frauen mit Postmenopausenblutung haben ein intrauterines Malignom.
  • Andererseits hatten rund 90 % der postmenopausalen Frauen mit Endometriumkarzinom eine vaginale Blutung.

Ätiopathogenese

Ursachen und Risikofaktoren

  • Häufigste Ursache ist die Atrophie des Endometriums bzw. des unteren Genitaltrakts; weitere häufige Ursachen sind Endometriumhyperplasie und Polypen.
  • Risikofaktoren für das Typ-I-Endometriumkarzinom sind Adipositas, höheres Alter, frühe Menarche, späte Menopause, Hypertonie, Diabetes und das Lynch-Syndrom.
  • Typ-I-Karzinome sind endometrioid und machen 70–80 % der Endometriumkarzinome aus; Typ-II-Karzinome sind nicht endometrioid und seltener mit diesen Risikofaktoren verbunden.

Klinik

Atrophie als Blutungsquelle

  • Was man im Spekulum sieht: Blasse, glatte, vulnerable Schleimhaut.
  • Typische Begleitbeschwerden: Trockenheit, Brennen, Juckreiz, Dyspareunie.
  • Warum die Atrophie entsteht: Östrogenmangel: dünneres Epithel, Glykogenmangel.
  • Was daraus zusätzlich folgt: Harnwegsinfekte und Drangbeschwerden.

Weitere Fakten aus den Lernfragen

  • Die Atrophie von Endometrium und Vagina ist die häufigste Ursache für eine Postmenopausenblutung.
  • Bei einer rezidivierenden Blutung nach der Menopause ist eine invasive Abklärung obligat.
  • Dies gilt auch dann, wenn die sonographisch gemessene Endometriumdicke unauffällig ist.
  • Flüssigkeit im Cavum kann auf eine Zervixstenose mit einem dahinterliegenden Karzinom hinweisen.
  • Daher ist dieser Befund postmenopausal immer abklärungsbedürftig.
  • Ein Endometriumkarzinom findet sich bei einer Postmenopausenblutung in etwa jedem zehnten Fall.
  • Der Anteil der Karzinome steigt mit zunehmendem Alter der Patientin an.
  • Bei einer Patientin mit Postmenopausenblutung wird ab einer Endometriumdicke von 3 bis 4 mm invasiv abgeklärt.
  • Ohne Blutung liegt der Grenzwert bei etwa 5 mm.
  • Der Östrogenmangel führt zur Ausdünnung des Epithels, wodurch tiefere Zellschichten (Parabasalzellen) zum Vorschein kommen.

Diagnostik

Untersuchung

  • Klinische Untersuchung: Der Untersuchungsgang umfasst Inspektion, Spekulum, Palpation, Vaginalsonographie.
  • Zervix-Abklärung: Zytologisch und kolposkopisch wird abgeklärt, bei Blutung aus dem Zervikalkanal oder auffälligem Abstrich.

Endometriumdicke

  • Grenzwert bei Blutung: Als Grenzwert bei Postmenopausenblutung gilt ein Endometrium von 3–4 mm.
  • Rezidivblutung: Bei rezidivierender Blutung gilt die invasive Abklärung unabhängig von der gemessenen Dicke.
  • Flüssigkeit im Cavum: Flüssigkeit im Cavum bedeutet postmenopausal einen abklärungsbedürftigen Befund (V.a. Karzinom).

Typische Bildbefunde

  • Sonographie (Atrophes Endometrium): Der Endometriumstreifen ist zart, glatt begrenzt und durchgehend homogen; die Messung liegt deutlich unter 5 mm. Kein Flüssigkeitssaum, keine umschriebene Raumforderung, die Grenze zum Myometrium ist überall erhalten.
  • Der Vaginalultraschall ist eine effiziente, nichtinvasive Methode zur Erkennung von Endometriumveränderungen.
  • Bei einer Vortestwahrscheinlichkeit von 10 % senkt ein Endometrium unter 4 mm die Karzinomwahrscheinlichkeit auf etwa 2,4 %, unter 5 mm auf etwa 5 %.
  • Die histologische Sicherung erfolgt durch Endometriumbiopsie oder Abrasio.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Postmenopausenblutung mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 2 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. A Clinicopathological Evaluation of Postmenopausal Bleeding and Its Correlation with Risk Factors for Developing Endometrial Hyperplasia and Cancer: A Hospital-Based Prospective Study (J Midlife Health 2019, PubMed Central)
  2. StatPearls: Postmenopausal Bleeding (NCBI Bookshelf)
  3. DocCheck Flexikon, Endometriumkarzinom
  4. DocCheck Flexikon, Kolpitis

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.