Extrauteringravidität (EUG)
Prüfungsrelevanz: in 32 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 23
- Synonyme
- EUG, Eileiterschwangerschaft, Tubargravidität, ektope Schwangerschaft, Bauchhöhlenschwangerschaft
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Frühschwangerschaft
- Bilder
- Endoskopie & Makro 1 · Sonographie 4
- Prüfungsrelevanz
- 32 von 197 Protokollen · Rang 23
- In der App
- 3 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (5)
Endoskopie & Makro
Sonographie
Sonographie
Sonographie
SonographieDefinition
Lokalisation und Häufigkeit
- Die Extrauteringravidität (EUG) betrifft etwa 1 bis 2 % aller Schwangerschaften.
- Über 95 % aller EUG sind in der Tube lokalisiert, davon am häufigsten im ampullären Tubenabschnitt.
- Die interstitielle (kornuale) Lage macht etwa 2–4 % aller Extrauteringraviditäten aus.
- Eine seltene Sonderform ist die heterotope Schwangerschaft, bei der eine ektope und eine intrauterine Gravidität gleichzeitig besteht.
Klinik
Klinik und Diagnostik
- Die Leitsymptome sind eine sekundäre Amenorrhoe, einseitige Unterbauchschmerzen und leichte Schmierblutungen.
- Bei der Untersuchung finden sich typischerweise ein Portioschiebeschmerz, Druckschmerz im Douglasraum und oft ein einseitiger, tastbarer Adnexbefund.
- Bei einer Ruptur können ein akutes Abdomen, Kreislaufinstabilität und als Zeichen der Zwerchfellreizung auch einseitige Schulterschmerzen auftreten.
- Die ersten diagnostischen Schritte umfassen die Prüfung der Vitalparameter, einen Schwangerschaftstest, die Bestimmung von Blutgruppe und Hämoglobin sowie quantitatives hCG und Vaginalsonographie.
Weitere Fakten aus den Lernfragen
- Über 95 % aller Extrauteringraviditäten (EUG) sind in der Tube lokalisiert.
- Innerhalb der Tube ist die ampulläre Lokalisation die häufigste.
- Eine Ruptur führt zu einer intraabdominellen Blutung (Hämoperitoneum).
- Das Blut kann das Zwerchfell reizen, was sich als fortgeleiteter Schmerz in der Schulter äußern kann (Phrenicus-Zeichen).
- Die interstitielle, auch kornuale, Lokalisation ist seltener.
- Ihr Anteil an allen Extrauteringraviditäten beträgt etwa 2 bis 4 %.
- Tritt dennoch eine Schwangerschaft ein, ist der Anteil ektoper Anlagen im Verhältnis zu intrauterinen erhöht.
- Eine Corpus-luteum-Ruptur kann ebenfalls zu einem Hämoperitoneum und akuten Unterbauchschmerzen führen.
- Bei einer Extrauteringravidität bleibt das Cavum uteri leer, während das Endometrium hormonell stimuliert wird.
- Dieses Bild wird als dezidual verdicktes Endometrium bezeichnet und ist ein klassisches indirektes sonografisches Zeichen.
Diagnostik
Untersuchungsgang und indirekte Zeichen
- Ein wichtiges indirektes Zeichen ist ein leeres Cavum uteri bei positivem Schwangerschaftstest und einem hochaufgebauten Endometriums.
Klassische Adnexbefunde
- Das „Bagel Sign“ oder der Tubarring ist eine runde Struktur mit echoreichem Ring und echofreiem Zentrum, die sich getrennt vom Ovar liegt.
- Beim Verschiebeversuch mit der Sonde bewegt sich der Befund beim Bagel Sign unabhängig vom Ovar.
- Das „Blob Sign“ ist der häufigste Befund und stellt sich als inhomogene Raumforderung neben dem Ovar dar.
- Das „Ring of Fire“ im Farbdoppler zeigt eine kräftige zirkuläre Perfusion und ist unspezifisch (auch bei Corpus luteum).
Beweis und Alarmzeichen
- Der Beweis für eine Extrauteringravidität ist ausschließlich der Nachweis von extrauterinem Fruchtsack/Embryo.
- Dieser direkte Nachweis gelingt nur in ca. 20 % der Fälle.
- Freie Flüssigkeit im Douglasraum oder Morison-Pouch, die echogen ist (Hämatoperitoneum).
Sonderformen und unklarer Befund
- Bei einer interstitiellen Gravidität findet sich der Fruchtsack exzentrisch hoch im Fundus, umgeben von einem dünnen Myometriumstreifen (< 5 mm).
- Eine Sectionarbenschwangerschaft liegt vor, wenn der Fruchtsack in der Nische des vorderen unteren Uterinsegments lokalisiert ist und kaum Myometrium zur Blase hin besteht (< 5 mm).
- Bei einer Zervixgravidität lässt sich der Fruchtsack unterhalb des inneren Muttermunds bei geschlossenem Muttermund vom Zervikalabort über das „sliding sign“ abgrenzen.
- Ein unauffälliges Sonogramm bei positivem Test schließt eine Extrauteringravidität nicht aus; der Zustand wird als Schwangerschaft unbekannter Lokalisation bezeichnet.
Der beta-hCG-Verlauf
- Im Serum ist beta-hCG etwa 8–9 Tage nach der Ovulation nachweisbar, während Urintests erst ab dem Ausbleiben der Regelblutung zuverlässig werden.
- Bei einer intakten Frühschwangerschaft steigt der Wert um mindestens ≥ 50 % in 48 h.
- Das Maximum wird um die 8. bis 10. SSW erreicht, danach flacht der Anstieg ab.
- Ein unzureichender Anstieg oder ein zu langsamer Abfall spricht für eine gestörte oder ektope Schwangerschaft, beweist aber keine Lokalisation.
Typische Bildbefunde
- Sonographie (Extrauteringravidität): Neben dem Uterus, getrennt vom Ovar, liegt eine runde Struktur mit echoreichem, ringförmigem Randsaum und echoärmerem Zentrum (Tubarring, „Bagel Sign“). Das Cavum uteri enthält keine Fruchthöhle; das Endometrium ist verdickt-dezidualisiert.
- Sonographie (Extrauteringravidität): Neben dem Uterus liegt eine ringförmige Struktur mit echoreichem Randwall. Der Farbdoppler zeigt einen kräftigen, fast geschlossenen Gefäßkranz um diesen Ring herum, während das Cavum uteri keine Fruchthöhle enthält.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Frühschwangerschaft
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.