Corpus-luteum-Insuffizienz

Synonyme
Gelbkörperschwäche, Lutealinsuffizienz
Fachgebiet
Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Definition
  2. Vorkommen & Epidemiologie
  3. Ätiopathogenese
  4. Klinik
  5. Diagnostik
  6. Weiterlernen in der App
  7. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  8. Querverweise

Definition

Follikelpersistenz und Gelbkörperschwäche

  • Follikelpersistenz: Keine Ovulation, Östrogenproduktion persistiert.
  • Ihre typische Blutungsform: Lange, azyklische Dauerblutung (Metrorrhagie).
  • Corpus-luteum-Insuffizienz: Kurze/schwache Lutealphase, prämenstruelles Spotting.
  • Ihre Bedeutung beim Kinderwunsch: unzureichende Lutealphase für Implantation.
  • Corpus-luteum-Persistenz: Verlängerte Lutealphase, späte/starke Blutung.
  • Die Corpus-luteum-Insuffizienz ist eine klinische Diagnose, die mit einer verkürzten Lutealphase von 10 Tagen oder weniger verbunden ist; alternative Definitionen nennen 9 oder 11 Tage.
  • Als Ursachen werden eine zu kurze oder zu geringe Progesteronwirkung oder eine verminderte Empfindlichkeit des Endometriums gegenüber Progesteron diskutiert.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Kurze Lutealphasen kommen auch bei Frauen ohne Fertilitätsstörung vor; in einer Studie waren 13 % der ovulatorischen Zyklen betroffen.
  • Als eigenständige Ursache von Sterilität oder wiederholten Fehlgeburten ist sie nicht belegt.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Assoziiert sind niedrige FSH- und Östradiolspiegel in der Follikelphase sowie eine gestörte FSH- und LH-Pulsatilität.
  • Begünstigende Bedingungen sind hypothalamische Amenorrhö, Essstörungen, exzessiver Sport, deutlicher Gewichtsverlust, Stress, Adipositas, polyzystisches Ovarsyndrom, Endometriose, Alterung, Schilddrüsenfunktionsstörungen und Hyperprolaktinämie.

Klinik

  • Beschrieben sind kurze Zyklen und prämenstruelle Schmierblutungen sowie ein Zusammenhang mit Subfertilität und Fehlgeburten im ersten Trimenon, der jedoch unsicher ist.

Diagnostik

  • Die Diagnose wird klinisch gestellt; vorgeschlagen werden Zykluslänge, Basaltemperaturkurve oder LH-Urintests, Serumprogesteron und Endometriumbiopsie.
  • Keiner dieser Tests unterscheidet zuverlässig zwischen fertilen und infertilen Frauen, unter anderem weil Progesteron pulsatil sezerniert wird und innerhalb von 90 Minuten bis zum Achtfachen schwanken kann.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Corpus-luteum-Insuffizienz mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 1 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. ASRM Practice Committee: Committee Opinion zur Lutealphaseninsuffizienz (2021)
  2. ASRM Practice Committee: Committee Opinion zur Lutealphaseninsuffizienz (Fertil Steril 2026, Abstract in Europe PMC)
  3. DocCheck Flexikon, Corpus-luteum-Insuffizienz

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.