Urticaria papulosa (Strophulus)
- Synonyme
- Strophulus, Strophulus infantum, papulöse Urtikaria, Urtikaria papulosa, persistierende Insektenstichreaktion, papular urticaria, insect bite-induced hypersensitivity, persistent insect bite reaction
- Fachgebiet
- Dermatologie · Allergien
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- Klinik 1
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
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KI-IllustrationDefinition
Die Urticaria papulosa (Strophulus, papulöse Urtikaria) ist eine Überempfindlichkeitsreaktion auf Stiche und Bisse von Insekten und Spinnentieren mit chronischen oder wiederkehrenden, juckenden Papeln, vor allem bei Kindern. Sie wird auch als persistierende Insektenstichreaktion bezeichnet; als genauerer Begriff wurde „insect bite-induced hypersensitivity“ vorgeschlagen.
Vorkommen & Epidemiologie
Am häufigsten sind Kinder betroffen, weil sich bei ihnen noch keine Desensibilisierung gegen Insektenstiche entwickelt hat. Bei Erwachsenen tritt sie vor allem bei Reisenden in einer neuen Umgebung auf. Die Schübe häufen sich in der warmen Jahreszeit.
Ätiopathogenese
Immunologische Reaktion auf Stiche bzw. Bisse; der auslösende Stich wird selten bemerkt. Am häufigsten verantwortlich sind Flöhe und Milben von Katzen und Hunden; beschrieben sind auch Mücken, Bettwanzen, Vogelmilben, Teppichkäfer und Raupen. Mit zunehmender Desensibilisierung lässt die Reaktion nach Monaten bis Jahren nach.
Klinik
- Gruppen juckender, roter Papeln (0,2–2 cm) ohne Allgemeinsymptome, jeweils mit zentralem Punctum; die Papel kann von einer Quaddel umgeben sein, mitunter Bläschen in Schüben.
- Bevorzugt Beine und andere unbedeckte Areale (Unterarme, Gesicht), mitunter in kleinen Gruppen am ganzen Körper.
- Neue Läsionen entstehen alle paar Tage, während ältere abklingen; ein neuer Stich kann alte Läsionen reaktivieren.
- Die Papeln bestehen Tage bis Wochen und können postinflammatorische Pigmentierung oder hypopigmentierte Narben hinterlassen, besonders nach tiefem Kratzen; durch Kratzen ist eine bakterielle Superinfektion (Impetiginisierung) möglich.
Histologie
Leichtes dermales Ödem, Erythrozytenextravasate, interstitielle eosinophile Granulozyten und Exozytose von Lymphozyten; vaskulitische Merkmale sind möglich.
Diagnostik
- In der Regel klinische Diagnose; hilfreich ist die Frage nach Haustieren, Reisen und Jahreszeit.
- Eine Biopsie kann die Diagnose stützen, da Insektenstiche ein charakteristisches histologisches Bild zeigen.
- Betroffene Kinder werden häufig fehldiagnostiziert und aufwendig, teils invasiv untersucht; klinische Merkmale (SCRATCH-Prinzipien) sollen die frühe Diagnose erleichtern.
Differenzialdiagnosen
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Literatur (Auswahl)
Querverweise
Erwähnt in
Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.