Postmenopausenblutung
Prüfungsrelevanz: in 18 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 38
- Synonyme
- PMB, Blutung nach den Wechseljahren, Endometriumatrophie
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Uterus & Endometrium
- Bilder
- Sonographie 3
- Prüfungsrelevanz
- 18 von 197 Protokollen · Rang 38
- In der App
- 2 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (3)
Sonographie
Sonographie
SonographieDefinition
Grundsatz
- Grundsatz: Jede Blutung nach der Menopause gilt als abklärungspflichtig bis Karzinomausschluss.
- Häufigster Befund: Der häufigste Befund ist Endometriumatrophie.
- Karzinom-Inzidenz: Ein Karzinom findet sich in ca. 10 % der Fälle (altersabhängig).
- Definition: Die Menopause ist definiert als letzte Menses (nach 12 Monaten Amenorrhoe).
- Als Postmenopausenblutung gilt eine abnorme uterine Blutung, die mehr als ein Jahr nach dem endgültigen Ausbleiben der Menstruation infolge erloschener Follikelaktivität auftritt.
- Die Menopause wird klinisch nach einem Jahr Amenorrhoe festgestellt; Blutungen nach diesem Zeitpunkt gelten als abnorm.
- In den USA liegt das mittlere Menopausenalter bei 51 Jahren.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die Postmenopausenblutung ist Anlass für etwa zwei Drittel aller gynäkologischen Praxisbesuche postmenopausaler Frauen.
- Etwa 10 % der Frauen mit Postmenopausenblutung haben ein intrauterines Malignom.
- Andererseits hatten rund 90 % der postmenopausalen Frauen mit Endometriumkarzinom eine vaginale Blutung.
Ätiopathogenese
Ursachen und Risikofaktoren
- Häufigste Ursache ist die Atrophie des Endometriums bzw. des unteren Genitaltrakts; weitere häufige Ursachen sind Endometriumhyperplasie und Polypen.
- Risikofaktoren für das Typ-I-Endometriumkarzinom sind Adipositas, höheres Alter, frühe Menarche, späte Menopause, Hypertonie, Diabetes und das Lynch-Syndrom.
- Typ-I-Karzinome sind endometrioid und machen 70–80 % der Endometriumkarzinome aus; Typ-II-Karzinome sind nicht endometrioid und seltener mit diesen Risikofaktoren verbunden.
Klinik
Atrophie als Blutungsquelle
- Was man im Spekulum sieht: Blasse, glatte, vulnerable Schleimhaut.
- Typische Begleitbeschwerden: Trockenheit, Brennen, Juckreiz, Dyspareunie.
- Warum die Atrophie entsteht: Östrogenmangel: dünneres Epithel, Glykogenmangel.
- Was daraus zusätzlich folgt: Harnwegsinfekte und Drangbeschwerden.
Weitere Fakten aus den Lernfragen
- Die Atrophie von Endometrium und Vagina ist die häufigste Ursache für eine Postmenopausenblutung.
- Bei einer rezidivierenden Blutung nach der Menopause ist eine invasive Abklärung obligat.
- Dies gilt auch dann, wenn die sonographisch gemessene Endometriumdicke unauffällig ist.
- Flüssigkeit im Cavum kann auf eine Zervixstenose mit einem dahinterliegenden Karzinom hinweisen.
- Daher ist dieser Befund postmenopausal immer abklärungsbedürftig.
- Ein Endometriumkarzinom findet sich bei einer Postmenopausenblutung in etwa jedem zehnten Fall.
- Der Anteil der Karzinome steigt mit zunehmendem Alter der Patientin an.
- Bei einer Patientin mit Postmenopausenblutung wird ab einer Endometriumdicke von 3 bis 4 mm invasiv abgeklärt.
- Ohne Blutung liegt der Grenzwert bei etwa 5 mm.
- Der Östrogenmangel führt zur Ausdünnung des Epithels, wodurch tiefere Zellschichten (Parabasalzellen) zum Vorschein kommen.
Diagnostik
Untersuchung
- Klinische Untersuchung: Der Untersuchungsgang umfasst Inspektion, Spekulum, Palpation, Vaginalsonographie.
- Zervix-Abklärung: Zytologisch und kolposkopisch wird abgeklärt, bei Blutung aus dem Zervikalkanal oder auffälligem Abstrich.
Endometriumdicke
- Grenzwert bei Blutung: Als Grenzwert bei Postmenopausenblutung gilt ein Endometrium von 3–4 mm.
- Rezidivblutung: Bei rezidivierender Blutung gilt die invasive Abklärung unabhängig von der gemessenen Dicke.
- Flüssigkeit im Cavum: Flüssigkeit im Cavum bedeutet postmenopausal einen abklärungsbedürftigen Befund (V.a. Karzinom).
Typische Bildbefunde
- Sonographie (Atrophes Endometrium): Der Endometriumstreifen ist zart, glatt begrenzt und durchgehend homogen; die Messung liegt deutlich unter 5 mm. Kein Flüssigkeitssaum, keine umschriebene Raumforderung, die Grenze zum Myometrium ist überall erhalten.
- Der Vaginalultraschall ist eine effiziente, nichtinvasive Methode zur Erkennung von Endometriumveränderungen.
- Bei einer Vortestwahrscheinlichkeit von 10 % senkt ein Endometrium unter 4 mm die Karzinomwahrscheinlichkeit auf etwa 2,4 %, unter 5 mm auf etwa 5 %.
- Die histologische Sicherung erfolgt durch Endometriumbiopsie oder Abrasio.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
- A Clinicopathological Evaluation of Postmenopausal Bleeding and Its Correlation with Risk Factors for Developing Endometrial Hyperplasia and Cancer: A Hospital-Based Prospective Study (J Midlife Health 2019, PubMed Central)
- StatPearls: Postmenopausal Bleeding (NCBI Bookshelf)
- DocCheck Flexikon, Endometriumkarzinom
- DocCheck Flexikon, Kolpitis
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.