Adrenogenitales Syndrom (AGS)

Prüfungsrelevanz: in 1 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 171

Fachgebiet
Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
Bilder
Schema 1 · Mammographie/MRT 1
Prüfungsrelevanz
1 von 197 Protokollen · Rang 171
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (2)

Adrenogenitales Syndrom (AGS) – Schema: Schema: Steroidbiosynthese der Nebennierenrinde beim 21-Hydroxylase-Mangel – Block (umkreist) vor Aldosteron und Kortisol (gestrichelt), Rückstau der Vorstufen in die Androgensynthese …Schema
Schema: Steroidbiosynthese der Nebennierenrinde beim 21-Hydroxylase-Mangel – Block (umkreist) vor Aldosteron und Kortisol (gestrichelt), Rückstau der Vorstufen in die Androgensynthese …Bild: StarBuG (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle · Ausschnitt
Adrenogenitales Syndrom (AGS) – Mammographie/MRT: FDG-PET/CT (axial und koronar): vergrößerte Nebennieren mit Raumforderungen (Pfeile) bei angeborener Nebennierenhyperplasie durch 21-Hydroxylase-Mangel, histologisch MyelolipomMammographie/MRT
FDG-PET/CT (axial und koronar): vergrößerte Nebennieren mit Raumforderungen (Pfeile) bei angeborener Nebennierenhyperplasie durch 21-Hydroxylase-Mangel, histologisch MyelolipomBild: NICHD/A. Mallappa, D. Merke (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle · Ausschnitt
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Definition

  • Das adrenogenitale Syndrom umfasst eine Gruppe autosomal-rezessiv vererbter Enzymdefekte der Cortisolsynthese in der Nebennierenrinde; je nach Defekt besteht zusätzlich ein Mangel oder Überschuss an Mineralokortikoiden und Sexualhormonen, beim häufigen 21-Hydroxylase-Mangel ein Androgenüberschuss.

Einteilung

  • Etwa 90–95 % der Fälle beruhen auf einem 21-Hydroxylase-Mangel durch Mutationen im CYP21A2-Gen; seltener sind Defekte z. B. der 11β-Hydroxylase oder der 3β-HSD.
  • Klinisch unterscheidet man das klassische AGS mit Salzverlust oder als einfach virilisierende Form vom milderen nichtklassischen AGS, bei dem noch 20–80 % der normalen 21-Hydroxylase-Aktivität erhalten sind.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Das klassische AGS durch 21-Hydroxylase-Mangel tritt bei etwa 1 von 10 000 bis 20 000 Lebendgeburten auf, davon etwa 75 % mit Salzverlust; die nichtklassische Form ist häufiger, mit etwa 1 von 1000 in der weißen Bevölkerung und bis zu etwa 3 % in einzelnen Gruppen wie aschkenasischen Juden.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Der Cortisolmangel steigert über die fehlende Rückkopplung die ACTH-Ausschüttung; dies führt zu Nebennierenrindenhyperplasie, Anstau von Vorstufen wie 17-Hydroxyprogesteron und vermehrter Bildung adrenaler Androgene.
  • Ein Aldosteronmangel bei schwerem Enzymdefekt führt zu Salzverlust mit Hyponatriämie und Hyperkaliämie.

Klinik

  • Bei Mädchen mit klassischem AGS ist das äußere Genitale bei Geburt virilisiert mit Klitorisvergrößerung, Fusion der Labien und Sinus urogenitalis, während sich die Müller-Gänge normal zu Uterus und Tuben entwickeln.
  • Die Salzverlustform kann unerkannt zu einer lebensbedrohlichen Nebennierenkrise mit Hyponatriämie, Hyperkaliämie, Erbrechen, Hypoglykämie, Hypovolämie und Schock führen; Aldosteron ist erniedrigt, Renin erhöht.
  • Jungen haben meist ein unauffälliges Genitale, sodass die Diagnose ohne Screening verzögert sein kann; der Androgenüberschuss zeigt sich bei beiden Geschlechtern mit früher Pubesbehaarung und beschleunigtem Wachstum.
  • Das nichtklassische AGS ist bei Geburt symptomlos und äußert sich meist in Kindheit oder Adoleszenz, bei Mädchen mit vorzeitiger Pubarche, akzeleriertem Knochenalter, Hirsutismus, Oligomenorrhö und Akne, ähnlich einem PCOS.

Diagnostik

  • Leitbefund ist ein erhöhtes 17-Hydroxyprogesteron, das im Neugeborenenscreening bestimmt wird; bestätigend finden sich ein niedriges Cortisol und erhöhte Spiegel von DHEA, Androstendion und Testosteron.
  • In unklaren Fällen und bei später Manifestation hilft ein ACTH-Stimulationstest mit Hormonmessung vor und 60 Minuten nach ACTH; bei weiter unklarem Ergebnis ergänzt die Genotypisierung von CYP21A2 die Diagnostik.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Adrenogenitales Syndrom (AGS) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. MSD Manual Professional: Congenital Adrenal Hyperplasia Caused by 21-Hydroxylase Deficiency
  2. StatPearls: Congenital Adrenal Hyperplasia (NCBI Bookshelf)
  3. Genetics and Pathophysiology of Classic Congenital Adrenal Hyperplasia Due to 21-Hydroxylase Deficiency (J Clin Endocrinol Metab 2025, PubMed Central)

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.