Rektozele und Enterozele

Prüfungsrelevanz: in 5 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 101

Fachgebiet
Gynäkologie · Beckenboden & Urogynäkologie
Bilder
Schema 2
Prüfungsrelevanz
5 von 197 Protokollen · Rang 101
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (2)

Rektozele und Enterozele – Schema: Schema (Sagittalschnitt): Rektozele – Vorwölbung der Rektumvorderwand durch das geschwächte Septum rectovaginale in die hintere ScheidenwandSchema
Schema (Sagittalschnitt): Rektozele – Vorwölbung der Rektumvorderwand durch das geschwächte Septum rectovaginale in die hintere ScheidenwandBild: Bikerhiker75 (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Rektozele und Enterozele – Schema: Schema (Sagittalschnitt): Enterozele – Dünndarm im vertieften Douglas-Raum wölbt sich zwischen Scheide und Rektum vor (Kreis)Schema
Schema (Sagittalschnitt): Enterozele – Dünndarm im vertieften Douglas-Raum wölbt sich zwischen Scheide und Rektum vor (Kreis)Bild: Bikerhiker75 (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle
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Definition

  • Die Rektozele ist eine Form des Deszensus, bei der das Rektum durch das Septum rectovaginale in die hintere Vaginalwand herniert.
  • Häufig besteht gleichzeitig ein Deszensus des vorderen, apikalen oder hinteren Kompartiments, etwa eine Enterozele, bei der Darm über den Douglas-Raum in den Vaginalkanal herniert.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Bis zu zwei Drittel der Frauen nach Geburten haben eine gewisse Rektozele, die meisten ohne Beschwerden.
  • Auch bei etwa 12 % der Nulliparae kann sich eine Rektozele entwickeln, was auf angeborene Defekte zurückgeführt wird.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Eine Schwächung oder ein Defekt des Septum rectovaginale lässt die vordere Rektumwand in die Scheide vortreten; häufigste Defektform ist ein querer Riss knapp oberhalb des Perinealkörpers.
  • Daneben trägt eine Schwächung des Musculus levator ani oder des umgebenden Bindegewebes bei.
  • Nicht beeinflussbare Risikofaktoren sind höheres Alter und genetische Veranlagung, weitere Faktoren höhere Parität, vaginale Geburt, Adipositas, Obstipation und chronisch erhöhter Bauchinnendruck.

Klinik

  • Typisch sind eine Vorwölbung der hinteren Vaginalwand, die beim Pressen zunimmt, terminale Obstipation mit Entleerungsstörung, perinealer Druck und vaginale oder pelvine Beschwerden.
  • Häufig besteht ein Gefühl der unvollständigen Darmentleerung; manche Patientinnen üben zur Defäkation mit den Fingern Druck auf die hintere Vaginalwand aus (Schienung), um den Winkel des Rektums zu verändern.
  • In fortgeschrittenen Fällen reicht der Prolaps über den Hymen, und die freiliegende Schleimhaut kann erodieren, bluten, sich infizieren oder ulzerieren.

Diagnostik

  • Die Untersuchung umfasst eine vaginale und rektale Beurteilung: Bei zurückgehaltener vorderer Wand wird die hintere Vaginalwand in Ruhe und beim Pressen sowie rektovaginal untersucht.
  • Im POP-Q-System wird die Rektozele über zwei Messpunkte der hinteren Vaginalwand erfasst und eingestuft.
  • Zur anatomischen Beurteilung dient meist die fluoroskopische Defäkographie, die dynamische MR-Defäkographie erlaubt eine detailliertere Darstellung; ergänzend kommen Sonographie, anorektale Manometrie oder Kolontransitstudien in Betracht.
  • Ein radiologischer Rektozelennachweis ist unspezifisch, da er sich in der Defäkographie bei bis zu 93 % gesunder, beschwerdefreier Frauen findet.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Rektozele und Enterozele mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Rectocele (NCBI Bookshelf)
  2. MSD Manual Professional: Anterior and Posterior Vaginal Wall Prolapse

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.