Habituelle Aborte

Prüfungsrelevanz: in 4 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 111

Synonyme
wiederholte Fehlgeburten, rezidivierende Spontanaborte, RSA
Fachgebiet
Geburtshilfe · Frühschwangerschaft
Prüfungsrelevanz
4 von 197 Protokollen · Rang 111
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Definition
  2. Vorkommen & Epidemiologie
  3. Ätiopathogenese
  4. Klinik
  5. Diagnostik
  6. Weiterlernen in der App
  7. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  8. Querverweise

Definition

Definition und Ursachen

  • Zu den häufigen Ursachengruppen zählen chromosomale, uterine, endokrine, immunologische und thrombophile und männliche Faktoren.
  • Bei etwa der Hälfte der Paare bleibt die Ursache trotz umfassender Diagnostik idiopathisch bzw. ungeklärt.
  • In den USA gelten zwei oder mehr aufeinanderfolgende, sonografisch oder histologisch gesicherte Schwangerschaftsverluste als habituelle Aborte, im Vereinigten Königreich drei oder mehr aufeinanderfolgende Frühaborte.
  • Primäre habituelle Aborte betreffen Frauen ohne vorangegangene Lebendgeburt, sekundäre Frauen mit mindestens einer früheren Lebendgeburt.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Nur etwa 2 % der Schwangeren erleiden zwei aufeinanderfolgende Schwangerschaftsverluste.
  • Bei bis zu 50 % der Betroffenen lässt sich keine eindeutige Ursache finden.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Stichwort genetisch: Chromosomenanomalien des Feten erklären einen großen Teil der Fehlgeburten; bei einem Elternteil können balancierte Translokationen vorliegen.
  • Stichwort anatomisch: Uterine oder zervikale Veränderungen wie Uterusfehlbildungen (etwa ein Uterus septus), Polypen, Myome, intrauterine Adhäsionen oder eine Zervixinsuffizienz kommen in Betracht.
  • Stichwort internistisch: Schlecht eingestellte chronische Erkrankungen wie Hypo- oder Hyperthyreose, Diabetes mellitus, Hypertonie oder chronische Nierenerkrankung sind mögliche Ursachen.
  • Das Risiko eines Schwangerschaftsverlusts ist zwischen 20 und 35 Jahren am niedrigsten und steigt ab 40 Jahren rasch an.

Klinik

Klinik und Komplikationen

  • Habituelle Aborte sind psychisch belastend; vor allem bei ungeklärter Ursache treten Angst und Verunsicherung auf.
  • Stress ist mit habituellen Aborten assoziiert, ein direkter ursächlicher Effekt ist jedoch nicht belegt.

Diagnostik

Anamnese und Basisdiagnostik

  • Die endokrine Basisdiagnostik umfasst die Bestimmung von TSH und TPO-Antikörpern.

Weiterführende Diagnostik

  • Zur Abklärung uteriner Anomalien wie eines Septums oder submuköser Myome eignen sich Sonographie, 3D-Sonographie und Hysteroskopie.
  • Die Diagnose ist klinisch und beruht auf der Anamnese von zwei oder mehr vorausgegangenen Fehlgeburten.
  • Ergänzend kann Abortgewebe genetisch untersucht werden.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Habituelle Aborte mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 1 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Recurrent Pregnancy Loss (NCBI Bookshelf)
  2. MSD Manual (Profi-Ausgabe): Recurrent Pregnancy Loss
  3. ESHRE guideline: recurrent pregnancy loss, Hum Reprod Open 2018 (PMC, Open Access)
  4. DocCheck Flexikon, Habitueller Abort

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.