Belastungsinkontinenz
Prüfungsrelevanz: in 25 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 30
- Synonyme
- Stressinkontinenz, hypermobile Urethra, Urinverlust beim Husten
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Beckenboden & Urogynäkologie
- Bilder
- Klinik 1
- Prüfungsrelevanz
- 25 von 197 Protokollen · Rang 30
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- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Definition
- Plötzlicher unwillkürlicher Urinverlust bei Aktivitäten, die den intraabdominellen Druck erhöhen, etwa körperliche Belastung, Niesen, Husten, Lachen oder Pressen.
- Urin geht verloren, wenn der Druck in der Blase den urethralen Verschlussdruck übersteigt.
Einteilung
- Pathophysiologisch werden eine urethrale Hypermobilität mit Tiefertreten des Blasenhalses bei geschwächtem Halteapparat und eine intrinsische Sphinkterinsuffizienz unterschieden.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Im Laufe des Lebens erleben mehr als 60 % der Frauen eine Harninkontinenz, häufiger nach Geburten und mit zunehmendem Alter; in einer US-Erhebung an über 15.000 Frauen berichteten etwa 25 % über eine reine Belastungsinkontinenz.
- Die Belastungsinkontinenz gehört zu den häufigsten Inkontinenzformen der Frau.
Ätiopathogenese
Warum die Belastungsinkontinenz entsteht
- Grundmechanismus: der Urethraverschlussdruck unterschreitet unter Belastung den Blasendruck.
- Strukturelles Korrelat: die suburethrale Aufhängung aus Faszie, Bändern und Levator ani stützt den Blasenhals nicht mehr.
- Risikofaktoren: vaginale Geburten, makrosome Kinder, Adipositas, chronischer Husten, Östrogenmangel, schwere körperliche Arbeit.
Ätiologie und Pathogenese
- Hauptstütze von Blasenhals und Harnröhre ist der Musculus-levator-ani-Komplex.
- Risikofaktoren bei Frauen sind Schwangerschaft, mehrere vaginale Geburten, Menopause und Adipositas; weitere beeinflussbare Faktoren sind Rauchen und chronische Obstipation.
Klinik
Weitere Fakten aus den Lernfragen
- Die Belastungsinkontinenz stellt etwa die Hälfte der Fälle dar.
- Die Mischform macht etwa ein Drittel aus.
- Ein intrinsischer Sphinkterdefekt ist das Korrelat einer starren, hypomobilen Urethra.
- Der Grundmechanismus der Dranginkontinenz sind unwillkürliche Kontraktionen des Blasenmuskels (M. detrusor vesicae) während der Füllungsphase.
- Als Risikofaktoren für die Belastungsinkontinenz gelten unter anderem vaginale Geburten, makrosome Kinder, Adipositas und chronischer Husten.
- Der Urinverlust tritt bei Aktivitäten mit Druckanstieg wie Husten, Niesen, Lachen oder Anstrengung auf.
- Ein Beckenorganprolaps, häufig nach der Menopause oder nach Geburten, ist oft mit einer Belastungsinkontinenz verbunden.
Diagnostik
- Ein Miktionstagebuch ist ein wertvolles Hilfsmittel; beim Hustentest mit voller Blase belegt ein Urinabgang aus der Harnröhre im Moment des Hustens die Belastungsinkontinenz.
- Beim Q-Tip-Test spricht eine Winkeländerung von mindestens 30° beim Pressen für eine urethrale Hypermobilität.
- Zur urodynamischen Abklärung gehören unter anderem Restharnmessung, Urethradruckprofil und Leak-Point-Pressure; ein maximaler urethraler Verschlussdruck unter 20 cmH2O ist mit einer intrinsischen Sphinkterinsuffizienz assoziiert.
- Ein abdomineller Leak-Point-Pressure unter 60 cmH2O spricht für eine intrinsische Sphinkterinsuffizienz oder eine kurze funktionelle Harnröhrenlänge, Werte über 90–100 cmH2O für eine hypermobilitätsbedingte Belastungsinkontinenz.
- Beim Vorlagentest wird der Urinverlust durch Wiegen einer Vorlage vor und nach festgelegten Belastungen bestimmt; im Einstundentest gilt eine Gewichtszunahme um 1 g als signifikant.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.