Uterusprolaps (Descensus uteri)

Prüfungsrelevanz: in 8 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 82

Fachgebiet
Gynäkologie · Beckenboden & Urogynäkologie
Bilder
Klinik 3 · Kolposkopie 1
Prüfungsrelevanz
8 von 197 Protokollen · Rang 82
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (4)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (4)

Uterusprolaps (Descensus uteri) – Klinik: Dekubitalulzera bei langbestehendem Totalprolaps
Dekubitalulzera bei langbestehendem TotalprolapsBild: Lucchina AG, Rescigno E, Alessandra C, Nicolai G, Scarano A. (Clin Case Rep 2026) · CC BY 4.0 · Quelle
Uterusprolaps (Descensus uteri) – Kolposkopie: Descensus uteri — Portio im IntroitusKolposkopie
Descensus uteri — Portio im IntroitusBild: Mikael Häggström (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle
Uterusprolaps (Descensus uteri) – Klinik: Descensus uteri, im Stehen sichtbar
Descensus uteri, im Stehen sichtbarBild: Mikael Häggström (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle
Uterusprolaps (Descensus uteri) – Klinik: Totalprolaps / Procidentia uteri (Stadium IV)
Totalprolaps / Procidentia uteri (Stadium IV)Bild: Antunes J, Monteiro M, Bacelar C. (Cureus 2025) · CC BY 4.0 · Quelle
1 / 4

Definition

  • Tiefertreten des Uterus mit der Zervix in Richtung des Introitus oder darüber hinaus; bei Frauen ohne Uterus kann entsprechend der Scheidenabschluss tiefertreten (apikaler Prolaps).
  • Beim Totalprolaps (Prozidenz) sinken vordere und hintere Vaginalwand zusammen mit dem Apex ab, und der Uterus kann vor den Introitus treten.

Einteilung

  • Im POP-Q-System beschreibt Punkt C die Zervix bzw. den Scheidenabschluss und Punkt D das hintere Scheidengewölbe; ohne Deszensus liegt die Zervix etwa 4,5 bis 7,5 cm oberhalb der Hymenalreste.
  • Die POP-Q-Stadien reichen von 0 (kein Prolaps) bis IV (vollständige Eversion); die ältere Baden-Walker-Einteilung gilt als unpräzise und wird kaum noch verwendet.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Der Deszensus ist eine häufige gynäkologische Erkrankung, die Prävalenzangaben schwanken jedoch; in einer Studie an 8000 Frauen berichteten 8,3 % über einen symptomatischen Prolaps.
  • Beim Uterusprolaps besteht meist zusätzlich eine Zystozele oder Rektozele.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Ursache sind hernienähnliche Erschlaffungen der Bänder, Faszien und Muskeln, die die Beckenorgane stützen.
  • Häufige Risikofaktoren sind vaginale Geburten, besonders mit verlängerter Austreibungsperiode, instrumenteller vaginaler Geburt oder großem Neugeborenen, sowie Adipositas, höheres Alter und chronisch erhöhter Bauchinnendruck; seltener sind sakrale Nervenstörungen und Bindegewebserkrankungen.

Klinik

  • Bei leichtem Prolaps sind die Beschwerden meist gering; häufigstes Symptom ist eine vaginale Vorwölbung, die durch spontane Reposition zeitweise verschwinden kann.
  • Bei ausgeprägterem Prolaps treten Fülle- und Druckgefühl, sexuelle Funktionsstörungen, das Gefühl des Herausfallens, Kreuzschmerzen, unvollständige Blasenentleerung und Obstipation auf.
  • Harninkontinenz ist häufig; die absinkenden Organe können den Harnabfluss zeitweise behindern, eine Harnretention mit Überlaufinkontinenz verursachen und eine Belastungsinkontinenz maskieren.
  • Vor den Introitus prolabierte Schleimhaut kann austrocknen, sich verdicken, chronisch entzünden, ödematös werden und ulzerieren; die Ulzera können schmerzen oder bluten.

Diagnostik

  • Die Diagnose wird klinisch mit Spekulumeinstellung und bimanueller Untersuchung in Ruhe und beim Pressen gestellt und der Schweregrad mit dem POP-Q-System dokumentiert.
  • Im Stehen zeigt sich der Prolaps ausgeprägter als im Liegen, während Zug an der Zervix das Ausmaß eines apikalen Deszensus überschätzen kann.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Uterusprolaps (Descensus uteri) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

Im Browser starten  GynFuchs ansehen →

Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. MSD Manual Professional: Uterine and Apical Prolapse
  2. MSD Manual Professional: Overview of Pelvic Organ Prolapse (POP)
  3. International Urogynecology consultation chapter 2 committee 3: the clinical evaluation of pelvic organ prolapse including investigations into associated morbidity/pelvic floor dysfunction (Int Urogynecol J 2023, PubMed Central)

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.