Larvierte Belastungsinkontinenz
Prüfungsrelevanz: in 6 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 93
- Synonyme
- okkulte Belastungsinkontinenz, Quetschhahnphänomen
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Beckenboden & Urogynäkologie
- Prüfungsrelevanz
- 6 von 197 Protokollen · Rang 93
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Definition
Definition und Mechanismus
- Der Mechanismus heißt: Quetschhahnphänomen — die Zystozele knickt die Urethra ab und verschließt sie.
- Deshalb berichten manche Patientinnen: über Restharn und erschwerte Miktion statt über Urinverlust.
- Belastungsinkontinenz, die durch einen Deszensus verdeckt wird und erst nach Reposition des Prolapses in Erscheinung tritt (okkulte Belastungsinkontinenz).
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die berichtete Häufigkeit der okkulten Belastungsinkontinenz schwankt zwischen 8 und 57 %, was die fehlenden einheitlichen Diagnosekriterien widerspiegelt.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- Belastungsinkontinenz und Deszensus treten wegen gemeinsamer Pathomechanismen häufig zusammen auf; wichtigste Risikofaktoren der Belastungsinkontinenz sind Schwangerschaft und höheres Lebensalter.
- Nach klassischer Vorstellung knickt der tiefertretende Blasenboden die Harnröhre ab oder komprimiert sie und verdeckt so die Inkontinenz; diese Deutung wird inzwischen auch kritisch diskutiert.
- Eine Belastungsinkontinenz ist bei leichtem bis mittelgradigem Deszensus häufiger, während bei mittel- bis höhergradigem Deszensus Entleerungsstörungen überwiegen.
Klinik
- Im Vordergrund stehen Deszensusbeschwerden wie Druckgefühl im Becken, eine spür- oder sichtbare Vorwölbung in der Scheide und Schwierigkeiten bei der Blasen- oder Darmentleerung, während ein Urinverlust bei Belastung fehlen kann.
Diagnostik
Wie man sie vorher aufdeckt
- Elevationstest: die Senkung wird reponiert und dann unter Husten auf Urinabgang geprüft.
- Bei unklarem Befund: die Urodynamik mit Reposition der Senkung.
- Nachgewiesen wird die okkulte Inkontinenz durch einen Hustentest bei reponiertem Prolaps, etwa mit einem Spekulum, und einer Blasenfüllung von mindestens 200 ml.
- Das maximale Ausmaß des Deszensus wird dagegen bei leerer Blase beurteilt; ein Restharn über 100 ml gilt als Hinweis auf eine Entleerungsstörung.
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Weiterführende Literatur (Auswahl)
- Is occult stress urinary incontinence truly "occult"? (Gynecol Pelvic Med 2026, PubMed Central)
- International Urogynecology consultation chapter 2 committee 3: the clinical evaluation of pelvic organ prolapse including investigations into associated morbidity/pelvic floor dysfunction (Int Urogynecol J 2023, PubMed Central)
- StatPearls: Pelvic Organ Prolapse (NCBI Bookshelf)
- DocCheck Flexikon, Belastungsinkontinenz
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.