Dranginkontinenz und überaktive Blase
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- Synonyme
- überaktive Blase, OAB, Reizblase, Detrusorüberaktivität
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Beckenboden & Urogynäkologie
- Bilder
- Klinik 1
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- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Definition
- Plötzlicher, zwingender und schwer zurückzuhaltender Harndrang, der häufig zu unwillkürlichem Urinverlust führt.
- Der Urinverlust ist meist mäßig bis groß und tritt unmittelbar nach dem imperativen Harndrang auf.
- Die überaktive Blase ist definiert als Harndrang, meist mit erhöhter Miktionsfrequenz und Nykturie, mit oder ohne Dranginkontinenz und ohne Harnwegsinfekt oder andere erkennbare Ursache.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die Dranginkontinenz ist die häufigste Inkontinenzform im höheren Lebensalter, kommt aber auch bei Jüngeren vor.
- Harninkontinenz insgesamt betrifft weltweit etwa 37 % der älteren Frauen.
Ätiopathogenese
Warum die Dranginkontinenz entsteht
- Grundmechanismus: unwillkürliche Detrusorkontraktionen während der Füllphase.
- Der Oberbegriff: überaktive Blase, eingeteilt in OAB dry ohne und OAB wet mit Urinverlust.
- Auch Medikamente (Diuretika), Trinkmenge und ein entgleister Diabetes machen Drangbeschwerden.
Ätiologie und Pathogenese
- Häufigste Ursache ist eine Detrusorüberaktivität mit unwillkürlichen Kontraktionen in der Füllungsphase, meist bei teilweise oder nahezu voller Blase.
- Die Detrusorüberaktivität kann idiopathisch sein oder auf einer Funktionsstörung frontaler Hirnareale beruhen, die die Miktion unterdrücken, etwa durch Alterung, Demenz oder Schlaganfall, oder Folge einer Auslassobstruktion sein.
- Neurologische Ursachen einer überaktiven Blase sind unter anderem Multiple Sklerose, Rückenmarkverletzung, Morbus Parkinson, Schlaganfall und Demenz.
- Häufig wird die Dranginkontinenz durch Diuretika ausgelöst; bei Frauen trägt die im Alter häufige atrophische Vaginitis über eine Reizung der Urethra zum Harndrang bei.
Klinik
- Typisch sind imperativer Harndrang, häufige Miktionen, Nykturie und nächtliche Inkontinenz.
- Harndrang oder ein plötzlicher Urinabgang ohne Vorwarnung und ohne vorausgehende Erhöhung des Bauchinnendrucks spricht typischerweise für eine Detrusorüberaktivität.
- Ältere Menschen mit Harndrang haben ein erhöhtes Sturz- und Frakturrisiko.
Diagnostik
- Beim Hustentest spricht ein verzögerter oder anhaltender Urinverlust für eine durch den Husten ausgelöste Detrusorüberaktivität, ein sofort mit dem Husten beginnender und endender Verlust dagegen für eine Belastungsinkontinenz.
- Urinanalyse, Urinkultur und Nierenfunktionswerte gehören zur Basisdiagnostik; ein Restharn unter 50 mL gilt als normal.
- Ein Miktionstagebuch über 48 bis 72 Stunden erfasst Zeitpunkt und Volumen jeder Miktion und jeder Inkontinenzepisode.
- Lösen in der Zystometrie weniger als 300 mL Füllung Harndrang oder Kontraktionen aus, sind Detrusorüberaktivität und Dranginkontinenz wahrscheinlich.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.