Dranginkontinenz und überaktive Blase

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Synonyme
überaktive Blase, OAB, Reizblase, Detrusorüberaktivität
Fachgebiet
Gynäkologie · Beckenboden & Urogynäkologie
Bilder
Klinik 1
Prüfungsrelevanz
13 von 197 Protokollen · Rang 57
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (1)

Dranginkontinenz und überaktive Blase – Klinik: Urodynamische Messkurve mit den Kanälen für Blasendruck (Pves), Abdominaldruck (Pabd), Detrusordruck (Pdet) und Harnfluss (Qura)
Urodynamische Messkurve mit den Kanälen für Blasendruck (Pves), Abdominaldruck (Pabd), Detrusordruck (Pdet) und Harnfluss (Qura)Bild: Warbeck (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle

Definition

  • Plötzlicher, zwingender und schwer zurückzuhaltender Harndrang, der häufig zu unwillkürlichem Urinverlust führt.
  • Der Urinverlust ist meist mäßig bis groß und tritt unmittelbar nach dem imperativen Harndrang auf.
  • Die überaktive Blase ist definiert als Harndrang, meist mit erhöhter Miktionsfrequenz und Nykturie, mit oder ohne Dranginkontinenz und ohne Harnwegsinfekt oder andere erkennbare Ursache.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Die Dranginkontinenz ist die häufigste Inkontinenzform im höheren Lebensalter, kommt aber auch bei Jüngeren vor.
  • Harninkontinenz insgesamt betrifft weltweit etwa 37 % der älteren Frauen.

Ätiopathogenese

Warum die Dranginkontinenz entsteht

  • Grundmechanismus: unwillkürliche Detrusorkontraktionen während der Füllphase.
  • Der Oberbegriff: überaktive Blase, eingeteilt in OAB dry ohne und OAB wet mit Urinverlust.
  • Auch Medikamente (Diuretika), Trinkmenge und ein entgleister Diabetes machen Drangbeschwerden.

Ätiologie und Pathogenese

  • Häufigste Ursache ist eine Detrusorüberaktivität mit unwillkürlichen Kontraktionen in der Füllungsphase, meist bei teilweise oder nahezu voller Blase.
  • Die Detrusorüberaktivität kann idiopathisch sein oder auf einer Funktionsstörung frontaler Hirnareale beruhen, die die Miktion unterdrücken, etwa durch Alterung, Demenz oder Schlaganfall, oder Folge einer Auslassobstruktion sein.
  • Neurologische Ursachen einer überaktiven Blase sind unter anderem Multiple Sklerose, Rückenmarkverletzung, Morbus Parkinson, Schlaganfall und Demenz.
  • Häufig wird die Dranginkontinenz durch Diuretika ausgelöst; bei Frauen trägt die im Alter häufige atrophische Vaginitis über eine Reizung der Urethra zum Harndrang bei.

Klinik

  • Typisch sind imperativer Harndrang, häufige Miktionen, Nykturie und nächtliche Inkontinenz.
  • Harndrang oder ein plötzlicher Urinabgang ohne Vorwarnung und ohne vorausgehende Erhöhung des Bauchinnendrucks spricht typischerweise für eine Detrusorüberaktivität.
  • Ältere Menschen mit Harndrang haben ein erhöhtes Sturz- und Frakturrisiko.

Diagnostik

  • Beim Hustentest spricht ein verzögerter oder anhaltender Urinverlust für eine durch den Husten ausgelöste Detrusorüberaktivität, ein sofort mit dem Husten beginnender und endender Verlust dagegen für eine Belastungsinkontinenz.
  • Urinanalyse, Urinkultur und Nierenfunktionswerte gehören zur Basisdiagnostik; ein Restharn unter 50 mL gilt als normal.
  • Ein Miktionstagebuch über 48 bis 72 Stunden erfasst Zeitpunkt und Volumen jeder Miktion und jeder Inkontinenzepisode.
  • Lösen in der Zystometrie weniger als 300 mL Füllung Harndrang oder Kontraktionen aus, sind Detrusorüberaktivität und Dranginkontinenz wahrscheinlich.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Dranginkontinenz und überaktive Blase mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 1 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Urge Incontinence (NCBI Bookshelf)
  2. MSD Manual Professional: Urinary Incontinence in Adults
  3. Overactive Bladder Symptoms Within Nervous System: A Focus on Etiology (Front Physiol 2021, PubMed Central)
  4. DocCheck Flexikon, Harninkontinenz

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.