Habituelle Aborte
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- Synonyme
- wiederholte Fehlgeburten, rezidivierende Spontanaborte, RSA
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Frühschwangerschaft
- Prüfungsrelevanz
- 4 von 197 Protokollen · Rang 111
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Definition
Definition und Ursachen
- Zu den häufigen Ursachengruppen zählen chromosomale, uterine, endokrine, immunologische und thrombophile und männliche Faktoren.
- Bei etwa der Hälfte der Paare bleibt die Ursache trotz umfassender Diagnostik idiopathisch bzw. ungeklärt.
- In den USA gelten zwei oder mehr aufeinanderfolgende, sonografisch oder histologisch gesicherte Schwangerschaftsverluste als habituelle Aborte, im Vereinigten Königreich drei oder mehr aufeinanderfolgende Frühaborte.
- Primäre habituelle Aborte betreffen Frauen ohne vorangegangene Lebendgeburt, sekundäre Frauen mit mindestens einer früheren Lebendgeburt.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Nur etwa 2 % der Schwangeren erleiden zwei aufeinanderfolgende Schwangerschaftsverluste.
- Bei bis zu 50 % der Betroffenen lässt sich keine eindeutige Ursache finden.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Stichwort genetisch: Chromosomenanomalien des Feten erklären einen großen Teil der Fehlgeburten; bei einem Elternteil können balancierte Translokationen vorliegen.
- Stichwort anatomisch: Uterine oder zervikale Veränderungen wie Uterusfehlbildungen (etwa ein Uterus septus), Polypen, Myome, intrauterine Adhäsionen oder eine Zervixinsuffizienz kommen in Betracht.
- Stichwort internistisch: Schlecht eingestellte chronische Erkrankungen wie Hypo- oder Hyperthyreose, Diabetes mellitus, Hypertonie oder chronische Nierenerkrankung sind mögliche Ursachen.
- Das Risiko eines Schwangerschaftsverlusts ist zwischen 20 und 35 Jahren am niedrigsten und steigt ab 40 Jahren rasch an.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Habituelle Aborte sind psychisch belastend; vor allem bei ungeklärter Ursache treten Angst und Verunsicherung auf.
- Stress ist mit habituellen Aborten assoziiert, ein direkter ursächlicher Effekt ist jedoch nicht belegt.
Diagnostik
Anamnese und Basisdiagnostik
- Die endokrine Basisdiagnostik umfasst die Bestimmung von TSH und TPO-Antikörpern.
Weiterführende Diagnostik
- Zur Abklärung uteriner Anomalien wie eines Septums oder submuköser Myome eignen sich Sonographie, 3D-Sonographie und Hysteroskopie.
- Die Diagnose ist klinisch und beruht auf der Anamnese von zwei oder mehr vorausgegangenen Fehlgeburten.
- Ergänzend kann Abortgewebe genetisch untersucht werden.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Frühschwangerschaft
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.