Missed Abortion (verhaltener Abort)
Prüfungsrelevanz: in 3 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 125
- Synonyme
- verhaltener Abort, Windei, Anembryonie
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Frühschwangerschaft
- Bilder
- Sonographie 2 · Kolposkopie 1
- Prüfungsrelevanz
- 3 von 197 Protokollen · Rang 125
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (3)
Sonographie
Kolposkopie
SonographieDefinition
Verhaltener Abort und Windei
- Eine Missed Abortion ist eine abgestorbene Schwangerschaft ohne Symptome bei geschlossener Zervix.
- Ein sicheres sonographisches Kriterium für eine Missed Abortion ist eine Scheitel-Steiß-Länge von SSL ≥7 mm ohne Herzaktion.
- Ein Windei (Anembryonie) bezeichnet eine Fruchthöhle ohne embryonalen Pol.
- Gemeint ist das symptomlose Absterben von Embryo oder Fetus ohne Ausstoßung des Schwangerschaftsgewebes (asymptomatischer Frühabort).
- Der Muttermund ist dabei geschlossen; eine vaginale Blutung fehlt meist.
Einteilung
- Eine Sonderform ist die anembryonale Schwangerschaft (früher Windei), bei der sich eine Fruchthöhle bildet und wächst, ein Embryo sich aber nicht entwickelt.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Etwa 10–15 % der bestätigten Schwangerschaften enden in einer Fehlgeburt, über 80 % davon im ersten Trimenon.
- Das Risiko hängt stark vom Alter ab: In einer großen Registerstudie lag es bei 25 bis 29 Jahren bei 10 %, bei 40 bis 44 Jahren bei 33 % und ab 45 Jahren bei 57 %.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Frühe Fehlgeburten beruhen häufig auf Chromosomenanomalien des Embryos; oft bleibt die Ursache unbekannt.
- Risikofaktoren sind ein sehr junges oder höheres mütterliches Alter, frühere Fehlgeburten, Rauchen, Alkohol- oder Kokainkonsum sowie schlecht eingestellte chronische Erkrankungen wie Diabetes, Hypertonie oder manifeste Schilddrüsenerkrankungen.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Viele Betroffene bemerken den Verlust nicht, besonders in frühen Stadien; der Befund fällt dann erst in der Sonografie auf.
Diagnostik
- Sonografisch beweisend sind eine Scheitel-Steiß-Länge von mindestens 7 mm ohne Herzaktion oder ein mittlerer Fruchthöhlendurchmesser von mindestens 25 mm ohne Embryo.
- Beweisend ist auch das Fehlen eines Embryos mit Herzaktion mindestens 2 Wochen nach Darstellung einer Fruchthöhle ohne Dottersack bzw. mindestens 11 Tage nach Darstellung einer Fruchthöhle mit Dottersack.
- Zahlreiche weitere Befunde an Fruchthöhle, Dottersack und Embryo sind verdächtig, aber nicht beweisend und erfordern eine Verlaufsuntersuchung; ein einzelner hCG-Wert beweist keinen Abort, wohl aber ein Abfall in seriellen Messungen.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.