Ovarialkarzinom
Prüfungsrelevanz: in 51 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 6
- Synonyme
- Eierstockkrebs, Ovarialtumor, high-grade seröses Karzinom, HGSC
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Ovar & Adnexe
- Bilder
- Endoskopie & Makro 2 · Sonographie 1
- Prüfungsrelevanz
- 51 von 197 Protokollen · Rang 6
- In der App
- 4 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (3)
Endoskopie & Makro
Sonographie
Endoskopie & MakroEinteilung
Stadien
- FIGO I: Das Stadium FIGO I beschreibt eine Begrenzung auf die Ovarien beziehungsweise Tuben.
- FIGO IC: Ein Stadium FIGO IC liegt vor bei Kapselruptur, Tumor an der Oberfläche oder positiver Spül- beziehungsweise Asziteszytologie.
- FIGO II: Das Stadium FIGO II bedeutet eine Ausbreitung im kleinen Becken.
- FIGO III: Das Stadium FIGO III beschreibt Peritonealmetastasen außerhalb des kleinen Beckens oder retroperitoneale Lymphknotenmetastasen.
- FIGO IV: Das Stadium FIGO IV umfasst Fernmetastasen, wobei der maligne Pleuraerguss als IVA gilt.
Die drei Gruppen
- Ursprungsgewebe: Nach ihrem Ursprungsgewebe unterscheidet man epitheliale Tumoren, Keimzelltumoren und Keimstrang-Stroma-Tumoren.
- Häufigkeit: Die Mehrzahl aller Ovarialkarzinome sind epitheliale Tumoren.
- Vierte Gruppe: Als vierte, nicht-primäre Gruppe kommen Metastasen anderer Organe im Ovar hinzu.
Ätiopathogenese
Wer getestet wird
- Testmaterial: Getestet wird die Keimbahn aus Blut und zusätzlich der Tumor auf somatische Mutationen und homologe Rekombinationsdefizienz.
- Prävalenz: Etwa jedes fünfte Ovarialkarzinom trägt eine Keimbahnmutation in BRCA1 oder BRCA2.
Klinik
Warum es spät auffällt
- Frühsymptome: Die Frühsymptome des Ovarialkarzinoms sind typischerweise unspezifisch — Zunahme des Bauchumfangs, Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Verdauungs- und Miktionsbeschwerden.
- Ausbreitung: Die Ausbreitung erfolgt überwiegend intraperitoneal durch Abschilferung von Tumorzellen entlang der Peritonealoberflächen.
- Häufiger Mitbefall: Aufgrund des Ausbreitungswegs ist beim Ovarialkarzinom häufig der Darm mit seinem Serosaüberzug mitbetroffen.
Weitere Fakten aus den Lernfragen
- Das Stadium FIGO I beschreibt einen Tumor, der auf die Ovarien oder die Eileiter begrenzt ist.
- Dies stellt das früheste Stadium der Erkrankung dar.
- Das Stadium FIGO IC liegt bei einem auf die Ovarien begrenzten Tumor vor, wenn zusätzliche Kriterien erfüllt sind.
- Dazu gehören eine Kapselruptur, Tumorwachstum an der Ovaroberfläche oder eine positive Aszites- bzw. Spülzytologie.
- Das Stadium FIGO IV umfasst Fernmetastasen.
- Ein maligner Pleuraerguss wird spezifisch als Stadium IVA klassifiziert.
- Das Stadium FIGO II ist definiert als eine Ausbreitung des Tumors innerhalb des kleinen Beckens.
- Dies kann beispielsweise den Befall von Uterus, Blase oder Rektum umfassen.
- Peritonealmetastasen außerhalb des kleinen Beckens entsprechen dem Stadium FIGO III.
- Das Stadium FIGO II beschreibt eine Ausbreitung, die auf das kleine Becken beschränkt ist.
Histologie
Die epithelialen Tumoren
- Häufigster Typ: Der häufigste Typ des Ovarialkarzinoms ist das high-grade seröse Karzinom.
- Ursprung des HGSC: Sein Ursprung liegt nach heutigem Verständnis oft im Fimbrienende der Tube, ausgehend von einem serösen tubaren intraepithelialen Karzinom.
- Assoziation: Das klarzellige und das endometrioide Karzinom sind assoziiert mit der Endometriose.
Diagnostik
Klinische Abklärung
- Klinische Untersuchung: Zusätzlich werden klinisch rektovaginal, die Leistenlymphknoten und die Supraklavikularregion.
CA 125
- Definition: CA 125 ist ein Glykoprotein des Zölomepithels, das beim serösen Ovarialkarzinom in etwa 80 Prozent erhöht ist.
- Falsch-positive Erhöhung: Falsch erhöht ist CA 125 bei Endometriose, Myomen, Adnexitis, Schwangerschaft, Leberzirrhose, Aszites und jeder Peritonealreizung.
HE4 und ROMA
- Vorteil HE4: Der Vorteil des humanen Epididymisproteins 4 (HE4) gegenüber CA 125 ist, dass es bei Endometriose nicht ansteigt und damit spezifischer bleibt.
- ROMA-Index: Der ROMA-Index verrechnet CA 125 und HE4 mit dem Menopausenstatus zu einer Risikowahrscheinlichkeit.
- Nutzen: Der Nutzen des ROMA-Index liegt in der Triage unklarer Adnexbefunde, ergänzend zum Ultraschall — nicht als Ersatz dafür.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Ovar & Adnexe
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.