Urtikariavaskulitis (normo- und hypokomplementämisch)

Synonyme
Urtikaria-Vaskulitis, urtikarielle Vaskulitis, hypokomplementämische Urtikariavaskulitis, McDuffie-Syndrom, urticarial vasculitis, hypocomplementaemic urticarial vasculitis syndrome, HUVS, McDuffie syndrome
Fachgebiet
Dermatologie · Gefäßerkrankungen der Haut
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Klinik 1
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4 Karteikarten
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Histologie
  7. Diagnostik
  8. Differenzialdiagnosen
  9. Weiterlernen in der App
  10. Literatur (Auswahl)
  11. Querverweise

Bilder (1)

Urtikariavaskulitis (normo- und hypokomplementämisch) – KI-Illustration (kein Patientenfoto)KI-Illustration
Urtikariavaskulitis (normo- und hypokomplementämisch) – KI-Illustration (kein Patientenfoto)KI-generierte Illustration zu Lehrzwecken – kein echtes Patientenfoto.

Definition

Die Urtikariavaskulitis ist eine seltene Vaskulitis der kleinen Hautgefäße. Sie zeigt urtikariaähnliche Quaddeln, die – anders als bei der Urtikaria – meist länger als 24 Stunden bestehen und mit Ekchymosen oder Hyperpigmentierung abheilen; histologisch liegt eine Vaskulitis vor.

Einteilung

  • Normokomplementämisch: normale Komplementspiegel, meist keine oder geringe systemische Beteiligung.
  • Hypokomplementämisch: erniedrigtes Komplement, verbunden mit Anti-C1q-Autoantikörpern, häufiger extrakutanen Symptomen und einer Assoziation zum systemischen Lupus erythematodes. Die syndromale Form mit Multiorganbefall heißt McDuffie-Syndrom.

Ätiopathogenese

Die Urtikariavaskulitis gilt als immunkomplexvermittelt: Komplementaktivierung setzt Anaphylatoxine frei, die neutrophile Granulozyten anlocken. Die meisten Fälle sind idiopathisch. Assoziationen bestehen mit Kollagenosen (SLE, Sjögren-Syndrom), monoklonalen IgM- oder IgA-Gammopathien, Leukämien und inneren Tumoren, Virusinfektionen (Hepatitis B und C, Mononukleose) sowie Arzneimittelreaktionen.

Klinik

  • Quaddeln bzw. rote Flecken und Plaques, oft brennend oder schmerzhaft, teils juckend, mitunter mit hellem Zentrum und Petechien; Einzelherde ortsfest über mehr als 24 Stunden.
  • Systemisch, v. a. bei der hypokomplementämischen Form: Angioödem, Gelenkschmerzen (etwa 50 %), Fieber, Bauchschmerzen (etwa 20 %), Lymphknotenschwellung, Lichtempfindlichkeit, Atemnot, Lungen- und Nierenbeteiligung.

Histologie

In frühen Herden leukozytoklastische Vaskulitis mit fibrinoider Nekrose der dermalen Gefäßwände und neutrophilenreichem perivaskulärem Infiltrat, in späteren Herden eher lymphozytär; die typischen Befunde sind nicht in jeder Biopsie nachweisbar.

Diagnostik

  • Hautbiopsie zur Sicherung der Vaskulitis.
  • Komplementspiegel zur Unterscheidung normo- vs. hypokomplementämisch; bei Hypokomplementämie Anti-C1q-Antikörper.
  • Suche nach Grunderkrankungen und Organbeteiligung, u. a. Nierenfunktion.
  • Dermatoskopie: purpurische Flecken und Globuli sprechen eher für eine Urtikariavaskulitis als für eine chronische Urtikaria.

Differenzialdiagnosen

Weiterlernen in der App

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Literatur (Auswahl)

  1. DermNet: Urticarial vasculitis
  2. PubMed: Urticarial vasculitis: Clinical and laboratory findings with a particular emphasis on differential diagnosis (PMID 35396080)
  3. PubMed: Urticarial vasculitis (PMID 34222586)
  4. PubMed: Urticarial vasculitis (PMID 39600289)

Querverweise

Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.